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(Stand: 23.9.2022)

+++ Flutkatastrophe in Pakistan +++

Nach ungewöhnlich langen und heftigen Regenfällen sind in Pakistan bereits über 1.500 Menschen durch Überschwemmungen ums Leben gekommen. 12.900 Menschen wurden als verletzt gemeldet. Insgesamt sollen mehr als 33 Millionen Menschen betroffen sein. Etwa 7,6 Millionen Menschen haben aufgrund der Überschwemmungen ihr Zuhause verloren. Die Zerstörung und der Hilfsbedarf ist enorm.
In den von der Naturkatastrophe betroffenen Bezirken benötigen mehr als 800.000 afghanische Flüchtlinge Hilfe. Drei Hilfsflüge erreichten Ende Karachi in der Provinz Sindh. Der UNHCR ist vor Ort und verteilt die Hilfsgüter an die Betroffenen.

Bitte unterstützen Sie die Nothilfe des UNHCR mit Ihrer Spende! 

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Regen und Überschwemmungen haben für Millionen von Menschen katastrophale Folgen. Wir brauchen dringend Unterstützung aus der ganzen Welt und Solidarität für Pakistan in dieser schweren Zeit.“

Filippo Grandi, Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge

Unfassbares Ausmaß der Zerstörung im ganzen Land

Die Betroffenen berichteten den UNHCR-Mitarbeiter*innen von traumatischen und erschütternden Erlebnissen, als Regen und Hochwasser ihr Hab und Gut in Minutenschnelle wegspülten. Diejenigen, die konnten, brachten sich in höher gelegene Gebiete in Sicherheit, ohne ihren Besitz retten zu können.

Die wochenlangen sintflutartigen Monsunregenfälle und die daraus resultierenden Überschwemmungen haben Verwüstungen mit sich gebracht, wie sie seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen wurden:

  • Nahezu 300.000 Häuser wurden vollständig zerstört und mehr als 650.000 durch Regenfälle und Überschwemmungen beschädigt.
  • Die Lebensgrundlage von Millionen Pakistaner*innen ist zerstört: Ernten sind vernichtet - 2 Millionen Hektar wurden in Mitleidenschaft gezogen - und etwa 735.000 Tiere sind verendet.
  • Die Monsunregenfälle und die Gletscherschmelze haben auch die Kommunikationsinfrastruktur und das Straßennetz beschädigt.
33
Millionen

Menschen sind von den Überschwemmungen betroffen.

800
Tausend

afghanische Flüchtlinge sind auf Hilfe angewiesen.

160,3
Millionen US-Dollar

benötigen die UN für Hilfsmaßnahmen.

Die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels 

Die Situation in Pakistan ist eine drastische Erinnerung an die katastrophalen Auswirkungen der globalen Klimakrise. Pakistan ist aber nicht das einzige Land oder die einzige Region, die bereits extreme Wetterereignisse, steigende Temperaturen und Vertreibung aufgrund des Klimawandels erlebt.

Die Klimakrise findet jetzt statt! Und für Millionen von Menschen ist er bereits unausweichliche Realität.

Überall auf der Welt ist das UNHCR vor Ort, um vertriebene Familien zu schützen und dabei zu helfen, dieser globalen Klimanotlage vorzubeugen, sich darauf vorzubereiten und Resilienz aufzubauen.

Die Nacht werde ich nie vergessen: innerhalb von Minuten war das Haus überflutet. Uns blieb keine Wahl, als sofort zu fliehen.

Bahadur Khan stammt aus Afghanistan und hat nun zum dritten Mal alles verloren. Mehr über ihn und die Situation der Flutopfer lesen Sie in unserem Blog:

 Zum Blog

UNHCR-Hilfe erreicht am stärksten betroffene Gebiete

Der UNHCR hat bereits in Zusammenarbeit mit anderen Partnern und unter der Leitung des pakistanischen National Disaster Management Committee (NDMA) Hilfsgüter in die am stärksten betroffenen Gebiete der Provinzen Belutschistan und Khyber Paktunkhwa geliefert.

