Projektbesuch

Benno Fürmann zu Besuch in der Erstaufnahme-Einrichtung für Asylbewerber in Berlin-Spandau

Benno Fürmann
"Bei uns wird mehr über den Schutz vor statt über den Schutz von Flüchtlingen diskutiert."

Im Februar 2012 besuchte Schauspieler Benno Fürmann die Erstaufnahme-Einrichtung für Asylbewerber in der Motardstraße in Berlin-Spandau. Für viele Flüchtlinge, die nach Berlin kommen, ist das Containerdorf die erste Anlaufstelle. Dort warten sie auf ihr Asylverfahren. Darauf, dass sie in Deutschland bleiben dürfen oder abgeschoben werden.

Zwischen rauchenden Schloten

Mitten im Spandauer Industriegebiet, zwischen rauchenden Schloten, einer Glühlampenfabrik und einem riesigen Heizkraftwerk liegt die sanierungsbedürftige Einrichtung.

Ende Dezember 2011 wohnten hier noch 569 Menschen auf engem Raum. Aktuell sind es nur noch 390 Personen. Viele Asylbewerber sind bereits in der neu errichteten Unterkunft in Berlin-Lichtenberg untergekommen, in einem Plattenbau in der Rhinstraße.

Die Einrichtung in der Motardstraße, deren Wohnverhältnisse schon seit längerem in der Kritik stehen, soll in absehbarer Zeit ganz geschlossen werden. Seit Anfang Februar sind dort schon keine Flüchtlinge mehr eingezogen.

"Eine Subkultur, die man nicht mitkriegt"

Abgeschieden von jeder Infrastruktur fristen die Bewohner der Motardstraße ein Nischendasein. Die Flüchtlinge dort bilden "irgendwie eine Subkultur, die man nicht mitkriegt", stellt Benno Fürmann fest. Und deshalb sei er hier, so der Schauspieler weiter, weil die Flüchtlinge ja zu uns gehörten.

"Ich möchte mich informieren, und ich möchte sehen, wie die Leute bei uns ankommen." In Deutschland sei dringend ein besserer Umgang mit und eine bessere Unterstützung von Flüchtlingen erforderlich: "Bei uns wird mehr über den Schutz vor statt über den Schutz von Flüchtlingen diskutiert."

Fürmann lobte ausdrücklich das Engagement der Helfer vor Ort: "Ich finde erst mal die Arbeit von den Leuten hier ganz toll, die auch durch die Unterstützung von der UNO-Flüchtlingshilfe und UNHCR den Menschen dabei helfen, Fuß zu fassen im Land, die ersten Schritte zu tätigen, die unheimlich schwer sind."

Das Reden fällt nicht leicht

Eine der Helferinnen in der Motardstraße ist Claudia Heinrich, Asylberaterin bei der AWO Berlin-Mitte. Die AWO berät die Flüchtlinge in allen Lebenslagen, in rechtlichen, sozialen und psychologischen Fragen und wird dabei von der UNO-Flüchtlingshilfe finanziell unterstützt.

Besonders wichtig ist eine gute Vorbereitung der Flüchtlinge auf ihre Anhörung beim Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge, wo sie ihre Flucht- und Verfolgungsgeschichte vortragen müssen: "Es gibt Menschen, denen es nicht leicht fällt, über ihre Fluchtgeschichte zu sprechen. Es sind viele Dinge geschehen, die erst mal sortiert werden müssen. Auch das ist unsere Aufgabe, dass wir uns mit den Menschen zusammensetzen und ihre Geschichte aufarbeiten, sortieren und strukturieren, was eigentlich passiert ist", erklärt Heinrich.

 

Wir danken der PeopleMeetMedia SGmbH und der G7 Tontechnik GmbH für die tatkräftige Unterstützung bei der Filmproduktion.

Mehr zu Benno Fürmann