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Jemen Nothilfe

Humanitäre Katastrophe Jemen

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Jahrelanger Krieg und Gewalt

Anhaltende Gewalt hat die humanitäre Situation im Jemen über die letzten Jahre dramatisch verschärft.

4 Million Menschen sind durch die Gewalt innerhalb des Landes vertrieben worden. Allein in den ersten zwei Monaten diesen Jahres mussten über 15.000 Menschen vor anhaltenden Kämpfen flüchten. UNHCR warnt: von den vier Millionen Binnenvertriebenen im Jemen sind fast 2,6 Millionen nur einen Schritt von einer Hungersnot entfernt.

Über 27.700 Flüchtlinge aus dem Jemen leben in anderen Ländern. Doch auch die Bedingungen in den Nachbarländern, wie Somalia, sind so aussichtslos, dass über 177.000 Flüchtlinge im Jemen Schutz suchen.

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Der Jemen kann nicht warten
4
Millionen

Binnenvertriebene

20
Millionen

Menschen benötigen humanitäre Hilfe

1,8
Millionen

Kinder akut unterernährt

Über 20 Millionen Menschen brauchen humanitäre Hilfe

Neben der angespannten Sicherheitslage geht es den Menschen im Jemen auch wirtschaftlich sehr schlecht. 66 Prozent der Bevölkerung benötigen dringend humanitäre Hilfe.

Der andauernde Konflikt erschwert die angemessene Versorgung der notleidenden Bevölkerung. Viele Menschen leben in großer Armut und kämpfen Tag für Tag um ihr Überleben. Große Teile der Infrastruktur sind zerstört und die Wirtschaft zusammengebrochen. Viele Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Lebenswichtige Basisgüter, Unterkünfte oder eine medizinische Grundversorgung sind kaum vorhanden.

Für über die Hälfte der Bevölkerung im Jemen stehen nicht genügend Lebensmittel zur Verfügung. Dabei sind ganz besonders die Binnenvertriebenen betroffen. Die meisten von ihnen sind in Teilen des Landes untergebracht, in denen akute Nahrungsmittelknappheit herrscht. Gleichzeitig ist es, aufgrund der wachsenden Unsicherheit und der anhaltenden Kämpfe, schwierig, die Notleidenden mit Hilfsgütern zu versorgen.

Landesweit sind viele Kinder akut unterernährt, nicht selten in lebensbedrohlichem Zustand. Ausbrüche von Cholera gefährden immer wieder das Leben der geschwächten Menschen. Die Ausbeitung der Covid-19-Pandemie hat die Situation noch einmal verschärft.

Herausforderung COVID-19

Die hygienischen Bedingungen unter denen die Binnenvertriebenen und Flüchtlinge im Jemen leben, sind prekär. Das Gesundheitssystem im Land ist aufgrund des jahrelangen Konfliktes zusammengebrochen, so dass eine ausreichende medizinische Versorgung der Bevölkerung bei einer Ausbreitung von Krankheiten kaum möglich ist.

Der UNHCR unerstützt die Verbesserung der medizinischen Kapazitäten und der Verteilung von notwendigem Materialien. Gleichzeitig werden Informationskampagnen für die Bevölkerung durchgeführt, um die notwendigen Hygieneregeln - Händewaschen, Abstand halten - einzuhalten.

Flüchtlinge in der Corona Pandemie

Kinder und Frauen sind die Leidtragenden

Millionen von Kindern haben keinen Zugang zu Bildung, weil viele Schulen im Jemen zerstört wurden und geschlossen sind.

Aufgrund der katastrophalen wirtschaftlichen Lage und der großen Armut müssen viele Kinder arbeiten oder betteln, um für den Lebensunterhalt ihrer Familien einen Beitrag zu leisten.

Vor allem Frauen und Mädchen leiden unter der Gewalt und der oft mehrfachen Flucht. Die Hälfte aller Vertriebenen ist weiblich, fast ein Drittel von ihnen sind unter 18 Jahre alt.

Auf der Flucht und im Exil fehlt ihnen die benötigte Privatsphäre, sie haben nur limitieren Zugang zu lebenswichtigen Gütern, sie sind Missbrauch und Gewalt ausgesetzt.

