Venezuela

Nothilfe für Flüchtlinge aus Venezuela

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Über 5,1 Millionen Menschen haben das Land verlassen

Laut UN-Angaben haben mehr als 5,1 Millionen Menschen Venezuela verlassen (Stand: Mai 2020). Noch immer überqueren tausende Menschen die Grenzen zu Brasilien, Kolumbien. Aber auch andere südamerikanische Länder, wie Ecuador und Peru melden einen Anstieg der Asylanträge von Menschen aus Venezuela. Expert*innen gehen davon aus, dass diese Zahl Ende 2020 auf bis zu 6,5 Millionen steigen könnte. Dies ist nicht nur die größte Flucht- und Migrationsbewegung in der jüngeren Vergangenheit Südamerikas, auch weltweit gibt es kaum eine Region, wo so viele Menschen ihr Land verlassen haben.

Mit der steigenden Zahl der Menschen, die ihr Land verlassen, wächst die Not, da entlang der Fluchtrouten sauberes Wasser und Nahrung fehlen. Gleichzeitig drohen die Menschen in die Illegalität abzurutschen, da sie keinen sicheren Rechtsstatus mehr haben.

    Ich wusste, dass wenn ich das Risiko nicht eingehen würde, die Dinge noch schlimmer werden würden.

    Grexys González machte sich mit ihrer 2-jährigen Tochter auf den Weg von Venezuela nach Kolumbien. Die Ölfirma, bei der die junge Buchhalterin arbeitete, hatte das Gehalt nicht mehr gezahlt und Grexys konnte die monatlichen Arztbesuche für ihre chronisch kranke Tochter und die steigenden Lebensmittelpreise nicht mehr bezahlen. Abgemagert kam sie in der Grenzregion an und wurde mit einer Ruhrinfektion ins Krankenhaus gebracht. Sie wog nur noch 47 Kilo.

    Warum fliehen die Menschen aus Venezuela?

    Das ehemals stabile und prosperierende Venezuela stürzt seit dem Amtsantritt von Präsident Maduro 2013 immer tiefer ins Chaos. Seitdem ist die Wirtschaft um ein Drittel geschrumpft, durch die Hyperinflation ist das Geld praktisch wertlos. Viele Venezolaner sind verarmt und hungern. Das Gesundheitssystem ist zusammengebrochen. Krankheiten breiten sich aus.

    Die Kriminalität ist enorm angestiegen und marodierende Banden machen das Land unsicher. Die Regierung ist nicht mehr in der Lage, dem Terror und der Gewalt Einhalt zu gebieten.

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    Wie hilft der UNHCR vor Ort ?

    Entlang der Fluchtrouten sind UNHCR-Mitarbeiter*innen im Einsatz: Sie verteilen Trinkwasser und Hilfspakete an die flüchtenden Menschen. In den Nachbarländern arbeitet UNHCR mit den Behörden zusammen, um Neuankömmlinge zu registrieren. Das ist wichtig, da die Flüchtlinge erst dann unter dem Schutz der Genfer Flüchtlingskonvention stehen. Dieser Schutz ist nicht nur politischer Natur: Erst dann haben Flüchtlinge Zugang zu Lebensmitteln und Gesundheitsversorgung, Bildung und Arbeit.

    Unterfinanzierung der Hilfsmaßnahmen

    Die Hilfsmaßnahmen für venezolanische Flüchtlinge vom UNHCR sind im Jahr 2020 stark unterfinanziert. Insgesamt wurden nur 45 % des benötigten Betrags von 260 Millionen US-Dollar gedeckt. Um den geflüchteten Menschen in allen Lebensbereichen helfen zu können fehlen insgesamt 143 Millionen US-Dollar.

    Die Unterstützung und Hilfsmaßnahmen mussten aufgrund der Unterfinanzierung in wichtigen Bereichen wie Ernährung, Bildung oder dem Schutz von Kindern eingestellt werden. Aufnahmeeinrichtungen an den Grenzen in Brasilien und Kolumbien sind zum Teil nicht mehr in der Lage, Unterkünfte und Dienstleistung zur Deckung der Grundbedürfnisse bereitzustellen. Gleichzeitig können Maßnahmen zur Ausbreitung des Corona-Virus nicht mehr in vollem Umfang durchgeführt werden.

    Informationen zur Unterfinanzierung

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    Vater mit Kind auf Arm überquert Fluss

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    Eine Frau, ein Mädchen und ein Junge auf Straße in Venezuela mit Gepäck VenezuelaStrasse_01.jpg