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Mann im Jemen auf Trümmern
© UNHCR/S.Bahulais

Flüchtlingszahlen

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Zahlen & Fakten zu Menschen auf der Flucht

Die Zahl der Menschen, die weltweit vor Krieg, Konflikten und Verfolgung fliehen, war noch nie so hoch wie heute. Ende 2020 lag die Zahl der Menschen, die aufgrund von Verfolgung, Konflikten, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen weltweit auf der Flucht waren, bei 82,4 Millionen - das sind 4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. 2020 ist das neunte Jahr in Folge, in dem diese Zahl der weltweiten Flucht von Menschen gestiegen ist.

Die Zahl der Flüchtlinge, die in Deutschland leben, liegt bei 1,2 Millionen. (Global Trends Report 2020)  Die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland gibt der UNHCR für 2020 mit 243.156 Menschen an.

86 Prozent der Flüchtlinge leben in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen oder Ländern, die an Krisengebiete grenzen. Die am wenigsten entwickelten Länder haben 27 Prozent aller Flüchtlinge aufgenommen.

Flüchtlinge

Die Anzahl der Flüchtlinge ist mit 26,4 Millionen erneut gestiegen. 20,7 Millionen Flüchtlinge stehen unter dem UNHCR-Mandat - 5,7 Millionen sind palästinensische Flüchtlinge, die von UNRWA (United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East) betreut werden. Dazu kommen 3,9 Millionen Venezolaner*innen, die aus ihrem Heimatland geflohen sind und sich einer flüchtlingsähnlichen Situation befinden.

Mehr als zwei Drittel der Flüchtlinge und ins Ausland vertriebenen Venezolaner*innen kommen aus nur 5 Ländern: Syrien bleibt weltweit das größte Herkunftsland von Flüchtlingen (6,7 Millionen), gefolgt von Venezuela, Afghanistan, Südsudan und Myanmar.
Aber auch in vielen anderen Ländern kam es zu tausendfachem Flüchtlingselend. Der Hunger im Osten Afrikas und im Jemen, Kämpfe im Irak, der Zentralafrikanischen Republik, Burundi, der Ukraine zwingen viele Millionen Menschen zur Flucht.

Warum werden Geflüchete aus Venezuela separat aufgeführt?

"Venezolaner*innen außerhalb ihres Landes auf der Flucht" bezieht sich auf Personen venezolanischen Ursprungs, die in dem Land, in dem sie sich aufhalten, keinen Asylantrag gestellt haben. Damit sind sie formell gesehen keine Asylsuchenden und auch keine Flüchtlinge. Unabhängig von ihrem Status benötigen sie aber wahrscheinlich internationalen Schutz, dürfen u.a. nicht zur Rückkehr gezwungen werden und brauchen Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und Unterstützung.

Flüchtlingskinder brauchen besonderen Schutz

42 Prozent der Vertriebenen sind Mädchen und Jungen unter 18 Jahren. Kinder, die allein auf der Flucht sind, sind ganz besonders gefährdet.

Der UNHCR hat es sich zum Ziel gemacht, ein verstärktes Bewusstsein für die Bedürfnisse und Rechte der Kinder zu schaffen. Denn viele Krisen dauern über Jahre an. Nach schätzungen von UNHCR wurden zwischen 2018 und 2020 fast eine Million Kinder als Flüchtling geboren. Viele von ihnen werden noch jahrelang Flüchtlinge bleiben. 

Mehr zum Thema Flüchtlingskinder

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Woher kommen die meisten Flüchtlinge

Die meisten Flüchtlinge leben in armen Ländern

86 Prozent der Flüchtlinge und vertriebenen Venezolaner*innen weltweit lebten Ende 2020 in Staaten mit niedrigen oder mittleren Einkommen. Dies liegt unter anderem an dem fehlenden internationalen Konsens, wenn es um das Thema Aufnahme von Flüchtlingen geht.

Etwa zwei Drittel der Flüchtlinge lebt in Städten oder rund um Städte.

Etwa 80 Prozent aller Vertriebenen leben in Regionen, in denen akute Ernährungsunsicherheit und Unterernährung herrscht.

Staaten und Gemeinden, die Flüchtlinge und andere aus ihrer eigentlichen Heimatregion geflohene Menschen unterstützen, brauchen darum eine robuste finanzielle Ausstattung und Hilfe. Deren Fehlen kann Instabilität herbeiführen und hat Konsequenzen für lebenssichernde humanitäre Hilfe oder löst Weiterwanderung aus.

