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Mann im Jemen auf Trümmern
© UNHCR/S.Bahulais

Flüchtlingszahlen

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Zahlen & Fakten zu Menschen auf der Flucht

Die Zahl der Menschen, die weltweit vor Krieg, Konflikten und Verfolgung fliehen müssen, war noch nie so hoch wie heute. 

Laut dem "Global Trends Report" von UNHCR waren Ende 2020 82,4 Millionen Menschen auf der Flucht. Doch die Zahlen steigen kontinuierlich weiter an. Mitte 2021 - so schätzt der UNHCR in seinem Bericht "Mid-Year-Trends 2021", der im November 2021 erschien - lag die Zahl der Geflüchteten weltweit bereits bei mehr als 84 Millionen. Unter ihnen 26,6 Millionen Flüchtlinge, 4,4 Millionen Asylsuchende und schätzungsweise fast 51 Millionen Binnenvertriebene.

1
Millionen

Kinder wurden von 2018-2020 als Flüchtlinge geboren.

73
Prozent

aller Flüchtlinge leben in den Nachbarländern.

1,4
Millionen

Flüchtlinge & Asylsuchende lebten Ende 2020 in Deutschland.

Flüchtlinge

Die Anzahl der Flüchtlinge ist bis Mitte 2021 auf 26,6 Millionen gestiegen. 20,8 Millionen Flüchtlinge stehen unter dem UNHCR-Mandat - 5,7 Millionen sind palästinensische Flüchtlinge, die von UNRWA (United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East) betreut werden. Dazu kommen 3,9 Millionen Venezolaner*innen, die aus ihrem Heimatland geflohen sind und sich einer flüchtlingsähnlichen Situation befinden.

Mehr als zwei Drittel der Flüchtlinge und ins Ausland vertriebenen Venezolaner*innen kommen aus nur 5 Ländern: Syrien bleibt weltweit das größte Herkunftsland von Flüchtlingen, gefolgt von Venezuela, Afghanistan, Südsudan und Myanmar.
Aber auch in vielen anderen Ländern kam es zu tausendfachem Flüchtlingselend. Der Hunger im Osten Afrikas und im Jemen, Kämpfe im Irak, der Zentralafrikanischen Republik, Burundi, der Ukraine zwingen viele Millionen Menschen zur Flucht.

Warum werden Geflüchete aus Venezuela separat aufgeführt?

"Venezolaner*innen außerhalb ihres Landes auf der Flucht" bezieht sich auf Personen venezolanischen Ursprungs, die in dem Land, in dem sie sich aufhalten, keinen Asylantrag gestellt haben. Damit sind sie formell gesehen keine Asylsuchenden und auch keine Flüchtlinge. Unabhängig von ihrem Status benötigen sie aber wahrscheinlich internationalen Schutz, dürfen u.a. nicht zur Rückkehr gezwungen werden und brauchen Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und Unterstützung.

Flüchtlingskinder brauchen besonderen Schutz

Über 42 Prozent der Vertriebenen sind Mädchen und Jungen unter 18 Jahren. Kinder, die allein auf der Flucht sind, sind ganz besonders gefährdet.

Der UNHCR hat es sich zum Ziel gemacht, ein verstärktes Bewusstsein für die Bedürfnisse und Rechte der Kinder zu schaffen. Denn viele Krisen dauern über Jahre an. Nach Schätzungen von UNHCR wurden zwischen 2018 und 2020 fast eine Million Kinder als Flüchtling geboren. Viele von ihnen werden noch jahrelang Flüchtlinge bleiben. 

Bitte helfen Sie uns, diesen Kindern und ihren Familien eine bessere Zukunft zu ermöglichen!

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Woher kommen die meisten Flüchtlinge

Die meisten Flüchtlinge leben in armen Ländern

86 Prozent der Flüchtlinge und vertriebenen Venezolaner*innen weltweit lebten Ende 2020 in Staaten mit niedrigen oder mittleren Einkommen. Dies liegt unter anderem an dem fehlenden internationalen Konsens, wenn es um das Thema Aufnahme von Flüchtlingen geht.

Etwa zwei Drittel der Flüchtlinge lebt in Städten oder rund um Städte.

Etwa 80 Prozent aller Vertriebenen leben in Regionen, in denen akute Ernährungsunsicherheit und Unterernährung herrscht.

Staaten und Gemeinden, die Flüchtlinge und andere aus ihrer eigentlichen Heimatregion geflohene Menschen unterstützen, brauchen darum eine robuste finanzielle Ausstattung und Hilfe. Deren Fehlen kann Instabilität herbeiführen und hat Konsequenzen für lebenssichernde humanitäre Hilfe oder löst Weiterwanderung aus.

