Binnenvertriebene leben in Syrien. (Stand: August 2025)
syrische Flüchtlinge leben in den Nachbarländern. (Stand: Februar 2026)
syrische Flüchtlinge sind seit Ende 2024 nach Syrien zurückgekehrt. (Stand: Januar 2026)
Syrien vor ungewisser Zukunft: Hilfe weiter nötig
[Stand: Februar 2026]
14 Jahre Krieg haben tiefe Spuren hinterlassen und wirken nach. Millionen Menschen wurden vertrieben, Städte und Infrastruktur sind vielerorts zerstört, und große Teile der Bevölkerung sind weiterhin auf Hilfe angewiesen.
Gleichzeitig zeichnen sich neue Dynamiken ab: Seit dem Sturz der Regierung von Baschar al-Assad am 8. Dezember 2024 kehren immer mehr Menschen nach Syrien zurück, teils aus Hoffnung auf Stabilisierung, teils aus Mangel an Alternativen in den Aufnahmeländern.
Doch diese Rückkehr erfolgt häufig unter schwierigen Bedingungen. Viele Rückkehrer*innen treffen auf:
- zerstörte Wohnhäuser
- fehlende Arbeitsmöglichkeiten
- eingeschränkten Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen
- eine fragile Sicherheitslage
Nachhaltige Perspektiven sind für viele Familien noch nicht gegeben.
Trotz vorsichtiger Hoffnung auf Veränderung bleibt der Schutzbedarf in Syrien hoch.
Nordsyrien in Not - Jede Hilfe zählt
Anfang Januar 2026 eskalierte die Gewalt in Nordsyrien erneut. Über 190.000 Menschen mussten fliehen – die meisten von ihnen Frauen und Kinder. Viele Familien haben alles verloren und suchen nun Schutz bei Gastfamilien oder in Notunterkünften. Mitten im eisigen Winter fehlt es an allem: an warmen Decken, sicheren Unterkünften, Nahrung und Heizmaterial. Die ohnehin überlasteten Gemeinden stoßen an ihre Grenzen – und die Not wächst mit jedem Tag.
Jetzt kommt es auf schnelle und solidarische Unterstützung an, um den betroffenen Familien Hoffnung und ein Stück Sicherheit zurückzugeben.
Trotz unsicherer Lage sind der UNHCR und seine Partner weiterhin vor Ort. Sie verteilen dringend benötigte Hilfsgüter wie Matratzen, Decken, Zelte und Küchenutensilien und leisten lebenswichtige Schutzarbeit – besonders für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. Doch der Bedarf ist enorm.
So hilft Ihre Spende in Syrien
Der UNHCR ist vor Ort aktiv, um Schutz, Unterstützung und Perspektiven für Vertriebene und Flüchtlinge zu gewährleisten. Dazu gehören unter anderem:
Nothilfe und Grundversorgung:
Versorgung mit lebenswichtigen Gütern und Unterstützung beim Zugang zu Nahrung, Wasser, Schutz und medizinischer Hilfe.
Begleitung bei freiwilligen Rückkehrprozessen:
Unterstützung von Rückkehrern durch Informationen, Logistik und Schutz-Programme.
Schutzmaßnahmen und Rechtsberatung:
Sicherstellung des Zugangs zu Dokumenten, Rechtshilfe und Schutz vor Gewalt oder Diskriminierung.
Diese Hilfe ist lebenswichtig – sie gibt Menschen nicht nur kurzfristig Sicherheit, sondern eröffnet langfristige Wege aus der Krise.
Fehlende Gelder gefährden Hilfsmaßnahmen
Die Unterfinanzierung ist eine der größten Herausforderung für die Arbeit des UNHCR.
Die syrische Fluchtsituation ist noch immer eine der größten und schwerwiegendsten weltweit. Aufgrund der mangelnden Finanzierung in den Vorjahren musste der UNHCR jedoch bereits wichtige Hilfsmaßnahmen reduzieren.
Ich wurde hier geboren, ich bin hier aufgewachsen und ich werde hier sterben.“
Jassim, ein über 100-jähriger Syrer, hat in seinem langen Leben viele Herausforderungen erlebt – doch nichts hat ihn so tief erschüttert wie der Bürgerkrieg.