Zur Situation am Mittelmeer

 

Flucht und Vertreibung weltweit

Die fünf größten Herkunftsländer von Flüchtlingen

Syrien - 6,7 Millionen
Venezuela - 3,9 Millionen
Afghanistan - 2,6 Millionen
Südsudan - 2,2 Millionen
Myanmar - 1,1 Millionen

Die fünf größten Aufnahmeländer von Flüchtlingen

Türkei - 3,6 Millionen
Kolumbien - 1,8 Millionen
Pakistan - 1,4 Millionen
Uganda - 1,4 Millionen
Deutschland - 1,1 Millionen

Die fünf Länder mit den meisten Binnenvertriebenen

Kolumbien - 8,3 Millionen
Syrien - 6,7 Millionen
DR Kongo - 5,2 Millionen
Jemen - 4 Millionen
Somalia - 3 Millionen

Alle Informationen und Zahlen stammen aus dem UNHCR-Report "Global Trends 2020".
Der UNHCR-Report "Global Trends" wird jedes Jahr zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni herausgegeben und bezieht sich auf Zahlen, die bis Ende Dezember des Vorjahres erfasst wurden.

Global-Trends 2020

Binnenvertriebene und Asylsuchende

Die Zahl der Menschen, die innerhalb ihres Heimatlandes geflohen sind, ist auf 48 Millionen gestiegen. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 2,3 Millionen Menschen mehr. Kolumbien, Syrien, die Sahelzone, der Jemen und die Demokratische Republik Kongo stehen weiterhin an der Spitze jener Staaten, die von Binnenflucht und –vertreibung betroffen sind.

Ende 2020 hatte sich die Zahl derjenigen, die auf eine Entscheidung ihres Asylgesuches warteten, weltweit mit 4,2 Millionen nicht verändert. Gleichzeitig gab es, wohl auf Grund der Corona-Pandemie, weltweit etwa eine Millionen weniger individuelle Asylanträge als im Vorjahr (insg. 1,3 Millionen).

Vertreibung betrifft aktuell nicht nur viel mehr Menschen, sondern sie ist auch kein kurzfristiges und vorübergehendes Phänomen mehr. Wir brauchen eine grundlegend neue und positivere Haltung gegenüber allen, die fliehen – gepaart mit einem viel entschlosseneren Bestreben, Konflikte, die jahrelang andauern und die Ursache dieses immensen Leidens sind, zu lösen.

Filippo Grandi, Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge

Rückkehr - Resettlement

Leider sank die Zahl derjenigen Flüchtlinge und Binnenvertriebene, die ihre Lebenssituation durch die Rückkehr oder ein Resettlement-Programme in Drittstaaten verbessern konnten erheblich. Die Zahl der Flüchtlinge, die dank des Ressettlement-Programms Schutz in einem Drittland fanden, sank dabei dramatisch auf 34.400 Menschen (2019: 107.800). Dies ist der niedrigste Wert in den letzten 20 Jahren. Auch dies ist u.a. auf die Corona-Pandemie zurückzuführen.

33.800 Flüchtlinge erhielten die Staatsbürgerschaft ihres Aufnahmelandes.

Etwa 251.000 Flüchtlinge (2019: 317.200) konnten in ihr Heimatland zurückkehren, zudem rund 3,2 Millionen Binnenvertriebene (2019: 5,3 Mio) in ihre jeweiligen Heimatregionen.  – wenngleich viele von ihnen keineswegs unter idealen Bedingungen und mit unsicheren Zukunftsaussichten.

Ausgewählte Fakten

  • Ende 2020 waren 82,4 Millionen Menschen auf der Flucht. Dies ist die höchste Zahl, die jemals von UNHCR verzeichnet wurde und entspricht einem Prozent der Weltbevölkerung!
  • 73 % der Flüchtlingen leben im Nachbarland ihres Heimatstaates.
  • 42 % der Flüchtlinge weltweit sind unter 18 Jahren.
  • Rund 3,4 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene konnten 2020 in ihre Heimat zurückkehren.
  • 86 % der Flüchtlinge leben in Entwicklungsländern.
  • 80 % aller Vertriebenen leben in Regionen, in denen akute Ernährungsunsicherheit und Unterernährung herrscht.


(Zahlen bis Ende 2020, UNHCR-Global-Trends-Report)

Flüchtlinge kommen an Mittelmeerküste an

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