UNHCR Fahne
© UNHCR/Howard J.Davies
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Gremien und Geschäftsführung der UNO-Flüchtlingshilfe

Dem Flüchtlingsschutz verpflichtet

Die UNO-Flüchtlingshilfe ist ein eingetragener und gemeinnütziger Verein. Der Vorstand sowie der fachlich-beratende Aufsichtsrat sind ehrenamtlich tätig. Die Führung der laufenden Geschäfte des Vereins ist einer hauptamtlichen Geschäftsführung übertragen. 

Vorstand und Aufsichtsrat

Bei der letzten Mitgliederversammlung am 15. Juni 2026 wurden gewählt:

Geschäftsführender Vorstand

Dr. Ricarda Brandts - Vorsitzende

Im Juni 2022 wurde Dr. Ricarda Brandts zur Vorstandsvorsitzenden der UNO-Flüchtlingshilfe gewählt. Bis Mai 2021 war sie Präsidentin des Verfassungsgerichtshofes und des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen. Ihre richterliche Laufbahn begann sie am Sozialgericht Dortmund und wurde dort – unter anderem nach einer Abordnung an das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen – später Präsidentin. Es folgten Stationen als Vizepräsidentin des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen in Essen, als Richterin am Bundessozialgericht in Kassel und als Präsidentin des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen von November 2010 bis Februar 2013.  

„Die menschlichen Schicksale hinter der traurigen Zahl von mehr als 120 Millionen Flüchtlingen weltweit sind Grund für Anteilnahme und die Übernahme von Verantwortung zugleich. Ich möchte dabei helfen, diesen Menschen auch über die Grenzen von Deutschland und Europa hinaus Schutz zu bieten, ihnen ein würdiges Dasein zu ermöglichen sowie über Flucht und Vertreibung aufzuklären.“

Günter Burkhardt - Stellvertretender Vorstandsvorsitzender

Günter Burkhardt ist Gründungsmitglied und war lange Jahre Geschäftsführer der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl. Außerdem ist er Mitbegründer und Stiftungsvorstand der Stiftung Pro Asyl. Beide Organisationen haben zum Ziel, Flüchtlings- und Menschenrechte zu fördern und Flüchtlingen und Asylsuchenden die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen.

„Flüchtlingsrechte sind Menschenrechte. Der UNHCR ist von den Vereinten Nationen eingesetzt, um diese zu schützen. Es ist mir ein Anliegen, dass Menschen- und Flüchtlingsrechte nicht nur in Deutschland oder an Europas Außengrenzen gelten. Die Genfer Flüchtlingskonvention muss weltweit auch in der Praxis umgesetzt werden: Nirgendwo auf der Welt darf ein Schutzsuchender an einer Grenze ohne Prüfung der Fluchtgründe in eine Gefahrensituation zurückgewiesen werden.“

Dietrich Suhlrie - Stellvertrender Vorstandsvorsitzender

Nach einer mehrjährigen Tätigkeit im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit in Westafrika und als Projektverantwortlicher in der KfW war Dietrich Suhlrie seit 2010 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2022 Mitglied im Vorstand der NRW.BANK, dort verantwortlich u.a. für Finanzen, IT und Operations. Seit 2018 engagagiert er sich ehrenamtlich im Kuratorium der UNO-Flüchtlingshilfe Stiftung.

"Flucht und Vertreibung zieht unsägliches Leid und Elend nach sich. Wir dürfen nicht untätig zuschauen und sollten helfen, wo und wie wir können.“

Weitere berufene Vorstände (ohne Vertretungsberechtigung) 

Serdar Yüksel

Serdar Yüksel war von 2010 bis 2025 Landtagsabgeordneter (SPD) in Nordrhein-Westfalen, und fungierte dort unteranderem als Vorsitzender des dortigen Petitionsausschusses. Seit 2025 ist er über das Direktmandat des Wahlkreises Bochum I Mitglied des Deutschen Bundestages. 

Er engagiert sich darüber hinaus in verschiedenen Organisationen: als Mitglied bei Ver.di, Vorstandsmitglied des Aktuellen Forums, Kuratoriumsmitglied bei der Stiftung Entwicklung und Frieden sowie als Vorsitzender der Arbeitswohlfahrt Ruhr-Mitte. Serdar Yüksel gehört außerdem zu den Mitinitiatoren des „Flüchtlingsdorf Ruhrgebiet/NRW“ im Nord-Irak.

