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Junge in Pakistan auf dem Weg zur Schule
© UNHCR/Muhammad Rahim Mirza

Afghanische Flüchtlinge in Pakistan

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Jahrzehntelange Unterstützung für Flüchtlinge

Seit mehr als 40 Jahren unterstützt die Islamische Republik Pakistan die aus dem Nachbarland Afghanistan geflohenen Menschen. Im Juli lag die Zahl der in Pakistan registrierten Flüchtlinge bei 1,45 Millionen - über 99 % von ihnen stammen aus Afghanistan. Ungefähr nochmal so viele Afghanen leben mit einem anderen Aufenthaltsstatus im Land.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Pakistan ist unter 24 Jahren und dieser Trend spiegelt sich ebenfalls in der Flüchtlingsbevölkerung wieder. Ungefähr 44 % der in Pakistan lebenden Flüchtlinge sind unter 18 Jahren.

Etwa 69 % der registrierten afghanischen Flüchtlinge leben außerhalb von Flüchtlingssiedlungen in der Stadt oder in ländlichen Gebieten in den pakistanischen Aufnahmegemeinschaften. Die pakistanischen Behörden ermöglichen den Geflüchteten Zugang zu lokalen Diensten auch im Gesundheits- und Bildungswesen, trotz der Belastung der verfügbaren Ressourcen und Infrastruktur durch eine schwache Wirtschaft und der globalen Pandemie.

1,4
Millionen

Flüchtlinge aus Afghanistan leben in Pakistan

67,7
Prozent

sind Frauen und Kinder

44
Prozent

sind minderjährig

Gefahr durch Terrorismus und Gewalt

Die Terrorgefahr im Land ist weiterhin enorm. Die von religiösen sowie separatistischen Gruppen ausgehende Gewalt richtet sich vor allem gegen den Staat sowie Infrastruktur, ethnische und religiöse Minderheiten und ihre Institutionen. Insbesondere die pakistanischen Taliban, die in die Grenzregion zu Afghanistan agieren, stellen eine große Bedrohung dar.

Aufgrund der Gewalt im Land flohen im Jahr 2020 rund 133.000 Pakistaner und mehr als 61.000 Asylsuchende beantragten Schutz in anderen Ländern.

Der Schutz von Flüchtlingen

Pakistan hat das Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge der Vereinten Nationen der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 und das Protokoll über die Rechtsstellung der Flüchtlinge von 1967 - das wichtigste völkerrechtliche Instrument für den Schutz von geflüchteten Personen - nicht unterzeichnet. Im Land gibt es keinen nationalen Rechtsrahmen zum Schutz von Flüchtlingen und kein Asylverfahren für diejenigen, die um internationalen Schutz bitten. Diese Personen fallen unter das Ausländergesetz von 1946.

Im Auftrag der pakistanischen Regierung führt der UNHCR im Rahmen seines Mandats die Anerkennung des Flüchtlingsstatus durch. Pakistan akzeptiert im Allgemeinen die Entscheidungen des UNHCR und gestattet sowohl Asylbewerbern als auch anerkannten Flüchtlingen den Aufenthalt in Pakistan, bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist.

Im Rahmen der DRIVE-Aktion (Document Renewal & Information Verification Exercise), die 2021 startete, sollen die 1,4 Millionen Flüchtlinge in Pakistan erfasst und mit neuen Identitätsdokumenten in Form einer von der pakistanischen Regierung ausgestellten biometrischen Smartcard ausgestattet werden. Die Smartcard soll als Ausweisdokument für Geflüchtete dienen und ihnen den Zugang zu Dienstleistungen erleichtern.

Die Registrierung und Austeilung von Ausweisdokumente an Flüchtlinge ist wichtig, um zukünftige Maßnahmen zur Versorgung im Land besser planen und durchführen zu können.

„Ich bin vor 40 Jahren von Kundus nach Pakistan gekommen. Ich möchte zurückkehren, aber es wird immer noch gekämpft. Hier ist jetzt meine Heimat."

