Flüchtlinge Südsudan

Die Schicksale hinter den Flüchtlingszahlen

Makieu Geng und sein vierjähriger Sohn Makieu Chuol

Makieu Geng und sein vierjähriger Sohn Makieu Chuol sitzen vor ihrer Hütte, in der sie Schutz gefunden haben. Chuol ist krank, seit die beiden aus Mayendit im Südsudan geflohen sind. „Er kann einfach nichts in sich behalten, nicht einmal Wasser“, sagt Makieu. „Ich habe kein Geld für das Krankenhaus, ich hoffe einfach nur, dass eine Hilfsorganisation oder die Regierung mir helfen kann. Ich wünschte, meine Frau wäre hier bei uns.“

Makieu berichtet, dass er von seiner Frau und seinen drei älteren Kindern getrennt wurde, als er wegen der Kämpfe in Mayendit um sein Leben rennen musste. „Ich habe Chuol für sieben Tage auf meinen Schultern getragen“, erzählt er. „Ich weiß nicht, wo meine Frau ist und sie weiß nicht, wo ich bin.“

Faustina Joseph hält ihr fünf Monate altes Baby mit sorgenvollem Blick.

Faustina Joseph hält ihr fünf Monate altes Baby mit sorgenvollem Blick. Das Baby ist krank und sie hat kein Geld, um es in ein Krankenhaus zu bringen. Ihr Mann, Philip, starb bei einem Angriff. „Sie kamen zu unserem Haus und wollten Geld – da war ich gerade bei unseren Nachbarn. Als er flüchten wollte, haben sie ihn direkt an der Tür erschossen, danach haben sie ihn hineingeworfen und die Tür hinter ihm verschlossen. Er verbrannte zusammen mit dem Haus."

Nyakuoth Diang liebkost ihren vierjährigen Sohn Pal Kier.

Nyakuoth Diang liebkost ihren vierjährigen Sohn Pal Kier. Nyakuoth ist eine von vielen Frauen, die so besorgt darüber sind, dass ihre Söhne von der Rebellenarmee eingezogen werden, dass sie sich selbst angeboten hat, anstelle ihres Sohnes zu kämpfen. „Ich habe versucht, der Armee beizutreten, weil Kinder getötet und Frauen vergewaltigt werden und wir sitzen zuhause und tun nichts. Nein, da ist es besser, in der Armee zu sein. Wir tun das, weil nur die kleinen Kinder übrig geblieben sind und bevor die Armee sie holt, haben wir beschlossen, selbst zu gehen.“