Geflüchtete Frau mit Kind
© UNHCR/M.G.Pereira

Mosambik

Teilen

Gewalt destabilisiert eines der ärmsten Länder der Welt

(Stand: September 2022)
Die Sicherheitssituation in der nördlichsten Provinz Mosambiks, Cabo Delgado, verschlechtert sich weiter. Die anhaltende Gewalt und zunehmenden Berichte über Entführungen, Zwangsrekrutierung und geschlechtsspezifische Gewalt bewaffneter Gruppen sorgen für eine instabile Lage in Mosambik, das zu den ärmsten Ländern der Welt zählt.

Im August 2020 eskalierte die Gewalt islamistischer Gruppen gegen die Zivilbevölkerung, so dass der UNHCR Nothilfemaßnahmen für die Binnenvertriebenen in Mosambik aufnahm, um auf die wachsenden humanitären Bedürfnisse zu reagieren. Noch immer ist die Sicherheitslage in Cabo Delgado schwierig. 2022 sind mehr als 945.000 Menschen aufgrund der Gewalt Vertriebene im eigenen Land. In der ersten Septemberwoche 2022 griff die Gewalt auf die Nachbarprovinz Nampula über. Mindestens 47.000 Menschen sind davon betroffen.

Gleichzeitig leben etwa 30.000 Flüchtlinge und Asylsuchende aus anderen Ländern in Mosambik.

Der UNHCR versorgt Geflüchtete mit Hilfsgütern und Unterkünften und hilft bei der Suche nach verlorenen Angehörigen.

Ich wünschte, der Konflikt würde aufhören. Ich will nicht, dass andere Menschen das durchmachen müssen, was ich gerade durchmache.

Suabo, 40, floh vor Angriffen aus der Küstenstadt Palma. Ihren Mann und drei Kinder hat sie seither nicht mehr gesehen und hofft jeden Tag auf eine Nachricht von ihnen.

Fluchtursache: Naturkatastrophen

Mosambik gehört zu den Ländern, die weltweit am stärksten von klimabedingten Gefahren wie Zyklonen, tropischen Stürmen, Überschwemmungen und Dürre betroffen sind. Wiederholt forderten Zyklone in den vergangenen Jahren Menschenleben. Mit starken Winden und Überschwemmungen zerstörten sie viele Häuser und beschädigten die Infrastruktur.

2022 wurden bereits fünf tropische Stürme und Zyklone in Mosambik gezählt. Im März 2022 waren 736.000 Menschen vom Zyklon Gombe betroffen. Fast 130.000 Menschen mussten ihre Häuser und Dörfer verlassen.

Wiederaufbau nach Zyklon Gombe

  • Ein beschädigtes Haus in der Flüchtlingssiedlung Maratane  Der Zyklon Gombe wütete im März 2022 mit Böen von 190 km/h in der Region und zerstörte Häuser, Schulgebäude, Brücken und überflutete das Ackerland. Etwa 80 Prozent der Unterkünfte in Maratane wurden durch den Zyklon beschädigt und viele zerstört. Die Siedlung beherbergt rund 9.300 Flüchtlinge, die hauptsächlich aus der Demokratischen Republik Kongo und Burundi stammen.
    © UNHCR/H.Caux

    Ein beschädigtes Haus in der Flüchtlingssiedlung Maratane

    Der Zyklon Gombe wütete im März 2022 mit Böen von 190 km/h in der Region und zerstörte Häuser, Schulgebäude, Brücken und überflutete das Ackerland. Etwa 80 Prozent der Unterkünfte in Maratane wurden durch den Zyklon beschädigt und viele zerstört.
    Die Siedlung beherbergt rund 9.300 Flüchtlinge, die hauptsächlich aus der Demokratischen Republik Kongo und Burundi stammen.

     

  • Patrício baut sein Haus wieder auf  Patrício Alberto Mponda baut die Wände des neuen Hauses seiner Familie in der Siedlung für Binnenvertriebene Corrane, in der Provinz Nampula. Der Zyklon Gombe hatte sein vorheriges Haus schwer beschädigt.
    © UNHCR/H.Caux

    Patrício baut sein Haus wieder auf

    Patrício Alberto Mponda baut die Wände des neuen Hauses seiner Familie in der Siedlung für Binnenvertriebene Corrane, in der Provinz Nampula. Der Zyklon Gombe hatte sein vorheriges Haus schwer beschädigt.

    "In meinem ganzen Leben habe ich noch nie so einen Sturm erlebt. Innerhalb von Minuten standen wir ohne Dach über dem Kopf da" , erzählt der 56-Jährige.

    Patricio floh mit seiner Frau und den neun Kindern nachdem, ihr Dorf in Cabo Delgado angegriffen worden war. Ihr Haus wurde niedergebrannt, ein 22-jähriger Neffe erschossen und eine Tochter entführt. sie haben seitdem nichts mehr von ihr gehört.