„In einer globalisierten Welt reicht es nicht aus, nur auf die Gesellschaft zu schauen, in der wir selbst leben. Mit dieser einfachen und doch so wichtigen Einsicht werde ich tagtäglich konfrontiert. Die Fragen nach globaler Gerechtigkeit und internationaler Verantwortung stellen sich immer dringender und verlangen von uns allen, einen Beitrag zur Lösung der globalen Herausforderungen zu leisten. Die UNO Flüchtlingshilfe leistet hier einen wichtigen Beitrag, um unserer Verantwortung in der Welt gerecht zu werden.“

Dr. Silke Köser

Dr. Silke Köser ist Personal- und Managementberaterin mit Schwerpunkt auf die Besetzung von Top-Management-Positionen in Diakonie, Kirche und Sozialwirtschaft. Sie begleitet Auswahlprozesse von der Anforderungsanalyse bis zur Einarbeitung und engagiert sich im Aufbau nachhaltiger Management-Netzwerke. Ihr Schwerpunkt liegt auf der ganzheitlichen Beratung gemeinnütziger Organisationen. 

Zuvor war sie 12 Jahre in unterschiedlichen Rollen bei einem Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege und von 2015 bis 2022 verantwortete sie die Fort- und Weiterbildung für Führungskräfte im Bereich Sozial- und Personalmanagement an der Führungsakademie für Kirche und Diakonie. Mit großer Freude bringt sie Menschen und Organisationen zusammen und ist eine leidenschaftliche Netzwerkerin. 

„In den aktuellen gesellschaftlichen Debatten erscheint es mir wichtiger denn je, mich für den Schutz und die Unterstützung von Menschen auf der Flucht einzusetzen und die Rahmenbedingungen dafür zu gestalten.“

 

Aufsichtsrat

Bernhard von Grünberg

Bernhard von Grünberg war von 2000–2005 und 2010–2017 Landtagsabgeordneter (SPD) in Nordrhein-Westfalen. Der Volljurist engagiert sich zudem ehrenamtlich: er war Vorsitzender des Mieterbundes NRW und ist aktuell Vorsitzender des Mieterbundes Bonn/ Rhein- Sieg/Ahr sowie aktiv im Kulturforum Türkei Deutschland, etwa beim „Rechtshilfefond für politisch Verfolgte in und aus der Türkei“. Er war mehrere Jahre Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung und zudem Mitinitiator sowie langjähriger Vorsitzender der Aktion Courage. 2009 erhielt er für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

"Es ist beeindruckend, wie viele Menschen in Deutschland sich für Flüchtlinge stark machen und die UNO-Flüchtlingshilfe unterstützen. Das lohnt sich weiter zu erzählen."

Katharina Thote

Katharina Thote ist die Vertreterin des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) in Deutschland. Seit mehr als 20 Jahren ist Frau Thote für den UNHCR im Einsatz, unter anderem in Eritrea, Mauretanien, Guinea, Kolumbien und am Hauptsitz des UNHCR in Genf. Zuletzt war sie Head of Operational and Partnership Management in Genf und so mit der weltweiten Koordinierung mit verschiedenen Partnern des UN-Flüchtlingshilfswerks betraut.

„Mehr als 100 Millionen Menschen auf der Welt sind aus ihrer Heimat vertrieben. Sie alle brauchen Schutz und Solidarität. Dass sich so viele Menschen in Deutschland mit ihrer Spende genau dafür einsetzen, ermöglicht es uns bei UNHCR, dort zu helfen, wo es am dringendsten nötig ist. Die UNO-Flüchtlingshilfe ist für den UNHCR ein wichtiger Partner – auch wenn es darum geht, hier in Deutschland Aufmerksamkeit und Verständnis für die Situation von Flüchtlingen weltweit zu schaffen.“

 

Berivan Aymaz

Berivan Aymaz studierte Rechtswissenschaften an der Universität Köln und Politikwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen, ohne Hochschulabschluss. Anschließend war sie als freiberufliche Übersetzerin und Moderatorin tätig. Später arbeitete sie als Referentin und Projektleiterin in verschiedenen Menschenrechts- und Migrantenorganisationen. Im Jahr 2009 wurde sie Mitglied der Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, später Mitglied des Rates der Stadt Köln. Seit 2017 ist sie Landtagsabgeordnete und wurde 2022 zur Vizepräsidentin des Landtags Nordrhein-Westfalen gewählt. Von 2017-2022 war sie Sprecherin für Flüchtlingspolitik, Migration und Internationales der Grünen Landtagsfraktion, seit 2022 ist sie Sprecherin für Europa, Internationales und Eine Welt.

