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Afghanistan
© UNHCR/Jim Huylebroek

Afghanistan: Vertriebene in großer Not

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Wenn Angst und Gewalt zum Alltag gehören

Stand: 02.11.2021

Afghanistan ist seit 40 Jahren von Konflikt und Vertreibung geprägt. Die Bevölkerung ist von fortlaufender Unsicherheit, Konflikten und extremen Wetterereignissen bedroht.

Mit dem Abzug der NATO- sowie US-Truppen, die in den letzen Jahren für Stabilität sorgen sollten, und der Machtübernahme durch die Taliban erleben große Teile der Bevölkerung erneut Angst und Schrecken.

Rund 3,5 Millionen Afghan*innen befinden sich derzeit innerhalb ihres Landes auf der Flucht - darunter fast 700.000 Menschen, die seit Januar 2021 geflohen sind.

Der UNHCR warnt vor einer humanitären Krise in Afghanistan, wenn der eskalierende Konflikt, die Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie eine Dürre weiteres menschliches Leid und Vertreibung von Zivilisten mit sich bringt.

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Afghanistan Nothilfe

Die neu vertriebenen Afghan*innen benötigen dringend Notunterkünfte, Nahrungsmittel, Gesundheits-, Wasser- und Sanitärversorgung sowie Bargeldhilfen. Der UNHCR ist vor Ort und hilft so gut er kann, doch die Gelder fehlen. Daher bitten wir Sie:

Bitte unterstützen Sie die UNHCR-Nothilfe in Afghanistan mit Ihrer Spende!

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Die wichtigsten Zahlen zu Flucht & Vertreibung in Afghanistan

2,6
Millionen

Flüchtlinge

2,9
Million

Binnenvertriebene bis Ende 2020

682
Tausend

neue Binnenvertriebene seit Januar 2021

Zahl der Binnenvertriebenen in Afghanistan steigt dramatisch

Politische, sicherheits- und sozioökonomische Entwicklungen sowie verheerende Dürreperioden führten in den letzten Jahren dazu, dass Ende 2020 2,9 Millionen Afghan*innen als Binnenvertriebene im eigenen Land lebten. Seit Jahresanfang setzt sich diese Entwicklung fort und es befinden sich nun über 3,5 Millionen Menschen innerhalb Afghanistans auf der Flucht. Ein Großteil von ihnen sind Frauen und Kinder. Bis zu 60 Prozent der Binnenvertriebenen sind Kinder und Jugendliche.

Traditionell werden in Afghanistan die Vertriebenen häufig von der lokalen Bevölkerung unterstützt, wobei die Binnenvertriebenen sich auf die Stammesstrukturen und die Hilfe der Familie stützen. Doch diese Unterstützung ist für viele Afghan*innen kaum noch aufrecht zu erhalten, da sie selbst in Armut leben. Mehrfache Vertreibungen sowie die COVID-Pandemie erschweren das Überleben der Binnenvertriebenen stetig.

Steigender Hilfsbedarf in Afghanistan

Bereits vor der neu eskalierenden Gewalt durch die Taliban brauchten Binnenvertriebene, Flüchtlinge und Rückkehrer*innen, sowie die Aufnahmegemeinden dringend Unterstützung. Das Leben der Menschen war und ist geprägt von:

  • Lebensmittelknappheit
  • unangemessenen Unterkünften
  • fehlendem Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und Rechtsbeistand.

Aus diesem Grund benötigt Afghanistan Unterstützung bei der Stärkung der Infrastruktur sowie der Gemeinden, in denen die Flüchtlinge leben. Nur so kann eine nachhaltige Integration oder eine freiwillige Rückführung in die Heimat gelingen.

Doch durch die neusten Entwickungen stehen insbesondere Nothilfsmaßnahmen im Fokus. Der UNHCR ist vor Ort und tut sein Möglichstes, um die verzweifelten Menschen auf der Flucht zu unterstützen. Trotz der schwierigen Sicherheitslage haben der UNHCR und seinen Partnerorganisationen weiterhin Zugang zu allen Provinzen und Hilfsprogramme laufen zurzeit in über 220 Bezirken.