Das UNHCR hat etwa 1,2 Millionen Hilfsgütern aus verschiedenen Lagerbeständen in der ganzen Welt sowie von lokalen Lieferanten mobilisiert, um mindestens 50.000 Haushalte zu unterstützen. Zu den Hilfsgütern gehören Zelte, Eimer,Decken, Wasserkanister, Plastikplanen, Schlafmatten, Moskitonetze, Solarlampen und Küchensets. Darüber hinaus werden etwa 2.000 Flüchtlingsunterkünfte und 12 vorgefertigte Lagerhäuser transportiert werden. Darüber hinaus lieferte der UNHCR 10.000 Säcke, um die Haushalte beim Bau von Schutzvorrichtungen um ihre Häuser herum zu unterstützen.

Bislang wurden 55 Prozent der Artikel nach Pakistan gebracht. Die ersten drei Hilfsflüge aus dem globalen Warenlager in Dubai erreichte Ende vergangener Woche Karachi in der Provinz Sindh. 16 weitere Flüge mit Hilfsgütern sind geplant.

Es werden nationale Mitarbeiterinnen mobilisiert, die sicherstellen sollen, dass auch Frauen und Kinder in den von der Flutkatastrophe betroffenen Bevölkerungsgruppen die Hilfe erhalten, die sie so dringend benötigen.

Die Hilfe des UNHCR ist ein Zeichen der Solidarität mit dem Land und seiner Bevölkerung, die seit Jahrzehnten Millionen Flüchtlinge aufgenommen haben. Es muss jedoch noch viel mehr getan werden, um Pakistan bei der Bewältigung dieser Katastrophe zu helfen.

Um mehr als fünf Millionen Menschen in den am stärksten betroffenen Gebieten unter anderem mit Nahrungsmitteln, Bildung, Unterkünften und Schutz zu helfen, wird deutlich mehr Hilfe benötigt!

Wenn Sie dieses Video abspielen, werden Informationen über Ihre Nutzung an Youtube übertragen und unter Umständen gespeichert. Weitere Infos finden Sie dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Nothilfe Pakistan

Bitte helfen Sie den Flutopfern in Pakistan mit Ihrer Spende!

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Die Hilfe kommt an - Nachrichten aus dem Katastrophengebiet

Jahrzehntelange Unterstützung für Flüchtlinge

Seit mehr als 40 Jahren unterstützt die Islamische Republik Pakistan die aus dem Nachbarland Afghanistan geflohenen Menschen. Ende 2021 lag die Zahl der in Pakistan registrierten Flüchtlinge bei 1,5 Millionen - rund 90 % von ihnen stammen aus Afghanistan. Ungefähr nochmal so viele Afghanen leben mit einem anderen Aufenthaltsstatus im Land.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Pakistan ist unter 24 Jahren. Dieser Trend spiegelt sich ebenfalls in der Flüchtlingsbevölkerung wieder. Etwa die Hälfte der in Pakistan lebenden Flüchtlinge ist unter 18 Jahren.

Der Großteil der registrierten afghanischen Flüchtlinge lebt außerhalb von Flüchtlingssiedlungen in der Stadt oder in ländlichen Gebieten in den pakistanischen Aufnahmegemeinschaften. Die pakistanischen Behörden ermöglichen den Geflüchteten Zugang zu lokalen Diensten auch im Gesundheits- und Bildungswesen, trotz der Belastung der verfügbaren Ressourcen und Infrastruktur durch eine schwache Wirtschaft und der globalen Pandemie.

1,3
Millionen

Flüchtlinge aus Afghanistan leben in Pakistan

71
Prozent

sind Frauen und Kinder

47
Prozent

sind minderjährig

Gefahr durch Terrorismus und Gewalt

Die Terrorgefahr im Land ist weiterhin enorm. Die von religiösen sowie separatistischen Gruppen ausgehende Gewalt richtet sich vor allem gegen den Staat sowie Infrastruktur, ethnische und religiöse Minderheiten und ihre Institutionen. Insbesondere die pakistanischen Taliban, die in die Grenzregion zu Afghanistan agieren, stellen eine große Bedrohung dar.

Aufgrund der Gewalt im Land flohen im Jahr 2021 rund 132.000 Pakistaner und mehr als 56.000 Asylsuchende beantragten Schutz in anderen Ländern.

Der Schutz von Flüchtlingen

Pakistan hat das Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge der Vereinten Nationen der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 und das Protokoll über die Rechtsstellung der Flüchtlinge von 1967 - das wichtigste völkerrechtliche Instrument für den Schutz von geflüchteten Personen - nicht unterzeichnet. Im Land gibt es keinen nationalen Rechtsrahmen zum Schutz von Flüchtlingen und kein Asylverfahren für diejenigen, die um internationalen Schutz bitten. Diese Personen fallen unter das Ausländergesetz von 1946.

