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Mädchen mit Kind auf dem Rücken
© UNHCR/Sam Phelps

Kinder auf der Flucht

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Flüchtlingskinder

Etwa 42% der 82,4 Millionen Menschen, die sich auf der Flucht oder in flüchtlingsähnlichen Situationen befinden, sind jünger als 18 Jahre.

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Kinder

Besondere Gefahren

Flüchtlingskindern drohen in den Kriegswirren besondere Gefahren: Sie werden als Kindersoldat*innen rekrutiert und zum Kämpfen und Töten gezwungen. Sie müssen häufig lange und schwer arbeiten, um ein bisschen Geld zum Überleben zu verdienen. Und es kommt immer wieder zu Zwangsehen und Vergewaltigungen.

Kinderarbeit betrifft oft Flüchtlingskinder

Mein ganzes Leben ist die Flucht vor dem Krieg. Ich wünschte, wir könnten aufhören, Sand zu schleppen und wieder in die Schule gehen,

erzählt die 14-jährige Françoise, während sie sich den Schweiß von der Stirn wischt. Sie floh vor der Gewalt in der Demokratischen Republik Kongo und muss nun Geld verdienen.

Heute arbeiten weltweit rund 160 Millionen Kinder. Flüchtlingskinder, die nicht selten in Armut leben und deren Familien die wirtschaftlichen Grundlagen entzogen wurden, sind besonders oft gezwungen zu arbeiten.

Viele Kinder arbeiten in Vollzeit; 70 Prozent in der Landwirtschaft. Sie gehen nicht zur Schule und haben kaum Zeit zum Spielen. Diesen Kindern wird nicht nur die Kindheit genommen, sondern auch die Chance auf eine Zukunft. Über die Hälfte von ihnen, ist den schlimmsten Formen der Kinderarbeit ausgesetzt: Sklaverei oder Zwangsarbeit, illegalen Aktivitäten wie Drogenhandel und Prostitution oder sie werden zum Dienst an der Waffe gezwungen.

Nach Art. 32 der UN-Kinderrechtskonvention müssen Staaten alles tun, um Kinder vor wirtschaftlicher Ausbeutung zu schützen und dies auch in Flüchtlingssituationen.

Seelische Wunden

Die Erfahrungen und Erlebnisse, die Kinder im Krieg und auf der Flucht machen, hinterlassen in ihrer Seele tiefe Verletzungen. Angstzustände, Depressionen, Schlafstörungen sowie jahrelange psychosomatische Leiden sind die Folgen und können die Entwicklung eines Kindes nachhaltig beeinträchtigen. Auch die Ungewissheit um die eigene Zukunft macht den jungen Flüchtlingen zu schaffen. Mädchen, die Opfer von Vergewaltigungen wurden aber auch Kindersoldat*innen, die selbst zu den grausamsten Taten gezwungen wurden, leiden oft ein Leben lang unter Scham und Ausgrenzung.

Mehr zum Thema Trauma

Ich mache mir große Sorgen um meinen Sohn. Wir leben wie in einem Vakuum.

So beschreibt der Vater von Majd ihre verzweifelte Situation. Majd ist 13 Jahre alt. Nach einer dramatischen Flucht, auf der der Junge kurzzeitig seine Familie verlor, lebt er jetzt mit seinem Vater in Athen. Sein Vater ist um seine Zukunft besorgt. Seit zwei Jahren hat Majd keine Schule mehr besucht. Geld zur Weiterreise, um den Rest der Familie wiederzufinden, haben sie nicht - nur eine vorläufige Aufenthaltserlaubnis, um in Griechenland bleiben zu können - allerdings ohne jede Unterstützung.

Besondere Bedürfnisse

Kinder wollen spielen und lernen. Der UNHCR bemüht sich daher, Flüchtlingskindern die Möglichkeit zu geben, in die Schule zu gehen und Spiel- und Freizeitmöglichkeiten zu nutzen. Denn ein geregelter und abwechslungsreicher Tag gibt den Kindern ein wenig Struktur und Sicherheit zurück. Zudem ist eine gute Ausbildung der Schlüssel für eine hoffentlich bessere Zukunft und die Ablenkung beim Spiel lässt sie die Schrecken der Flucht wenigstens für eine Weile vergessen.

Allein auf der Flucht

Kinder werden auf der Flucht oftmals von ihren Eltern und Angehörigen getrennt oder sie flüchten selbst und allein. Lesen Sie mehr dazu:

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