Als Teil der gemeinschaftlichen UN-Hilfe hat der UNHCR seit Anfang des Jahres den akuten Hilfsbedarf der Binnenvertriebenen erhoben und daraufhin zusammen mit Partnern Nahrungsmittel, Unterkünfte, Solarlampen, Öfen, Bargeld und Hygienesets sowie andere lebensrettende Hilfe für fast 500.000 Menschen bereitgestellt.

Winterhilfe angelaufen

In einigen Regionen Afghanistans kann es im Winter bis zu -25 Grad Celsius werden. Vielen Vertirebenen fehlt es an winterfesten Unterkünften und diejienigen, die sich trauen, nach Hause zurückzukehren, finden zerstörte oder beschädigt Häuser vor, die nicht für die anstehenden Wintermonate ausreichen.

Der UNHCR hat begonnen per Luftbrücke Materialien zur Isolierung von Zelten und anderen Unterkünften aus den zentralen Warenlagern in Dubai nach Kabul einzufliegen.

Darüber hinaus werden alle möglichen Land- See- und Luftwege genutzt, um humanitäre Hilfe nach Afghanistan und in andere Länder der Region zu bringen. Auch in Termez, Usbekistan, wurden weitere Hilfsgüter bereitgestellt, die bei Bedarf per LKW nach Afghanistan transportiert werden können.

Um jedoch all diejenigen zu erreichen, die Hilfe benötigen, um den bevorstehenden harten Winter zu überstehen, werden dringend mehr Ressourcen benötigt!
Daher bitten wir Sie um Ihre Untertützung: Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende!

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Herausforderung COVID-19

In Afghanistan steht das öffentliche Gesundheitswesen vor großen Herausforderungen. Bisher sind nur etwa 4 Prozent der 40 Millionen Afghan*innen gegen COVID-19 geimpft. Viele der in den letzten Jahren zurückgekehrten Flüchtlinge leben in ärmsten Verhältnissen, ohne Möglichkeit die notwendigen Hygienemaßnahmen verfolgen zu können.

Der UNHCR unterstützt die Verteilung von notwendigem Material. Gleichzeitig wird Personal ausgebildet und Informationskampagnen für die Bevölkerung durchgeführt, um die notwendigen Hygieneregeln - Händewaschen, Abstand halten - einzuhalten.

flüchtlinge in der Corona Pandemie

Frauen in Afghanistan sind besonders bedroht

Rund 80 Prozent, der Menschen, die sich seit Ende Mai in Afghanistan auf der Flucht befinden, sind Frauen und Kinder. Ihre Lebensbedingungen sind besonders dramatisch und besorgniserregend.

Nach dem Sturz des Taliban-Regime im Jahr 2001 hatte sich die Situation der Frauen zunächst verbessert. Mädchen konnten zur Schule gehen, Frauen studieren, einen Beruf ausüben oder auch selbständig sein. Die Zahl der Uniabsolventinnen stieg stetig und Afghanistan konnte sogar eine erste Wirtschaftsministerin verabschieden. Doch die Erinnerung an die Schreckensherrschaft der Taliban war noch stets präsent – besonders bei den Frauen. Auch zwei Jahrzehnte nach Anbruch einer neuen Ära, war die Sicherheitslage der Frauen schwierig. Immer wieder wurden sie gezielt Opfer von Femiziden, sexualisierter Gewalt und Bombenangriffen. Es kam wiederholt zu Anschlägen auf Geburtsstationen und Mädchenschulen.

Seit dem Abzug der internationalen Truppen und spätestens seitdem die Taliban die Hauptstadt Kabul zurückerobert haben, fürchten die Frauen nun den Verlust ihrer Selbstbestimmung, der hart erkämpften Rechte und Freiheiten. Sie haben Angst vor sexualisierter Gewalt, bangen um die Zukunft ihrer Kinder und um ihr eigenes Leben. Die Taliban verfolgen das Ziel eines patriarchalen Gewaltsystems: eines Islamischen Afghanischen Emirates, in dem das Gesetz der Scharia gilt, in der Frauen- und auch andere Menschenrechte keine Gültigkeit mehr besitzen. Aktivist*innen oder Frauenrechtler*innen sind derzeit besonders in Gefahr. Die Frauen sind in Todesgefahr und fühlen sich alleine gelassen, wissen nicht was sie tun sollen und sind den Taliban schutzlos ausgeliefert. Sie brauchen so dringend wie nie internationale Hilfe. 

