Bildung als Starthilfe für eine bessere Zukunft
Stand: 2.10.2026
Inmitten von Krieg und Konflikten wird Bildung oft als Luxus angesehen. Doch Bildung ist ein Menschenrecht und zudem unverzichtbar, um Flüchtlingen wieder Hoffnung und Würde zu geben. Bildung ist entscheidend, um Flüchtlingen zu helfen, wieder auf eigenen Füßen stehen und sich selbst eine bessere Zukunft aufbauen zu können.
Die UNHCR-Bildungsstrategie
UNHCR bemüht sich, dass Flüchtlinge zu jeder Zeit eine Schule besuchen können – möglichst auch während der akuten Nothilfe. UNHCR hat dazu eine eigene Bildungsstrategie aufgesetzt und verfolgt damit drei Hauptziele:
Die Integration Geflüchteter, Asylsuchender, Rückkehrer*innen und staatenloser Menschen sowie Binnenvertriebener in nationale Bildungssysteme
Die Förderung sicherer und zuträglicher Lernumgebungen für alle Schülerinnen und Schüler
Die Ermächtigung von Schülerinnen und Schülern, ihre Ausbildung als Baustein einer besseren Zukunft zu nutzen
Auch den Zusammenhalt zwischen Geflüchteten und ihren Aufnahmegemeinschaften sollen diese Schritte stärken – beide Seiten können mit- und voneinander lernen.
Zugang zu Bildung für Flüchtlinge stark eingeschränkt
Doch häufig fehlt das Geld und der Bildungsbedarf kann nur in geringem Umfang abgedeckt werden. Die Zahl der Flüchtlingskinder und -jugendliche im Schulalter wird 2026 auf 13,1 Millionen geschätzt. 5,8 Millionen (44 %) von ihnen hat aber keine Möglichkeit in die Schule zu gehen. Dabei ist gerade für Kinder und Jugendliche, die ihr Leben in der Fremde neu aufbauen müssen, ein Schulbesuch besonders wichtig.
Flüchtlingskinder gehen nicht zur Schule
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5,8 Millionen Flüchtlinge haben keine Möglichkeit zur Schule zu gehen
Während weltweit über 90 Prozent aller Kinder im Grundschulalter in die Schule gehen, sind es bei Flüchtlingskindern nur 65 Prozent. Und danach wird die Lücke noch dramatisch größer: Weltweit bekommen über 80 Prozent aller Kinder eine weiterführende Schulbildung – bei Flüchtlingen sind es nur 32 Prozent. Die Chance, sich durch eine Hochschulbildung zu qualifizieren, haben weltweit über 40 Prozent der jungen Menschen - jedoch nur 11 Prozent der Flüchtlinge.
Doch so dramatisch die Zahlen auch sind, zeigt sich immerhin ein Hoffnungsschimmer, denn wenn auch auf sehr niedrigem Niveau steigen die Zahlen der Studierenden mit Fluchterfahrung an Hochschulen leicht an.
UNHCR-Bildungsbericht 2026
Einmal im Jahr zieht UNHCR Bilanz: Wie entwickelt sich der Zugang zu Bildung für Flüchtlinge weltweit? Der Bildungsbericht 2026 zeigt, wo Fortschritte erzielt wurden, aber auch, wo weiterhin große Lücken bestehen.
Den kompletten UNHCR-Bildungsbericht "The unbreakable promise: Resilience and resolve in refugee education" können Sie auf Englisch als pdf herunterladen.
Man hat 13 Jahre Zeit um ein Kind zu begleiten. Die Einstellung der Finanzierung bedeutet, das dieser Prozess gestoppt wird.
UNHCR-Mitarbeiter Michel-Rene Bizoza, besucht die Schulen im Flüchtlingscamp Farchana im Tschad, wo viele sudanesische Flüchtlinge leben. Michel-Rene ist besorgt, denn wenn die finanziellen Mittel für die Schulen gestrichen werden, nimmt man den Kindern ihre Zukunft.
Welche Bildungsmöglichkeiten gibt es für Flüchtlinge?
Chancen erweitern
In fast allen Ländern ist der Anteil der Geflüchteten, die nach der Grundschule in die Sekundarschule gehen, deutlich geringer als der der einheimischen Kinder: Die Einschulungsrate von Flüchtlingen in der Sekundarstufe lag 2025 bei nur 32 Prozent.
Dabei ist die sekundäre Schulbildung wichtig für junge Flüchtlinge. Sie eröffnet ihnen die Möglichkeit, ihrer Persönlichkeit weiterzuentwickeln und später ein gesundes, selbstständiges und informiertes Leben zu führen und langfristig einen Beitrag zum nachhaltigen Fortschritt der Gesellschaft leisten zu können. Die sekundäre Schulbildung bietet zudem den Zugang zu Studium oder Berufsausbildungen.
Chancen erweitern
In fast allen Ländern ist der Anteil der Geflüchteten, die nach der Grundschule in die Sekundarschule gehen, deutlich geringer als der der einheimischen Kinder: Die Einschulungsrate von Flüchtlingen in der Sekundarstufe lag 2025 bei nur 32 Prozent.
