Kongo
© UNHCR/Michele Sibiloni

Flüchtlingskrise Kongo

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Mehr als 6 Millionen vertriebene Menschen - ein nicht enden wollender Konflikt

[Stand: 20.7.2022]
Der Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kong nimmt kein Ende. Seit Jahren leiden die Menschen unter der Gewalt sich bekämpfender Gruppen. Die Lage ist unübersichtlich und die Bevölkerung hat jedes Vertrauen in Institutionen wie Polizei, Militär, Justiz und Parteien verloren. Bereits seit 1999 ist dort die MONUC, die größte internationale Friedensmission, stationiert. Und obwohl der sogenannte „Zweite Kongokrieg“, an dem sich zahlreiche afrikanische Länder beteiligt haben, bereits seit 2003 beendet ist, kommt die DR Kongo nicht zur Ruhe. Nur in einigen Regionen des Landes stabilisierte sich die Situation nach den Wahlen 2019.

Rund 73 % der Menschen leben in Armut und 27,3 Millionen Menschen stehen keine ausreichenden Lebensmittel zur Verfügung.

Über 6 Millionen Menschen sind im Kongo entwurzelt worden: 5,4 Millionen Menschen leben als Vertriebene im eigenen Land und über 979.000 Kongolesen als Flüchtlinge in verschiedenen Ländern. Mehr als 2 Millionen Menschen wurde aus ihren Dörfern und Städten in Nord- und Süd-Kivu und der Ituri- Provinz vertrieben.

Gleichzeitig leben im Kongo mehr als 520.000 Flüchtlinge aus Burundi, der Zentralafrikanischen Republik und dem Südsudan.

Sie töteten meinen Eltern, weil sie zu alt waren, um zu laufen. Wir versteckten uns drei Tage im Busch, fast nackt, wir hatten kaum etwas dabei.

Priscilla (48) musste um ihr Leben rennen, als bewaffnete Männer Macheten und Gewehre schwingend in das Dorf eindrangen.

In mehreren Teilen der DR Kongos herrschen nach wie vor Gewalt und bewaffnete Konflikte, die häufig mit schwersten Menschenrechtsverletzungen verbunden sind. Täglich werden Dörfer angegriffen und Häuser niedergebrannt. Zivilisten werden Opfer von Gewaltexzessen, Zwangsrekrutierungen, Missbrauch und Folter.

Es fehlt an allem: die Menschen brauchen Wasser, Nahrung, Unterkünfte und andere Hilfsgüter. 27,3 Millionen Menschen in der DR Kongo haben nicht genug zu Essen. Doch Hilfsorganisationen haben nicht immer Zugang zu den notleidenden Menschen. Und die schwindenden finanziellen Mittel machen eine langfristige Hilfe immer schwieriger.

Die Gewalt zerstört Menschenleben und die Hoffnung der nächsten Generationen auf eine friedliche Zukunft.
979
Tausend

Flüchtlinge in Nachbarländern

5,4
Millionen

Binnenvertriebene

520
Tausend

Flüchtlinge aus anderen Ländern


Wie hilft der UNHCR vor Ort ?

In den Zufluchtsländern hat der UNHCR Flüchtlingslager errichtet und unterstützt die lokalen Gemeinden, die die Flüchtlinge großherzig aufnehmen und das Wenige, das sie haben, mit ihnen teilen.

UNHCR-Helfer bringen die Flüchtlinge von den Grenzgebieten in Transitzentren oder Flüchtlingslager, wo sie Lebensmittel, Unterkünfte und Hilfsgüter wie Matratzen, Decken, Kochutensilien und Seife erhalten und medizinisch versorgt werden.

Besonders benötigt

Unterkünfte

Sauberes Wasser, Latrinen

Schutz von Frauen und Kindern

Schulen

Unterfinanzierung der Hilfsmaßnahmen

Das Land steckt derzeit in einer der längsten und komplexesten humanitären Krisen Afrikas. Und die Hilfsmaßnahmen in der DR Kongo sind erheblich unterfinanziert. Das führt dazu, dass Maßnahmen in den wichtigen Bereichen Bildung, Wasser und Hygiene gekürzt oder ganz ausgesetzt werden müssen.

Unter anderem mussten Maßnahmen für Notunterkünfte für Binnenvertriebene gestoppt werden und die Bargeldhilfe für vertriebene Frauen reduziert werden. Die Menschen leben in unzureichenden Unterkünften. Frauen ohne finanzielle Unabhängigkeit sind möglicherweise Risiken wie sexueller Gewalt ausgesetzt.

Der UNHCR hat den Bedarf für Hilfsmaßnahmen für Flüchtlinge und Binnenvertriebende aus der DR Kongo für 2022 auf 225 Millionen US-Dollar geschätzt. Im Juni 2022 waren davon nur 16 % finanziert.

Im Jahr 2021 hat die UNO-Flüchtlingshilfe die dringend benötigte und lebensrettende Soforthilfe des UNHCR in der DRKongo mit mehr als 3,1 Millionen Euro unterstützt.

Um den Flüchtlingen weiter helfen zu können, brauchen wir dringend Ihre Unterstützung!

 

 

kleiner Flüchtlingsjunge

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Alte Frau mit Wasserflasche in der Hand, Blick in die Kamera RF2152920-1920x1080.jpg