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"Das ist wichtig für uns. Mit dem Einkommen, das wir verdienen, können wir unseren Lebensunterhalt verdienen."

Die 40-jährige Khatima, Mutter und Rückkehrerin aus Pakistan, webt einen Kelimteppich. Ihre Arbeit ist eine wichtige Einnahmequelle für die Familie, da ihr Mann aufgrund gesundheitlicher Probleme kein stetiges Einkommen einbringen kann. Der UNHCR unterstützt Khatima mit Materialien für die Herstellung der Teppiche.

Wie hilft der UNHCR in Afghanistan?

Bis zur erneuten Machtübernehme durch die Taliban konnte der UNHCR in vielen verschiedenen Regionen und Bereichen die hilfsbedürftigen Vertriebenen unterstützen. Dies gehörte bis dahin zu seinen Hilfsmaßnahmen:

Der UNHCR

  • … leistet lebensrettende Nothilfe vor Ort, indem Notunterkünfte und andere Hilfsgüter zur Verfügung gestellt werden.
  • … stellt sicher, dass internationales Recht eingehalten wird und eine Rückkehr freiwillig, sicher und in Würde erfolgt.
  • ... berät die Menschen vor Ort bei rechtlichen Fragen und bietet psychosoziale Unterstützung.
  • … unterstützt in Regionen mit einer besonders hohen Zahl von Binnenvertriebene und Rückkehrer*innen, damit die Menschen sich eine eigene Lebensgrundlage aufbauen können.
  • ... verbessert den Zugang zu Gesundheitsversorgung, fördert die Schulung von Hebammen und baut 2021 neun Gesundheitskliniken, von denen mehr als 300.000 Menschen profitieren werden.
  • … fördert Bildungsmaßnahmen, z.B. durch Stipendien für ausgewählte Schüler*innen und renoviert oder baut Schulen in Gemeinden, in denen Rückkehrer oder Binnenvertriebene leben. In diesem Jahr arbeitet UNHCR an 38 Bildungsprojekten, bei denen u.a. 19 Schulen, darunter speziell zwei Mädchenschulen, gebaut werden.


In welchem Umfang diese Unterstütztung weiter fortgesetzt werden kann, hängt von den weiteren Entwicklungen und insbesondere der Sicherheitslage ab. Doch der UNHCR setzt alles daran, den verzweifelten Menschen die Hilfe zukommen zu lassen, die sie so dringend benötigen.

Afghanische Flüchtlinge in den Nachbarländern

In den letzten vier Jahrzehnten haben fast 90 Prozent der 2,6 afghanischen Flüchtlinge weltweit Schutz in Iran und Pakistan gefunden, den unmittelbaren Nachbarländern, die seit Jahrzehnten und Generationen Gastfreundschaft und eine integrative Politik betreiben.

Mehr als 1 Million afghanische Flüchtlinge in Pakistan und Iran sind Kinder unter 14 Jahren. Drei Viertel der Flüchtlinge dort sind unter 25 Jahre alt.

Die meisten Menschen, die in den letzten Monaten fliehen mussten, sind derzeit Binnenvertriebene in Afghanistan. Sie sind es, die jetzt besonders dringend Unterstützung und humanitäre Hilfe benötigen.

Unterfinanzierung der Hilfsmaßnahmen

Die Hilfen des UNHCR in Afghanistan waren in den letzten Jahren immer wieder stark unterfinanziert. Dadurch kam es immer wieder zu Einschränkung bei geplanten Projekten und Maßnahmen. Insbesondere die Bereiche Gesundheitsdienst, Schulbau und berufliche Aus- und Fortbildung, müssen immer wieder gekürzt oder ausgesetzt werden.

In 2020 musste der UNHCR bereits die Anzahl der Schulen, die beim Bau unterstützt wurden, verringern. Und auch die Unterstützung durch Bargeldhilfen und Sachleistungen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen - darunter fallen gefährdete Frauen, Überlebende von sexueller Gewalt oder Menschen mit Behinderung - musste gekürzt oder unterbrochen werden. Dies erhöht die Anfälligkeit der äußerst schutzbedürftigen Personen für Missbrauch und Ausbeutung. Aber auch Projekte in den Nachbar- und damit Aufnahmeländern sind immer wieder gefährdet. Darunter Bargeldhilfen, die medizinische Versorgung oder die Bereitstellung von Medikamenten.

