09.04.2018

Uganda: Registrierung stärkt Unternehmerinnen

In Uganda werden Flüchtlinge in einem landesweiten Programm biometrisch registriert. So soll sichergestellt werden, dass alle Flüchtlinge und Asylsuchende erfasst sind, Daten möglichst aktuell und vollständig sind und Hilfe effektiv geleistet werden kann. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2018 kamen bereits mehr als 50.000 Neuankömmlinge in Uganda an, die Mehrheit davon aus der Demokratischen Republik Kongo.

Im Zelt steht eine brütende Hitze. Die siebenjährige Gloria kichert, als ihre Mutter ihr eine etwas zu groß geratene Brille vor die Augen hält. Es dauert nur eine Sekunde, dann hat der Computer ihre Iris gescannt.

Gloria und ihre Mutter Jenipher sind unter den ersten der mehr als eine Million Flüchtlingen, die in Uganda während des Screeningprogamms registriert werden sollen. Aufgenommen werden neben der Iris, auch Fingerabdrücke sowie der Flüchtlingsstatus. Während das Screening für Gloria eine willkommene Unterhaltung ist, bedeutet es für Jenipher eine Chance für die Zukunft, da die Programme in Uganda es Flüchtlingen erlauben zu arbeiten und Unternehmen zu gründen.

Ein Ort, den man ein Zuhause nennen kann

“Das Problem, vor dem Flüchtlinge stehen, ist, dass sie keinen Ort haben, den sie Zuhause nennen können”, sagt Jenipher. “Darum unterstützen wir dieses Programm. Eigentlich sollte der UNHCR es zu einem weltweiten System machen, damit jeder Flüchtling, der nach Uganda kommt, weiß, dass er hier zuhause ist und sich niederlassen kann.”

Jenipher floh 2011 aus der Demokratischen Republik Kongo, nachdem sie und zwei ihrer Schwestern gekidnappt und immer wieder vergewaltigt worden waren. Es gelang Jenipher zu fliehen und sie überquerte die Grenze zu Uganda. Wie alle Flüchtlinge in Uganda, bekam sie ein Stück Land, baute eine kleine Hütte und pflanzte Gemüse – Zwiebeln, Kartoffeln und Spinat.

Mit Unterstützung des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) gründete Jenipher eine Spar- und Mikrokreditgruppe für Frauen. “Ich hatte gesagt, dass wenn Gott mir hilft, ich es zu meiner Lebensaufgabe machen werde, anderen zu helfen”, erinnert sich Jenipher. “Jede Frau bringt das, was sie hat und tut es in den Spartopf”, erklärt Jenipher. “Wir nutzen das Geld, um bedürftigen Frauen zu helfen, oder wenn sie einen Kredit brauchen. Wir finanzieren ihre Geschäfte und sie zahlen es uns vom Erlös, den sie gemacht haben, zurück.”

Einmal in der Woche treffen sich die Frauen und diskutieren über Geschäftsideen und die Verwendung des Geldes. Viele von ihnen wurden auf der Suche nach Feuerholz überfallen und vergewaltigt. Nun haben sie andere Einkommensquellen.

“Wir helfen Frauen Jobs zu bekommen und sich nützlich zu machen – ohne Arbeit verlieren die Menschen ihre Würde.”

“Flüchtlinge brauchen nicht nur Lebensmittel, sie brauchen Entfaltungsmöglichkeiten, so wie diese Frauen, die jetzt ihre eigenen Geschäfte machen”, sagt Jenipher, die selbst Briketts verkauft. “Sie müssen ausgebildet werden und etwas Neues lernen, damit sie ihre Leben wieder aufbauen können.”

Die Frauengruppe plant nun, einen Frisörsalon zu eröffnen und Jugendliche aus der Umgebung einzustellen. “Wir werden sogar jemanden anstellen, der die Jugendlichen ausbildet.“

“Nach allem was passiert ist, schau mein Leben jetzt an. Schau mein Haus an, mein Geschäft, schau, wie weit ich gekommen bin. Aber es gibt noch viele Frauen, die das erleiden, was ich erlitten habe“, sagt Jenipher und fügt hinzu „Ich will ihnen helfen.”