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Iris-Scan in Bangladesch
© UNHCR/R.Arnold

Registrierung von Flüchtlingen

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Was ist Registrierung und warum ist sie so wichtig?

Wenn Menschen gezwungen sind, aus ihrer Heimat zu fliehen, um Krieg, Verfolgung oder Gewalt zu entkommen, ist ihre Registrierung und Dokumentation ihrer Identität ein wichtiger erster Schritt, um ihren Schutz zu garantieren.

Die Registrierung erleichtert den Zugang zu elementarer Hilfe und notwendigem Schutz. Gleichzeitig ermöglicht sie den Behörden und Hilfsorganisationen, Personen mit besonderen Bedürfnissenn frühzeitig zu identifizieren. So können sie entsprechende Hilfsangebote bekommen.

Allein die Tatsache, registriert zu sein, kann vor Zwangsrückführung, willkürlicher Verhaftung und Inhaftierung schützen. Es hilft, Familien zusammenzuhalten oder getrennte Kinder mit ihren Familien wieder zu vereinen.

Eine Identität zu haben, ist ein Menschenrecht. Viele dieser Menschen hatten ihr ganzes Leben keine richtige Identitäts-Papiere. Für sie ist dies ein unglaublicher Schritt hin zu einem würdevollen Leben.

UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi bei einem Besuch im Registrierungszentrum für Rohingya-Flüchtlinge.

Daten für Hilfsmaßnahmen notwendig

Die Daten der Flüchtlinge sind notwendig, um Unterkünfte, Lebensmittel, Wasser, die medizinische Versorgung und notwendige sanitäre Einrichtungen planen und bereitstellen zu können.

Nach der Registrierung erhalten die Flüchtlinge einen UNHCR-Ausweis, mit dem sie sich auch bei anderen Hilfsorganisationen, beispielsweise bei der Lebensmittelausgabe des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen, identifizieren können. So kann zum einen der tatsächliche Bedarf zeitnah ermittelt werden und gleichzeitig Betrug bei der Ausgabe von Hilfsmitteln vermieden werden.

Auch wenn die Registrierungen durch den UNHCR ausgeführt werden, können die Dokumente helfen, um gegenüber staatlichen Behörden die Identität der Geflüchteten zu beweisen und Staatenlosigkeit zu verhindern, wenn Dokumente auf der Flucht oder durch Gewalt vernichtet oder verloren wurden. Sie sind oftmals Voraussetzung dafür, dass die Menschen in den Aufnahmegemeinden integriert werden, gegebenenfalls soziale Dienstleistungen in Anspruch nehmen können und mehr Bewegungsfreiheit haben. Auch für die Eröffnung eines Bankkontos oder die Nutzung von Online-Diensten sind Dokumente notwendig.

Die Registrierung der Geflüchteten hilft darüber hinaus Korruption oder auch Menschenhandel zu vermeiden.

Ohne Ausweis können wir nicht sichergehen, dass Menschen sich nicht als jemand anderes ausgeben und so überlebenswichtige Güter mehrmals beziehen, die dann an anderer Stelle fehlen.

Karl Steinacker, ehem. UNHCR-Experte für Digitale Identitäten

Biometrische Registrierung auf dem Vormarsch

Der UNHCR arbeitet seit mehreren Jahrzehnten daran, die Registrierung von Geflüchteten zu digitalisieren. Dabei werden neben den persönlichen Angaben wie Name, Geburtsort und Foto auch biometrische Daten erfasst, wie Fingerabdrücke und den Scan der Iris. Alle Daten werden danach auf einer zentralen Datenbank in Genf gespeichert.

Bevor die neuen Technologien eingesetzt werden, müssen immer vielen Faktoren abgewogen werden: Kann die Technologie in einem Krisengebiet eingesetzt werden? Wo liegen sensible Daten und wer hat Zugang dazu? Wie kann die Privatsphäre der Geflüchteten geschützt werden? Wie auch bei der herkömmlichen Registrierung, muss bei der Arbeit mit den digitalen Daten der Schutz der Daten vor unberechtigtem Zugang und Mißbrauch sichergestellt sein.

Registrierung von Flüchtlingen

  • Registrierung: Nach der Ankunft werden die persönlichen und biometrischen Daten der Geflüchteten erfasst. So wie bei dieser zentralafrikanischen Flüchtlingsfamilie im Registrierungszelt des UNHCR.
    © UNHCR/Alexis Huguet

    Registrierung:
    Nach der Ankunft werden die persönlichen und biometrischen Daten der Geflüchteten erfasst. So wie bei dieser zentralafrikanischen Flüchtlingsfamilie im Registrierungszelt des UNHCR.

  • Fingerabdruckscanner: Hier wird ein Fingerabdruckscanner genutzt, um den jungen südsudanesischen Flüchtling in Uganda zu registrieren.
    © UNHCR/Esther Ruth Mbabazi

    Fingerabdruckscanner:
    Hier wird ein Fingerabdruckscanner genutzt, um den jungen südsudanesischen Flüchtling in Uganda zu registrieren.

  • Iris Scan: Bei der Registrierung werden auch Iris Scanner eingesetzt, um die Geflüchteten zu identifizieren und registrieren.
    © UNHCR/Fabien Faivre

    Iris Scan:
    Bei der Registrierung werden auch Iris Scanner eingesetzt, um die Geflüchteten zu identifizieren und registrieren.

  • Ausweisdokumente: Eine Rohingya-Flüchtlingsfamilie aus Myanmar zeigt ihre neuen Ausweisdokumente, die sie nach der Registrierung durch den UNHCR erhalten haben.
    © UNHCR/Will Swanson

    Ausweisdokumente:
    Eine Rohingya-Flüchtlingsfamilie aus Myanmar zeigt ihre neuen Ausweisdokumente, die sie nach der Registrierung durch den UNHCR erhalten haben.

  • Ausweisdokumente: Zwei geflüchteten Schwestern, die nun ivorische Staatsbürgerinnen sind, halten ihre Ausweispapiere in der Hand.
    © UNHCR/Mark Henley

    Ausweisdokumente:
    Zwei geflüchteten Schwestern, die nun ivorische Staatsbürgerinnen sind, halten ihre Ausweispapiere in der Hand.

  • Verwendung der Ausweisdokumente Die nach der Registrierung ausgestellten Ausweisdokumente erleichtern den Geflüchteten die Integration und die Bewältigung des Alltags. So können sie beispielsweise mit den neuen Dokumenten eine Bankkarte beantragen.
    © UNHCR/Dhieu Lual

    Verwendung der Ausweisdokumente
    Die nach der Registrierung ausgestellten Ausweisdokumente erleichtern den Geflüchteten die Integration und die Bewältigung des Alltags. So können sie beispielsweise mit den neuen Dokumenten eine Bankkarte beantragen.

Flüchtlingskinder auf Karren

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