    "Beim dritten Angriff im Juli 2020 brannten sie 70 Häuser nieder, darunter meines, und enthaupteten einige Menschen. Wir hatten keine andere Wahl, als um unser Leben zu fliehen."

     

  • Alles was von der Schule in Maratane übrigblieb  Alles was von der Grundschule in Maratane übriggeblieben ist, sind drei Mauern. Die vier Klassenräume der Schule wurden durch den Zyklon Gombe im März 2022 schwer beschädigt, sodass die rund 500 Schüler nun auf dem Schulhof unterrichtet werden müssen.
    © UNHCR/H.Caux

    Alles was von der Schule in Maratane übrigblieb

    Alles was von der Grundschule in Maratane übriggeblieben ist, sind drei Mauern. Die vier Klassenräume der Schule wurden durch den Zyklon Gombe im März 2022 schwer beschädigt, sodass die rund 500 Schüler nun auf dem Schulhof unterrichtet werden müssen.

     

     

  • Dorotea wässert ihre Kartoffeln  Dorotea ist aus Burundi geflohen. Die 35-Jährige muss allein sieben Kinder großziehen. In der Nähe der Flüchtlingssiedlung Maratane baut sie auf einem kleinen Feld Kartoffeln an, um ihre Familie zu unterstützen. Der Zyklon Gombe zerstörte nicht nur ihr Haus sondern auch das Kartoffelfeld.
    © UNHCR/H.Caux

    Dorotea wässert ihre Kartoffeln

    Dorotea ist aus Burundi geflohen. Die 35-Jährige muss allein sieben Kinder großziehen. In der Nähe der Flüchtlingssiedlung Maratane baut sie auf einem kleinen Feld Kartoffeln an, um ihre Familie zu unterstützen. Der Zyklon Gombe zerstörte nicht nur ihr Haus sondern auch das Kartoffelfeld.

    "Ich baue Kartoffeln auf einem kleinen Stück Land an, das einem Mosambikaner gehört. Der Zyklon hat meine Ernte zerstört. Aber ich habe die Verwüstung beseitigt und neu gepflanzt. Jetzt habe ich wieder Kartoffeln."

  • Mädchen pumpen Wasser  Zwei Flüchtlingsmädchen pumpen Wasser vom Brunnen der Flüchtlingssiedlung Maratane. Der UNHCR hilft dort beim Bau von Unterkünften, die während des Zyklon im Frühjahr zerstört wurden. Die neuen Häuser sollen besser gegen künftige extreme Wetterbedingungen gewappnet sein. Die Geflüchteten werden in den Bauprozess einbezogen, um die Eigenverantwortung zu stärken.
    © UNHCR/H.Caux

    Mädchen pumpen Wasser

    Zwei Flüchtlingsmädchen pumpen Wasser vom Brunnen der Flüchtlingssiedlung Maratane. Der UNHCR hilft dort beim Bau von Unterkünften, die während des Zyklon im Frühjahr zerstört wurden. Die neuen Häuser sollen besser gegen künftige extreme Wetterbedingungen gewappnet sein. Die Geflüchteten werden in den Bauprozess einbezogen, um die Eigenverantwortung zu stärken.

     

Was tut der UNHCR?

Der UNHCR

  • unterstützt die Regierung bei der Prüfung des Flüchtlingsstatus, bei der Dokumentation von Asylsuchenden und Flüchtlingen sowie bei Maßnahmen zum Schutz von Kindern,
  • identifiziert und unterstützt Menschen, die einem erhöhten Risiko von sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt sind,
  • liefert grundlegende Hilfsgüter und Unterkünfte an Binnenvertriebene,
  • unterstützt die Integration von Geflüchteten in den Gastgemeinden,
  • setzt sich für einen verbesserten Zugang zu Bildung für Geflüchtete ein,
  • fördert den Erhalt von Staatsbürgerschaften für Flüchtlings- und Asylbewerberkinder, die im Land geboren wurden und unterstützt den Einbürgerungsprozess von anerkannten Flüchtlingen.
     

Finanzieller Bedarf

Der finanzielle Bedarf des UNHCR für die Notfallhilfe in Mosambik in 2022 liegt bei insgesamt 36,7 Millionen US-Dollar. Bis November 2022 waren 68 Prozent dieses Bedarfs finanziert. Der UNHCR bittet dringend um zusätzliche Mittel, um die wichtigsten Hilfsmaßnahmen für Flüchtlinge und Vertriebene durchführen zu können.

 

Mosambik

So können Sie helfen

Sie möchten Menschen auf der Flucht zur Seite stehen?
Dann unterstützen Sie unsere lebensrettende Hilfe noch heute mit Ihrer Online-Spende. Jeder Beitrag hilft!

  jetzt spenden
Mutter und Kind mit UNHCR-Hilfsgütern in Mosambik Mosambik_RF1129983.jpg