Dabei ist die sekundäre Schulbildung wichtig für junge Flüchtlinge. Sie eröffnet ihnen die Möglichkeit, ihrer Persönlichkeit weiterzuentwickeln und später ein gesundes, selbstständiges und informiertes Leben zu führen und langfristig einen Beitrag zum nachhaltigen Fortschritt der Gesellschaft leisten zu können. Die sekundäre Schulbildung bietet zudem den Zugang zu Studium oder Berufsausbildungen.
Wie hilft UNHCR?
Aufnahmeländer entlasten
Eigenständigkeit stärken
sichere Rückkehr ermöglichen
UNHCR sorgt jeden Tag dafür, dass Flüchtlinge in die Schule gehen können und sich eine eigene selbstständige Zukunft aufbauen können.
Sofern die finanziellen Mittel es erlauben, kümmert sich UNHCR um:
- Bau und Ausstattung von Schulen in Flüchtlingslagern
- Schulmaterial für Flüchtlingskinder
- Bänke, Tische und Tafeln für Klassenräume
- Lehrergehälter
- Berufsausbildungen und Trainingskurse für Flüchtlinge
- Stipendien für besonders begabten Flüchtlingen wie z.B. das DAFI-Stipendienprogramm, um den Besuch der Universität zu ermöglichen
- Projekte der Friedenserziehung und zur Versöhnung
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Bildungschancen von Mädchen besonders gefährdet
Bildung stärkt Mädchen auf der Flucht und eröffnet ihnen neue Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben. Doch noch immer haben viele keinen ausreichenden Zugang zu Schule und Ausbildung.
UNHCR unterstützt Bildungsprogramme, die Mädchen gezielt fördern und ihnen bessere Zukunftschancen ermöglichen.
Bildung schafft Selbstvertrauen und eine friedliche Zukunft
Während der Flucht machen Flüchtlingskinder häufig traumatischen Erfahrungen. Die Wiederherstellung gewohnter Lebensbedingungen, wie der Besuch einer Schule, das regelmäßige Zusammenkommen zum Lernen und Spielen, lenkt die Flüchtlinge von dem eintönigen und bedrückenden Alltag ab. Etwas lernen zu können, bedeutet die Chance zu bekommen, aktiv an der Gestaltung der eigenen Zukunft mitzuwirken.
In den Schulalltag können zudem auch Projekte der Friedenserziehung und zur Versöhnung einbezogen werden, die für Kinder, die mit Krieg und Gewalt großgeworden sind, sowie bei einer möglichen Rückkehr von großer Bedeutung sind. Dabei werden Fähigkeiten vermittelt, um Konflikte gewaltfrei und friedlich zu lösen. Workshops zu Friedenserziehung werden aber nicht nur innerhalb der Schulen angeboten. Die Programme richten sich insbesondere an die Anführer*innen verschiedener sozialer und religiöser Gruppen und an junge geflüchtete Menschen.
Es ist Unwissenheit, die zum Krieg im Darfur führte. Wir müssen lernen, um die Fehler der Vergangenheit nicht noch einmal zu machen.
Djawahir (24) Mutter von 3 Kindern und Schülerin in einer Abschlußklasse der HighSchool im Tschad.
Der Schulbesuch von Flüchtlingskindern in Deutschland
Das Recht und die Pflicht zur Schule zu gehen, ist für Kinder und Jugendliche in Deutschland gesetzlich festgeschrieben. Nach den Vorgaben des Völker-, EU- und Verfassungsrechts ist die Bundesrepublik und ihre Bundesländer verpflichtet, für minderjährige Kinder von Asylsuchenden den Zugang zum Schul- und Bildungssystem spätestens drei Monate nach Äußerung des Asylbegehrens sicherzustellen. Oft dauert es jedoch bis zu zwei Jahre bis asylsuchende Kinder von der Vorbereitungsklasse in die Regelklasse übergenommen werden.
Welche Probleme gibt es bei der Integration ins deutschen Schulsystem?
Die lange Trennung von den einheimischen Kindern durch spezielle Klassen für Neuankömmlinge erschwert die Integration. Darüber hinaus müssen die Flüchtlingskinder oft beim Übergang in die Regelklasse in eine andere Schule wechseln. So werden beispielsweise nur 10% aller asylsuchenden Kinder an Gymnasien angenommen, wo vorherig die Vorbereitungsklasse absolviert wurde. Die Kinder werden dadurch aus ihrem Umfeld gerissen, an welches sie sich gerade erst gewöhnt haben.
Welche Lösungsansätze gibt es?
Im August 2021 veröffentlichten UNHCR und UNICEF Deutschland Empfehlungen zum Bildungszugang asylsuchender Kinder in Erstaufnahmeeinrichtungen in Deutschland.
Bildung eröffnet Wege
Wie geflüchtete Menschen - trotz schwieriger Umstände - lernen, ihre Talente entfalten und neue Perspektiven für ihre Zukunft schaffen können, zeigen uns die Geschichten von Tololinda, Samuel oder von Mary
Sie machen Mut und zeigen, was möglich wird, wenn Menschen die Chance bekommen, ihr Potenzial zu entfalten.
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