Warum Syrien jetzt Unterstützung braucht
Humanitäre Hilfe bleibt entscheidend, um Leben zu retten und den am stärksten Betroffenen eine Perspektive zu geben.
Zudem ist langfristige Unterstützung erforderlich, um die Widerstandsfähigkeit von Flüchtlingen und ihrer Gastgemeinden zu stärken.
Der UNHCR arbeitet unermüdlich daran, syrischen Flüchtlingen Schutz, Unterkunft und lebensnotwendige Güter bereitzustellen. Gleichzeitig setzt sich die Organisation für politische Lösungen ein, um die Bedingungen für eine sichere Rückkehr und eine nachhaltige Zukunft zu schaffen.
Hilfe am Limit
Die humanitäre Hilfe steckt in einer schweren Finanzierungskrise.
Weltweit verlieren Flüchtlinge den Zugang zu lebenswichtiger Hilfe – weil das Geld fehlt.
Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende!
FAQ zur Rückkehr nach Syrien
Können geflohene Syrerinnen und Syrer derzeit sicher nach Syrien zurückkehren?
In vielen Regionen Syriens ist die Sicherheitslage weiterhin unklar oder gefährlich.
Nach wie vor gibt es Berichte über willkürliche Festnahmen, fehlenden Rechtsschutz und Gewalt.
Einige Familien kehren in ihre Herkunftsorte zurück, doch sie stoßen oft auf zerstörte Häuser, fehlende Infrastruktur und unsichere Lebensbedingungen.
Der UNHCR unterstützt Rückkehrende mit Unterkünften, Grundausstattung und Beratung – aber viele Regionen bleiben nicht bewohnbar.
Welche Bedingungen gelten für eine freiwillige Rückkehr nach Syrien?
Eine Rückkehr muss freiwillig, informiert und sicher erfolgen.
Der UNHCR prüft, ob die Situation in bestimmten Regionen stabil genug ist, ob grundlegende Versorgung vorhanden ist und ob Rückkehrende vor Gewalt, Verfolgung oder Zwangsmaßnahmen geschützt sind. In vielen Gebieten sind diese Mindestbedingungen derzeit nicht erfüllt.
Unterstützt der UNHCR Menschen, die freiwillig nach Syrien zurückkehren möchten?
Ja. Wenn Menschen sich freiwillig zur Rückkehr entscheiden und die Bedingungen vor Ort dies zulassen, unterstützt der UNHCR mit:
- Transporthilfen
- grundlegender Ausstattung für den Neustart
- Reparaturen und Unterbringung
- Beratung und Schutzunterstützung
Die Organisation prüft jedoch sehr genau, ob eine Rückkehr verantwortbar ist.
Warum kehren manche Syrerinnen und Syrer trotz unsicherer Lage zurück?
Einige Familien entscheiden sich aus persönlichen Gründen für die Rückkehr – etwa wegen familiärer Bindungen oder weil sie in den Aufnahmeländern keine langfristige Perspektive sehen.
Viele kehren jedoch in zerstörte Häuser, instabile Versorgungslagen oder unsichere Regionen zurück.
Oft müssen sie ihr Leben dort unter sehr schwierigen Bedingungen neu beginnen.
Was sind die größten Hindernisse für eine sichere Rückkehr nach Syrien?
Zu den wichtigsten Faktoren gehören:
- Unsichere Lage in vielen Regionen
- Zerstörte Wohnungen und Infrastruktur
- Mangel an medizinischer Versorgung
- Wirtschaftskrise und extreme Armut
- Fehlender Rechtsschutz und Risiken bei der Registrierung
Solange diese Problemlagen bestehen, bleibt eine großflächige sichere Rückkehr kaum möglich.
Wie bewertet der UNHCR die Perspektiven für eine Rückkehr nach Syrien in den nächsten Jahren?
Der UNHCR rechnet nicht mit einer schnellen Stabilisierung in ganz Syrien.
Einige Regionen könnten mittelfristig sicherer werden, andere bleiben voraussichtlich instabil.
Die Organisation beobachtet die Lage kontinuierlich, veröffentlicht Sicherheitsanalysen und unterstützt dort, wo Rückkehr menschenwürdig und sicher möglich ist.