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Geflüchtete Frau mit Kind
© UNHCR/M.G.Pereira

Mosambik

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Gewalt destabilisiert eines der ärmsten Länder der Welt

Die Sicherheitssituation in der nördlichsten Provinz Mosambiks, Cabo Delgado, verschlechtert sich weiter. Die anhaltende Gewalt und zunehmenden Berichte über Entführungen, Zwangsrekrutierung und geschlechtsspezifische Gewalt bewaffneter Gruppen sorgen für eine instabile Lage in Mosambik, das zu den ärmsten Ländern der Welt zählt.

Im August 2020 eskalierte die Gewalt islamistischer Gruppen gegen die Zivilbevölkerung, so dass der UNHCR Nothilfemaßnahmen für die Binnenvertriebenen in Mosambik aufnahm, um auf die wachsenden humanitären Bedürfnisse zu reagieren. Mehr als 788.633 Menschen sind von der Gewalt betroffen. Etwa 700.000 Menschen sind im Land vertrieben. Der UNHCR befürchtet, dass diese Zahl bis auf 1 Million anwachsen könnte. Gleichzeitig leben mehr als 48.000 Flüchtlinge und Asylsuchende aus anderen Ländern in Mosambik.

Aktuelle Entwicklungen

Ende März 2021 kam es zu der Übernahme der Stadt Palma durch eine islamische Terrorgruppe. Berichten zufolge, schießen Bewaffnete wahllos auf Zivilisten. Die genaue Opferzahl ist nicht bestätigt. Laut Medienberichten ist die Regierungsarmee nicht in der Lage den Angreifern Einhalt zu gebieten. Seit März sind über 31.000 Menschen aus Palma geflohen. Tausende sind in der Region eingeschlossen ohne Zugang zu Hilfe.

Der UNHCR versorgt im Süden des Landes Geflüchtete mit Hilfsgütern und hilft bei der Suche nach verlorenen Angehörigen, denn viele Familien wurden getrennt. Die Neuankommenden sind größtenteils Frauen und Kinder, die auf der Flucht kaum etwas mitnehmen konnten. Viele sind von den schrecklichen Erlebnissen traumatisiert und benötigen dringend Hilfe.

Ich wünschte, der Konflikt würde aufhören. Ich will nicht, dass andere Menschen das durchmachen müssen, was ich gerade durchmache.

Suabo, 40, floh vor Angriffen aus der Küstenstadt Palma. Ihren Mann und drei Kinder hat sie seither nicht mehr gesehen und hofft jeden Tag auf eine Nachricht von ihnen.

Fluchtursache: Naturkatastrophen

Im März 2019 zerstörte der Zyklon Idai über 111.000 Häuser und beschädigte mehr als 240.000 Unterkünfte. Knapp 2 Millionen Menschen waren auf Hilfe angewiesen. Während sich Mosambik von den Schäden erholte, traf einen Monat später der noch stärkere tropische Zyklon Kenneth das Land und verursachte weitere Verluste an Menschenleben und umfangreiche Schäden an der Infrastruktur.

Obwohl das Flüchtlingslager Maratane nicht betroffen war, entsandte der UNHCR als Teil der gemeinsamen UN-Nothilfemaßnahmen ein Nothilfeteam und stellte wichtige Hilfsgüter bereit. Erneut auftretende Zyklone und Überschwemmungen, insbesondere in der Mitte des Landes führten zu weiterer Zerstörung und Vertreibung. Innerhalb Mosambiks waren bislang mehr als 93.400 Menschen gezwungen, aufgrund von Naturkatastrophen, ihre Häuser zu verlassen.  

 

700
Tausend

Binnenvertriebene

48
Tausend

Flüchtlinge

13,5
Millionen US-Dollar

für Hilfsprogramme 2021 benötigt

Was tut der UNHCR?

Der UNHCR

  • unterstützt die Regierung bei der Prüfung des Flüchtlingsstatus, bei der Dokumentation von Asylsuchenden und Flüchtlingen sowie bei Maßnahmen zum Schutz von Kindern,
  • identifiziert und unterstütz Menschen, die einem erhöhten Risiko von sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt sind,
  • liefert grundlegende Hilfsgüter und Unterkünfte an Binnenvertriebene,
  • unterstützt die Integration von Geflüchteten in den Gastgemeinden,
  • setzt sich für einen verbesserten Zugang zu Bildung für Geflüchtete ein,
  • fördert den Erhalt von Staatsbürgerschaft für Flüchtlings- und Asylbewerberkinder, die im Land geboren wurden und unterstützt den Einbürgerungsprozess von anerkannten Flüchtlingen.
     

Der UNHCR passt alle Maßnahmen an die Situation aufgrund der Corona Pandemie an, um Flüchtlingen und Binnenvertriebenen weiterhin Schutz bieten zu können und sie vor der Krankheit zu schützen.

Finanzieller Bedarf

Der finanzielle Bedarf des UNHCR für die Notfallreaktion auf die Situation in Cabo Delgado in 2021 liegt bei insgesamt 13,5 Millionen US-Dollar. Bislang sind gerade mal 9 Prozent dieses Bedarfs finanziert. Der UNHCR bittet dringend um zusätzliche Mittel, um die wichtigsten Maßnahmen für den Hilfseinsatz im Norden Mosambiks im Jahr 2021 durchführen zu können.

 

Mosambik

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