Zudem werden immer mehr Mädchen aufgrund der großen Armut zur Heirat gezwungen. Missbrauch und Traumatisierung sind die Folgen solcher Kinderehen.

6 Jahre Krieg im Jemen

Wie sieht das Leben der Menschen und Geflüchteten aus?

  • „Es war eine schwere Zeit für uns. Das Verlassen meines Hauses und meines alten Lebens aufgrund der Situation ist die schwierigste Entscheidung, die ich je getroffen habe. Der Krieg zwingt dich, viele Dinge aufzugeben und sie zurückzulassen.“
Obadi Mohammed, 67 Jahre alt, steht in den Ruinen seiner früheren Nachbarschaft. Schon seit 6 Jahren herrscht im Jemen Krieg, der das Land zerstört.
    © UNHCR/Saleh Bahulais

    „Es war eine schwere Zeit für uns. Das Verlassen meines Hauses und meines alten Lebens aufgrund der Situation ist die schwierigste Entscheidung, die ich je getroffen habe. Der Krieg zwingt dich, viele Dinge aufzugeben und sie zurückzulassen.“

    Obadi Mohammed, 67 Jahre alt, steht in den Ruinen seiner früheren Nachbarschaft. Schon seit 6 Jahren herrscht im Jemen Krieg, der das Land zerstört.

  • Im Jemen gibt es ungefähr 4 Millionen Binnenvertriebene (Menschen, die im eigenen Land flüchten müssen). 73% von ihnen sind Frauen und Kinder. Die Hilfsmaßnahmen sind stark unterfinanziert, denn insgesamt benötigen 20 Millionen Menschen humanitäre Hilfe. Bisher wurden erst 6% der benötigten Geldmittel für 2021 finanziert.
    © UNHCR/Rakan Al-Badani

    Im Jemen gibt es ungefähr 4 Millionen Binnenvertriebene (Menschen, die im eigenen Land flüchten müssen). 73% von ihnen sind Frauen und Kinder. Die Hilfsmaßnahmen sind stark unterfinanziert, denn insgesamt benötigen 20 Millionen Menschen humanitäre Hilfe. Bisher wurden erst 6% der benötigten Geldmittel für 2021 finanziert.

     

  • Fast 2 Millionen Kinder zwischen 6 und 14 gehen im Jemen nicht zur Schule. Von den arabischen Staaten, hat der Jemen hinter Sudan die höchste Anzahl an Kindern, die nicht zur Schule gehen. Im letzten Jahr konnten mehr als 7.000 Flüchtlingskinder die Grund- und weiterführende Schule, durch die Unterstützung des UNHCR, besuchen.
    © UNHCR/Rakan Al-Badani

    Fast 2 Millionen Kinder zwischen 6 und 14 gehen im Jemen nicht zur Schule. Von den arabischen Staaten, hat der Jemen hinter Sudan die höchste Anzahl an Kindern, die nicht zur Schule gehen. Im letzten Jahr konnten mehr als 7.000 Flüchtlingskinder die Grund- und weiterführende Schule, durch die Unterstützung des UNHCR, besuchen.

  • Diese kleine Tüte Reis kostet umgerechnet knapp 70 Cent. Ein Preis, den sich viele Jemenit*innen und Flüchtlinge nur mit Mühe leisten können. Millionen von Menschen müssen täglich um ihr Überleben kämpfen, denn im Jemen herrscht eine der größten Ernährungsunsicherheiten weltweit. Fast 2,6 Millionen Binnenvertriebene sind von einer Hungersnot gefährdet und 1,8 Millionen Kinder sind akut unterernährt. Die gesundheitlichen Folgen für Kinder und Erwachsene sind verheerend und können tödlich sein.
    © UNHCR/Marie-Joëlle Jean-Charles

    Diese kleine Tüte Reis kostet umgerechnet knapp 70 Cent. Ein Preis, den sich viele Jemenit*innen und Flüchtlinge nur mit Mühe leisten können. Millionen von Menschen müssen täglich um ihr Überleben kämpfen, denn im Jemen herrscht eine der größten Ernährungsunsicherheiten weltweit. Fast 2,6 Millionen Binnenvertriebene sind von einer Hungersnot gefährdet und 1,8 Millionen Kinder sind akut unterernährt. Die gesundheitlichen Folgen für Kinder und Erwachsene sind verheerend und können tödlich sein.

