Kind hinter Vorhang
© UNHCR/YPN

Weltweite Flüchtlingshilfe dramatisch unterfinanziert

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Folgen des Ukraine-Krieges

Der Krieg in der Ukraine ist ein Konflikt mit enormen regionalen und globalen Folgen. Er wirkt sich auf Märkte und Wertschöpfungsketten in der ganzen Welt aus und führt zu Unterbrechungen der Versorgungskette sowie einem starken Anstieg der Rohstoffpreise, insbesondere der Preise für Lebensmittel, Kraftstoffe und Düngemittel. Kurz- und mittelfristig ist mit erheblicher Volatilität und erhöhter Inflation zu rechnen.

Diese Entwicklungen kommen zu den COVID-19- und klimabedingten Krisen hinzu und verschärfen bereits jetzt die sozialen Spannungen. Gleichzeitig wird die Widerstandsfähigkeit insbesondere der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen geschwächt.

Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen sowie fragile, von Konflikten und Gewalt betroffene Länder werden wahrscheinlich am stärksten unter den Auswirkungen zu leiden haben.

Steigende Kosten bedrohen die weltweite Hilfe des UNHCR

Da die Gesamtkosten weltweit gestiegen sind, benötigt der UNHCR zusätzliche Mittel, um das derzeitige Niveau der Hilfe für die von ihm betreuten Menschen aufrechtzuerhalten. Die Auswirkungen der Ukraine-Krise werden dazu führen, dass noch mehr Menschen vertrieben werden, und aufgrund der weltweiten Nahrungsmittelknappheit und des Preisanstiegs wird die Gefährdung der ohnehin schon vulnerablen Personen noch größer.

Zwar hat der UNHCR mit 1 Milliarde US-Dollar äußert große Unterstützung für seine Hilfsmaßnahmen in der Ukraine und den Nachbarländern erhalten – mehr als die Hälfte davon aus dem Privatsektor – doch wurde in den letzten Wochen deutlich, dass für die Hilfsprogramme im Rest der Welt eine große Finanzierungslücke entstanden ist.

Die übrigen Vertriebenen der Welt zahlen den Preis

So hatte der UNHCR zwar Ende Mai 2022 fast 700 Millionen US-Dollar mehr zur Verfügung als zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2021. Doch dieser zunächst erfreuliche Eindruck ist irreführend, da die finanziellen Mittel für die Hilfseinsätze in Afghanistan und der Ukraine zweckgebunden sind. Alle anderen Regionen haben darunter gelitten, dass die Geber der neuen Krise in Europa Vorrang einräumten.

Es wäre eine tragische Ironie für Millionen von Menschen auf der ganzen Welt, wenn der UNHCR  –  die weltweite Flüchtlingsorganisation  –  in dem Jahr in eine Krise geraten würde, in dem die weltweite Solidarität für die Millionen Menschen, die aus der Ukraine gewaltsam vertrieben wurden, ihren Höhepunkt erreicht hat.

Das darf nicht passieren  –  sowohl zum Wohle der Millionen vertriebenen Ukrainer*innen als auch der weiteren 100 Millionen Frauen, Männer und Kinder, die ebenfalls vor Krieg, Gewalt, Diskriminierung und Verfolgung in der ganzen Welt geflohen sind.

Diese Katastrophe kann abgewendet werden

Der UNHCR kann weiterhin eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung und Linderung humanitärer Krisen spielen  –  doch dazu braucht es dringend umfangreiche Hilfe.

Die Unterstützung für die UNHCR-Maßnahmen außerhalb der Ukraine muss mindestens auf dem Niveau von 2021 bleiben und die Maßnahmen für die Ukraine müssen durch zusätzliche Mittel finanziert werden: Über 1 Milliarde US Dollar ist dafür nötig.

Ohne diese Gelder wird der UNHCR gezwungen sein, seine Schutz- und Hilfsleistungen bei den wichtigsten Operationen im Vergleich zu den Vorjahren um etwa 17 Prozent zu kürzen  –  und das vor allen inflationsbedingten Zusatzkosten. Real könnten die Kürzungen sogar bis zu 25 Prozent betragen.

Was bedeutet diese massive Unterfinanzierung für Flüchtlinge und Vertriebene weltweit?

  • Es müssten 340 Millionen Dollar an Bargeldunterstützung gekürzt werden  –  fast die Hälfte des Niveaus von 2021.
  • 12 Prozent weniger Flüchtlingskinder würden Zugang zu Schulbildung haben.
  • 25 Prozent weniger Vertriebene würden ausreichende Unterkünfte haben.
  • 23 Prozent weniger Geflüchtete würden Zugang zu Gesundheitseinrichtungen haben.

Besonders gefährdete Hilfseinsätze

Der UNHCR hat zwölf Hilfseinsätze identifiziert, die besonders stark von den Auswirkungen der Ukraine-Krise betroffen sind.

Die Vertriebenen in diesen Ländern sind in einem Kreislauf aus internationaler politischer Vernachlässigung, begrenzter Medienberichterstattung, Gebermüdigkeit und weiter wachsendem humanitären Bedarf gefangen.

In diesen zwölf Ländern lebt ein Großteil der Vertriebenen und Staatenlosen: 40,2 Millionen Menschen – dies entspricht etwa 43 Prozent der Gesamtzahl aller Flüchtlinge weltweit  –  für die der UNHCR zuständig ist. Die Hilfsmaßnahmen haben einen Gesamtbedarf von rund 3,6 Milliarden US Dollar, der bisher nur zu 22 Prozent finanziert ist.

Die enormen Mittelkürzungen, mit denen der UNHCR konfrontiert ist, werden insbesondere in diesen zwölf Ländern dramatische Folgen haben. Geplante Aktivitäten  –  lebenswichtige und -rettende Maßnahmen oder Anstrengungen, die für das Erreichen von Lösungen unerlässlich sind  –  drohen gestrichen zu werden, wenn die Finanzierung nicht gesichert ist.

Zusätzliche Gelder werden dringend benötigt!

Um diese Kürzungen vermeiden zu können, muss der UNHCR dringend zusätzliche Mittel in Höhe von 1 Milliarde US Dollar aufbringen.
Eine unfassbare Summe, zu der aber jede*r von uns beitragen kann. Denn: Jeder Euro zählt!

Daher bitten wir Sie: Bitte spenden Sie zweckungebunden, damit der UNHCR dort helfen kann, wo die Not am größten ist.

 

kleiner Flüchtlingsjunge

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