Hamesha Gul, 66, über sein Leben als Flüchtling

Zugang zu Bildung

Afghanische Flüchtlingskinder sollen, wenn möglich Zugang zu nahe gelegenen pakistanischen öffentlichen Schulen erhalten, um die Einrichtung eines parallelen Bildungssystems zu vermeiden, maximal Nutzen aus vorhanden Ressourcen zu ziehen und die friedliche Koexistenz zwischen Flüchtlingen und einheimischen Kindern zu fördern. Darüber hinaus fördert der UNHCR in Flüchtlingssiedlungen Grund- und Sekundarschulen.

Der UNHCR unterstützt junge afghanische Flüchtlinge mit Hochschulstipendien im Rahmen der Deutschen Akademischen Flüchtlingsinitiative Albert Einstein (DAFI). Pakistan gehört mit zu einem der fünf Länder, in denen die meisten Flüchtlinge durch das DAFI Programm unterstützt werden. Im Jahr 2019 konnten so 537 Flüchtlinge an pakistanischen Universitäten studieren.

Gefährdung der Gesundheit

Das Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung ist im weltweiten Vergleich sehr hoch. Insbesondere Krankheiten, die über Wasser und Nahrung wie Durchfall und Hepatitis A sowie von Tieren und Insekten übertragen Krankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber sind gefährlich für die Menschen.
Auch das Coronavirus ist weit verbreitet und das Gesundheitssystem leidet unter einer hohen Anzahl an Ansteckungsfällen. Die Verteilung von Impfstoffen ist geplant, steht aber vor einer Vielzahl von Problemen, die die Impfkampagne verlangsamt.

Herausforderung COVID-19

Die COVID-19-Pandemie hat gravierende Auswirkungen auf die Lebensgrundlagen von Flüchtlingen, die hauptsächlich Tagelöhner sind. Kinder waren und sind von Schulschließungen betroffen, einige Gesundheitseinrichtungen wurden vorübergehend für Nicht-COVID-19-Patienten geschlossen. 

Im Jahr 2020 umfasste die Soforthilfe von UNHCR die Einführung von Bargeldhilfen zur Unterstützung der am stärksten gefährdeten Flüchtlingsfamilien, die die Soforthilfe der Regierung für pakistanische Bürger nachbildete. 

In öffentlichen Krankenhäusern erhielten Flüchtlinge die gleiche Behandlung wie Staatsangehörige, während UNHCR mobile Gesundheitseinheiten für abgelegene Flüchtlingsdörfer bereitstellte und die Wasser- und Sanitärversorgung in Gesundheitseinrichtungen und Schulen verbesserte. 

Was tut der UNHCR?

Der Einsatz des UNHCR in Pakistan konzentrierte sich in den ersten 25 Jahren größtenteils den Schutz der afghanischen Flüchtlinge. Die Organisation baute Flüchtlingsunterkünfte, unterstützte Neuankömmlinge, dokumentierte, registrierte und schützte Menschen.
Seit 2002 unterstützte der UNHCR die freiwillige Rückkehr von Millionen afghanischer Flüchtlinge aus Pakistan. Rund 4,4 Millionen afghanische Rückkehrer konnten bei der Rückkehr in ihre Heimat geholfen werden. Aufgrund der wachsenden Instabilität im Land sank die Zahl der Rückkehrer jedoch seit 2017 erheblich.

Der UNHCR …

  • führt das Programm zur Erneuerung von Dokumenten und Überprüfung von Informationen (DRIVE) durch,
  • unterstützt Maßnahmen im öffentlichen Gesundheits- und Bildungswesen,
  • hilft Geflüchteten, die eine sichere und freiwillige Rückkehr nach Afghanistan erwägen,
  • fördert Maßnahmen für Personen, die besonders gefährdet sind,
  • fördert Maßnahmen zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt und
  • tritt ein für Maßnahmen zur Bekämpfung von Staatenlosigkeit.

 

Afghanische Flüchtlinge

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