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„Wir hoffen, dass die heutigen Friedensgespräche in Nairobi ein schnelles Ende der Kämpfe herbeiführen, denn die humanitären Nöte in Nord Kivu sind riesig,“ sagt UNHCR-Sprecher Ron Redmond.
Zusammen mit regionalen Führern traf er UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon in Kenia, um nach Möglichkeiten zu suchen, damit sich die Kämpfe nicht in einen regionalen Konflikt ausweiten und das Friedensabkommen, das im Januar zwischen den Konfliktparteien geschlossen worden war, zu retten.
UNHCR sorgt sich besonders um etwa 65.000 Binnenvertriebene in den Lagern Kibati in der Nähe der Provinzhauptstadt Gomas. „Wir fürchten, dass die zivile Bevölkerung, die schon jetzt in einer sehr schwierigen Lage ist, ins Kreuzfeuer gerät, wenn die Kämpfe in der Gegend wieder aufflammen,“ sagt der UNHCR-Sprecher.
Kämpfe nahe Flüchtlingslager
UNHCR-Mitarbeiter berichteten Freitagmorgen von Schießereien in der Nähe der beiden Lager in Kibati. Die Verteilung von Hilfsgütern wurde unterbrochen, da eine Panik unter der Lagerbevölkerung ausbrach. Nach ca. 30 Minuten hörten die Schießereien auf, dennoch verließen viele Menschen die Lager nach Süden in Richtung Goma. Später brach erneut eine Panik aus, als weitere Schüsse zu hören waren.
„Als sie Schüsse hörten, flohen tausende Binnenvertriebene aus Kibati. Die Familien mit Kindern rafften ihre spärlichen Besitztümer zusammen .... und brachen in Richtung Goma auf. Einige Kinder schrieen nach ihren Eltern, weil sie sich im Chaos der Flucht verloren hatten,“ erzählt ein Augenzeuge nach den morgendlichen Kämpfen. „Die Straße nach Goma war voll mit Binnenvertriebenen die nach Süden wollten, während [Regierungs-]soldaten nach Norden zu den Lagern zogen.“
„Wir appellieren an alle Seiten des Konfliktes den zivilen Charakter der Lager zu respektieren, die humanitären Prinzipien zu wahren und die Sicherheit der Zivilisten und derjenigen, die ihnen helfen, zu gewährleisten. Es besteht ein Risiko einer Militarisierung der Lager,“ sagte der UNHCR-Sprecher.
Trotz unsicherer Lage muss Menschen geholfen werden
UNHCR und andere Hilfsorganisationen versuchen in dieser unsicheren Lage so schnell wie möglich lebensrettende Hilfe zu den Binnenvertriebenen zu bringen. Die Situation ist durch wiederholte Menschenrechtsverletzungen und eine generelle Gesetzlosigkeit geprägt.
In Kibati und sechs Lagern um Goma herum wurden Hilfsgüter, darunter Lebensmittel, Plastikplanen, Decken, Matratzen, Küchensets, Mückennetze und Wasserkanister verteilt.
UNHCR prüft zur Zeit, ob es im Westen Gomas möglich ist, ein neues Lager aufzubauen, sollte Kibati nicht mehr zu halten sein. Die Sicherheitssituation in Goma selbst war am Freitag sehr angespannt.
Die Kämpfe in Nord Kivu haben sich seit Ende 2006 intensiviert. Im Januar 2008 gab es in der Region mehr als 800.000 Binnenvertriebene. Seitdem die Kämpfe im August 2008 wieder aufgeflammt sind, wurden etwa 250.000 Zivilisten zur Flucht getrieben, viele von ihnen waren schon vorher vor Kämpfen geflohen. (veröffentlicht am 10.11.2008)
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