Anfang des Jahres plante der UNHCR noch mit einem Bedarf von 351 Millionen US Dollar für die Hilfsmaßnahmen, die bisher nur zu 42 Prozent finanziert sind. Durch die neusten Entwicklungen ist der Hilfsbedarf noch weiter angestiegen und der UNHCR rechnet mit zusätzlichen 62,8 Millionen US Dollar, die bis Ende 2021 benötigt werden.

Um den verzweifelten Menschen helfen zu können, brauchen wir dringend Ihre Unterstützung! Gemeinsam können wir dabei helfen, dass Finanzierungslücken geschlossen werden und überlebenswichtige Projekte weiterlaufen können.

 

 

Schülerinnen in Afghanistan

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Abschiebungen nach Afghanistan

Lange galt Afghanistan für die Bundesregierung als sicheres Herkunftsland. Bis Anfang August 2021 hatte sich das Bundesinnenministerium noch für Abschiebungen nach Afghanistan ausgesprochen, da man befürchtete, Afghan*innen sonst zu „motivieren“ nach Europa zu kommen. Seit dem 12.08.2021 werden nun jedoch Abschiebungen aus Deutschland nach Afghanistan bis auf Weiteres ausgesetzt. Die Gefahr für die abzuschiebenden Menschen, sowie deren Begleiter*innen (auf eine abzuschiebende Personen kommen im Durschnitt drei Begleitpersonen), ist zu groß. Gleichzeitig plädiert nun Margaritis Schinas, der Vizepräsident der EU-Kommission, für eine schnelles Übereinkommen bei der EU-Migrationspolitik.

40 Jahre Afghanistan: Eine Chronik von Konflikt & Gewalt

Vorurteile vs. Fakten - Faktencheck zu Afghanistan

Die Entwicklungen in Afghanistan haben auch hier in Deutschland Ängste geschürt. Doch was ist dran an den Behauptungen und Fragen, die mitunter heftigst in Social Media und Co. dikskutiert werden? Lesen Sie hierzu unseren Faktencheck zu Afghanistan:

„Löst die Krise in Afghanistan eine Flüchtlingswelle wie damals in 2015 aus?"

Momentan sind 2,6 Millionen Afghan*innen auf der Flucht. Fast 90 Prozent aller Flüchtlinge aus Afghanistan finden Schutz in den Nachbarländern Iran und Pakistan. Ein relevanter Anstieg bei der Zahl der irregulären afghanischen Neuankömmlingen in der Türkei, Griechenland oder den westlichen Balkanstaaten konnte bisher nicht festgestellt werden und auch an den Grenzen zu Pakistan und dem Iran gab es keinen größeren Strom an Flüchtlingen aus Afghanistan. Die größte Herausforderung stellen derzeit vielmehr die 3,5 Millionen Afghan*innen dar, die innerhalb des Landes auf der Flucht sind.

Afghan*innen stellen zwar eine der größten Asylbewerbergruppen in Europa dar, von einer Situation wie 2015 kann jedoch bei Weitem keine Rede sein. So wurden im Jahr 2015 476.649 Asylanträge in Deutschland registriert, Hauptherkunftsland war damals Syrien. Dagegen wurden bis Juli 2021  96.528 Asylanträge in Deutschland gezählt, 48 Prozent von syrischen Staatbürger*innen und etwa 11 Prozent von Afghan*innen.

Zum Nachzulesen unter:
https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Forschung/Migrationsberichte/migrationsbericht-2015.html?nn=403964
https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Statistik/AsylinZahlen/aktuelle-zahlen-juli-2021.pdf?__blob=publicationFile&v=2

 

„Wurden nur Männer und keine Frauen und Kinder evakuiert?“

Die Evakuierung von Ortskräften in Afghanistan im August 2021wurde gerade in den Sozialen Medien kontrovers diskutiert. Auf Twitter und Telegram wurden Fotos aus Flugzeugen geteilt, auf denen angeblich nur Männer zu sehen seien. Doch dabei handelt es sich um Falschinformationen, auch Frauen und Kinder wurden evakuiert. Bei der Evakuierung von Ortskräften aus Kriegs- und Krisengebieten durch die Bundeswehr werden auch ihre Familien ausgeflogen - also auch ihre Ehepartner und minderjährige Kinder.