Im Auftrag der pakistanischen Regierung führt der UNHCR im Rahmen seines Mandats die Anerkennung des Flüchtlingsstatus durch. Pakistan akzeptiert im Allgemeinen die Entscheidungen des UNHCR und gestattet sowohl Asylbewerbern als auch anerkannten Flüchtlingen den Aufenthalt in Pakistan, bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist.

Im Rahmen der DRIVE-Aktion (Document Renewal & Information Verification Exercise), die 2021 startete, sollen die 1,5 Millionen Flüchtlinge in Pakistan erfasst und mit neuen Identitätsdokumenten in Form einer von der pakistanischen Regierung ausgestellten biometrischen Smartcard ausgestattet werden. Die Smartcard soll als Ausweisdokument für Geflüchtete dienen und ihnen den Zugang zu Dienstleistungen erleichtern.

Die Registrierung und Austeilung von Ausweisdokumente an Flüchtlinge ist wichtig, um zukünftige Maßnahmen zur Versorgung im Land besser planen und durchführen zu können.

Ich bin vor 40 Jahren von Kundus nach Pakistan gekommen. Ich möchte zurückkehren, aber es wird immer noch gekämpft. Hier ist jetzt meine Heimat."

Hamesha Gul, 66, über sein Leben als Flüchtling

Zugang zu Bildung

Afghanische Flüchtlingskinder sollen, wenn möglich Zugang zu nahe gelegenen pakistanischen öffentlichen Schulen erhalten, um die Einrichtung eines parallelen Bildungssystems zu vermeiden, maximal Nutzen aus vorhanden Ressourcen zu ziehen und die friedliche Koexistenz zwischen Flüchtlingen und einheimischen Kindern zu fördern. Darüber hinaus fördert der UNHCR in Flüchtlingssiedlungen Grund- und Sekundarschulen.

Der UNHCR unterstützt junge afghanische Flüchtlinge mit Hochschulstipendien im Rahmen der Deutschen Akademischen Flüchtlingsinitiative Albert Einstein (DAFI). Pakistan gehört mit zu einem der fünf Länder, in denen die meisten Flüchtlinge durch das DAFI Programm unterstützt werden. Im Jahr 2019 konnten so 537 Flüchtlinge an pakistanischen Universitäten studieren.

Gefährdung der Gesundheit

Das Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung ist im weltweiten Vergleich sehr hoch. Insbesondere Krankheiten, die über Wasser und Nahrung wie Durchfall und Hepatitis A sowie von Tieren und Insekten übertragen Krankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber sind gefährlich für die Menschen.
Auch das Coronavirus ist weit verbreitet und das Gesundheitssystem leidet unter einer hohen Anzahl an Ansteckungsfällen. Die Verteilung von Impfstoffen ist geplant, steht aber vor einer Vielzahl von Problemen, die die Impfkampagne verlangsamt.

Was tut der UNHCR?

Der Einsatz des UNHCR in Pakistan konzentrierte sich in den ersten 25 Jahren größtenteils auf den Schutz der afghanischen Flüchtlinge. Die Organisation baute Flüchtlingsunterkünfte, unterstützte Neuankömmlinge, dokumentierte, registrierte und schützte Menschen.
Seit 2002 unterstützte der UNHCR die freiwillige Rückkehr von Millionen afghanischer Flüchtlinge aus Pakistan. Rund 4,4 Millionen afghanische Rückkehrern konnte bei der Rückkehr in ihre Heimat geholfen werden. Aufgrund der wachsenden Instabilität im Land sank die Zahl der Rückkehrer jedoch seit 2017 erheblich.

Der UNHCR …

  • führt das Programm zur Erneuerung von Dokumenten und Überprüfung von Informationen (DRIVE) durch,
  • unterstützt Maßnahmen im öffentlichen Gesundheits- und Bildungswesen,
  • hilft Geflüchteten, die eine sichere und freiwillige Rückkehr nach Afghanistan erwägen,
  • fördert Maßnahmen für Personen, die besonders gefährdet sind,
  • fördert Maßnahmen zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt und
  • tritt ein für Maßnahmen zur Bekämpfung von Staatenlosigkeit.

 

Afghanische Flüchtlinge

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