Zur Situation am Mittelmeer

 

Flucht und Vertreibung weltweit (2020)

Die fünf größten Herkunftsländer von Flüchtlingen

Syrien - 6,7 Millionen
Venezuela - 3,9 Millionen
Afghanistan - 2,6 Millionen
Südsudan - 2,2 Millionen
Myanmar - 1,1 Millionen

Die fünf größten Aufnahmeländer von Flüchtlingen

Türkei - 3,6 Millionen
Kolumbien - 1,8 Millionen
Pakistan - 1,4 Millionen
Uganda - 1,4 Millionen
Deutschland - 1,1 Millionen

Die fünf Länder mit den meisten Binnenvertriebenen

Kolumbien - 8,3 Millionen
Syrien - 6,7 Millionen
DR Kongo - 5,2 Millionen
Jemen - 4 Millionen
Somalia - 3 Millionen

Alle Informationen und Zahlen stammen aus dem UNHCR-Report "Global Trends 2020".
Der UNHCR-Report "Global Trends" wird jedes Jahr zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni herausgegeben und bezieht sich auf Zahlen, die bis Ende Dezember des Vorjahres erfasst wurden.

Global-Trends 2020

Binnenvertriebene und Asylsuchende

Die Zahl der Menschen, die innerhalb ihres Heimatlandes geflohen sind, lag Ende 2020 bei 48 Millionen. Laut den UNHCR Mid-Year Trends 2021 von November 2021 wird jedoch geschätzt, dass sechs Monate später (Juni 2021) die Zahl der Binnenvertriebenen auf fast 50,9 Millionen weltweit gestiegen ist. Kolumbien, Syrien, die Demokratische Republik Kongo, der Jemen und Äthiopien stehen weiterhin an der Spitze jener Staaten, die von Binnenflucht und –vertreibung am stärksten betroffen sind. Und der Trend hält auch in der zweiten Jahreshälfte in 2021 an - nicht zuletzt durch die aktuelle Krise in Afghanistan.

Ende 2020 hatte sich die Zahl derjenigen, die auf eine Entscheidung ihres Asylgesuches warteten, weltweit mit 4,2 Millionen nicht verändert. Gleichzeitig gab es, wohl auf Grund der Corona-Pandemie, weltweit etwa eine Million weniger individuelle Asylanträge als im Vorjahr (insg. 1,3 Millionen).

Vertreibung betrifft aktuell nicht nur viel mehr Menschen, sondern sie ist auch kein kurzfristiges und vorübergehendes Phänomen mehr. Wir brauchen eine grundlegend neue und positivere Haltung gegenüber allen, die fliehen – gepaart mit einem viel entschlosseneren Bestreben, Konflikte, die jahrelang andauern und die Ursache dieses immensen Leidens sind, zu lösen.

Filippo Grandi, Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge

Rückkehr - Resettlement

Leider sank die Zahl derjenigen Flüchtlinge und Binnenvertriebene, die ihre Lebenssituation durch die Rückkehr oder ein Resettlement-Programme in Drittstaaten verbessern konnten, in 2020 erheblich. Die Zahl der Flüchtlinge, die dank des Ressettlement-Programms Schutz in einem Drittland fanden, sank dabei dramatisch auf 34.400 Menschen (2019: 107.800). Dies ist der niedrigste Wert in den letzten 20 Jahren. Auch dies ist u.a. auf die Corona-Pandemie zurückzuführen.

33.800 Flüchtlinge erhielten die Staatsbürgerschaft ihres Aufnahmelandes.

Etwa 251.000 Flüchtlinge (2019: 317.200) konnten 2020 in ihr Heimatland zurückkehren, zudem rund 3,2 Millionen Binnenvertriebene (2019: 5,3 Mio) in ihre jeweiligen Heimatregionen - wenngleich viele von ihnen keineswegs unter idealen Bedingungen und mit unsicheren Zukunftsaussichten.

Ausgewählte Fakten

  • Ende 2020 waren 82,4 Millionen Menschen auf der Flucht. Dies ist die höchste Zahl, die jemals von UNHCR verzeichnet wurde und entspricht einem Prozent der Weltbevölkerung!
  • 73 % der Flüchtlingen leben im Nachbarland ihres Heimatstaates.
  • 42 % der Flüchtlinge weltweit sind unter 18 Jahren.
  • Rund 3,4 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene konnten 2020 in ihre Heimat zurückkehren.
  • 86 % der Flüchtlinge leben in Entwicklungsländern.
  • 80 % aller Vertriebenen leben in Regionen, in denen akute Ernährungsunsicherheit und Unterernährung herrscht.


(Zahlen bis Ende 2020, UNHCR-Global-Trends-Report)

Flüchtlinge kommen an Mittelmeerküste an

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