Ein Bild, das häufig auf Twitter geteilt wurde, zeigt einen überfüllten Innenraum einer Militärmaschine. Das Foto sollte zeigen, dass lediglich Männer evakuiert wurden, doch es wurde nur ein bestimmter Ausschnitt des Bildes gezeigt. Das Original zeigt den Innenraum der U.S. Air Force C-17 Globemaster III, das am 15. August 2021 825 Afghan*innen aus dem Land evakuierte. Im Vordergrund sind dabei auch eindeutig Frauen und Kinder zu sehen.

Ein anderes Foto zeigt angeblich zwei Flugzeuge mit männlichen afghanischen Flüchtlingen an Bord, die aus Afghanistan ausgeflogen wurden. Das Foto ist allerdings manipuliert und aus dem Kontext gezogen worden. Es handelt sich dabei um ein einzelnes Bild, das auseinandergeschnitten wurde. Die Aufnahme zeigt afghanische Flüchtlinge, die aus der Türkei ausgewiesen und zurück nach Afghanistan geflogen wurden. Das Originalbild wurde 2018 auf der Nachrichtenseite Eurasia Diary veröffentlicht.

Zum Nachlesen unter:

https://www.bundeswehr.de/de/aktuelles/meldungen/evakuierung-afghanistan 
https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/afghanistan-fotos-der-evakuierung-teils-aus-kontext-gerissen,SgRLI7i 
https://www.dvidshub.net/image/6785986/c-17-carrying-passengers-out-afghanistan 
https://correctiv.org/faktencheck/2021/08/18/nein-aus-afghanistan-werden-nicht-nur-maenner-sondern-auch-frauen-und-kinder-evakuiert/

„Wie konnten die Taliban so schnell die Macht ergreifen?“

Der schnelle Vormarsch der Taliban im August 2021 ließ bei vielen die Vermutung aufkommen, dass die afghanische Bevölkerung die radikalislamistische militärische Bewegung unterstützen muss. Gründe für den schnellen Sieg der Taliban sind jedoch andere:

  • Der schnelle Abzug der internationalen Truppen spielte eine große Rolle dabei. Die afghanische Armee wurde praktisch blind zurückgelassen – militärische Unterstützung durch Soldaten, zivile Vertragskräfte, US-Luftunterstützung und nachrichtendienstliche Aufklärung vielen plötzlich weg.
  • Die Taliban sicherte sich zudem einen wichtigen Vorteil, als sie gezielt wichtige Infrastrukturen angriffen und zu eigen machten, wie beispielsweise die Ring Road. Die Ring Road ist die wichtigste strategische Infrastruktur in Afghanistan, da sie die einzige Verbindung zwischen vielen Provinzhauptstädten ist. Bevor Kabul von den Taliban eingenommen wurde, wurden bereits viele Provinzhauptstädte wochenlang von den Taliban belagert und es kam zu einem Domino-Effekt. Durch die Besetzung der Ring Road bekamen die Verteidigungsringe um Städte keinen Nachschub mehr und konnten nicht mehr gehalten werden.
  • Gleichzeitig wurde die Taliban gestärkt, weil sie Tausende Häftlinge aus den eroberten Gefängnissen befreiten, die sie wiederum unterstützten.
  • Die Regierung und Regierungstruppen waren bereits durch Schwäche gekennzeichnet – die politischen und ethnischen Konflikte der afghanischen Gesellschaft spiegelten sich auch dort wieder. Kabul wurde schließlich kampflos von der Regierung aufgegeben, unter anderem auch, um blutige Gefechte zu verhindern.
     

Zum Nachlesen unter:

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/afghanistan-taliban-armee-staerke-ausbildung-100.html 
https://www.deutschlandfunk.de/afghanistan-welche-strategie-verfolgen-die-taliban.2897.de.html?dram:article_id=501723
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/afghanistan-taliban-armee-staerke-ausbildung-100.html

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