„Der globale Einsatz für sozial-ökologische Gerechtigkeit und den Schutz universeller Menschenrechte liegt mir sehr am Herzen, denn jeder Mensch hat ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit und Sicherheit. Bei weltweit zunehmenden Fluchtbewegungen aufgrund von Krieg, Verfolgung, Gewalt und nicht zuletzt von Klimafolgen müssen wir mit aller Sorgfalt die Rechte von Menschen auf der Flucht – insbesondere von Frauen und Kindern – schützen und gewährleisten. Die UN-Flüchtlingskonvention sollte uns dabei ein unabrückbarer Kompass sein, gerade auch in Zeiten des Wiedererstarkens von Nationalismus. Vor diesem Hintergrund engagiere ich mich für die so elementare Arbeit der UNO-Flüchtlingshilfe.“

Dr. Tim Hector

Dr. Tim Hector ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich „Medien der Kooperation“ an der Universität Siegen. 2013-2018 war er Mitglied des Präsidiums des Wikimedia Deutschland e.V., davon vier Jahre als Vorsitzender, 2016-2020 außerdem beratendes Mitglied des Board-Governance-Ausschusses des Kuratoriums der Wikimedia Foundation in San Francisco. Bei der UNO-Flüchtlingshilfe war er bereits von 2016-2022 als Rechnungsprüfer engagiert. Er interessiert sich für die Digitalisierung als gesellschaftliche Herausforderung, insbesondere für den wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Sektor. Hector studierte Germanistik, Politikwissenschaft und Bildungswissenschaften in Münster und Bonn und wurde 2024 in Siegen promoviert.

„Flüchtlingsarbeit setzt gute Strukturen voraus. Als Aufsichtsratsmitglied bei der UNO-Flüchtlingshilfe kann ich meine Erfahrungen einbringen und damit dazu beitragen, dass die Menschen, die weltweit vor Gewalt und Krieg fliehen müssen, Schutz und Sicherheit bekommen.“

Dr. Kolja Naumann

Dr. Kolja Naumann ist seit Januar 2023 Richter am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Nach dem Abschluss seiner juristischen Ausbildung begann er seine richterliche Laufbahn im Oktober 2010 bei dem Verwaltungsgericht Köln; zeitweise war er
an das Justizministerium NRW und als wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Bundesverfassungsgericht abgeordnet. Bei Letzterem war er in dem für das Asyl- und Aufenthaltsrecht zuständigen Dezernat tätig. Bis zu seiner Ernennung zum Bundesrichter
war er ab 1. März 2018 Richter am Oberverwaltungsgericht NRW in Münster. Er ist regelmäßiger Referent zu asylrechtlichen Themen, Mitautor juristischer Kommentare des Aufenthaltsgesetzes und Teil der Tagungsleitung der Hohenheimer Tage für Migrationsrecht.

„Vor Verfolgung und Krieg Flüchtende zu schützen, ist ein zentrales menschenrechtliches Versprechen. Dass dieses weltweit und auch unabhängig von kurzzeitiger medialer Aufmerksamkeit erfüllt wird, ist die herausfordernde Aufgabe des UNHCR und der UNO-Flüchtlingshilfe als seines deutschen Partners. Hierzu einen Beitrag zu leisten, ist meine Motivation für die Bereitschaft, im Aufsichtsrat der UNO-Flüchtlingshilfe mitzuarbeiten."

Nationale Direktion

Mark Ankerstein - Nationaler Direktor

Nach einer Ausbildung zum Kaufmann in einer Presseagentur sowie einem Studienabschluss als Kommunikationswirt, war Ankerstein viele Jahre in der Marketing-Kommunikationsbranche tätig, unter anderem als Geschäftsführer bei BBDO und als Mitinhaber der Trio-Group & Kölner. 2013 wechselte er bewusst in den Non-Profit-Sektor. Dort übernahm er Führungspositionen, etwa als Abteilungsleiter bei der Welthungerhilfe, geschäftsführender Vorstand von Opportunity International Deutschland & Schweiz sowie als Geschäftsbereichsleiter bei der Christoffel Blindenmission. Zuletzt war er selbstständig als Unternehmensberater und Dozent für Marketing-Kommunikation tätig und engagierte sich ehrenamtlich als Aufsichtsratsmitglied der CBM East- and South Africa.

„Der Schutz von Geflüchteten ist eine der dringendsten humanitären Aufgaben – und wird immer wichtiger. Ich freue mich, bei der UNO-Flüchtlingshilfe als Partner des UNHCR mitzugestalten: für weltweite Hilfe und Projekte für Geflüchtete in Deutschland. Die Organisation steht für konkrete Unterstützung und Fakten statt Fake News – ich bin stolz, Teil davon zu sein."

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