  • © UNHCR/Marie-Joëlle Jean-Charles

    "Durch die Kämpfe wurde es immer schwieriger etwas zu Essen zu finden. Dann wurde unser Haus getroffen. Wir flohen, um unser Leben zu retten. Seither ist das Leben ein Kampf. Wir leben von Tag zu Tag, wissen nie, wie wir etwas zu Essen finden. Oft gehe ich in die Läden und frage nach Lebensmitteln, damit die Kinder wenigstens ein gutes Essen haben."

    Lubna floh mit 12 Familienmitgliedern aus der umkämpften Stadt Taizz.

  • Viele Menschen im Jemen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Dabei sind 7 Liter Wasser am Tag das Minimum, um zu überleben. Wasser braucht man zum Trinken, Kochen und zum Waschen, um Gemüse anzubauen oder für die Tiere. Besserer Zugang zu sauberem Wasser, bedeutet Überleben, Gesundheit, Bildung und eine bessere Lebenssituation für Flüchtlingsfamilien.
    © UNHCR/Ibrahim Al-Ja’adi

    Viele Menschen im Jemen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Dabei sind 7 Liter Wasser am Tag das Minimum, um zu überleben. Wasser braucht man zum Trinken, Kochen und zum Waschen, um Gemüse anzubauen oder für die Tiere. Besserer Zugang zu sauberem Wasser, bedeutet Überleben, Gesundheit, Bildung und eine bessere Lebenssituation für Flüchtlingsfamilien.

  • Die Gefahr an Cholera zu erkranken oder Durchfall zu bekommen ist im Jemen nach wie vor hoch. Im Jahr 2017 gab es im Jemen einen der schlimmsten Ausbrüche weltweit. Sauberes Wasser, sanitäre Anlagen und Hygiene sind enorm wichtig in der Prävention und Bekämpfung diverser Krankheiten.
    © UNHCR/HYAC

    Die Gefahr an Cholera zu erkranken oder Durchfall zu bekommen ist im Jemen nach wie vor hoch. Im Jahr 2017 gab es im Jemen einen der schlimmsten Ausbrüche weltweit. Sauberes Wasser, sanitäre Anlagen und Hygiene sind enorm wichtig in der Prävention und Bekämpfung diverser Krankheiten.

  • Viele Menschen im Jemen müssen immer wieder vor bewaffneten Kämpfen fliehen und alles zurücklassen. Der UNHCR unterstützt die vertriebenen Menschen mit lebensnotwendigen Hilfsgütern.
    © UNHCR/NMO

    Viele Menschen im Jemen müssen immer wieder vor bewaffneten Kämpfen fliehen und alles zurücklassen. Der UNHCR unterstützt die vertriebenen Menschen mit lebensnotwendigen Hilfsgütern.

Wie hilft der UNHCR vor Ort?

Der UNHCR unterstützt im Jemen vor allem Binnenvertriebene, aber auch Flüchtlinge und Asylsuchende.

Hilfskonvois bringen den Menschen in den belagerten Städten und Gemeinden Hilfsgüter und sind dabei auf die Einhaltung von Feuerpausen angewiesen.

  • Plastikplanen und Reparatur-Sets
  • Schlafmatten und Decken
  • Lebensmittelhilfe, um Hunger und Mangelernährung zu stoppen
  • Trinkwasserversorgung
  • Kochutensilien
  • Hygiene-Sets und Sanitärartikel
     

Neben der Verteilung von Hilfsgütern und der Bereitstellung von Unterkünften, werden Familien auch mit sogenannter Cash-Assistance unterstützt. So können sich die Familien Brennmaterial zum Kochen und Heizen oder dringend benötigte Medikamente kaufen. Zudem fördert der UNHCR den Zugang zu medizinischer Versorgung auch um die Ausbreitung von Krankheiten wie der Cholera einzudämmen. Zudem werden landesweit Bildungsprojekte unterstützt und Lehrbücher und Schulmaterialien verteilt.

 

 

 

Junge in Trümmern

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