Eskalation im Nahen Osten: UNHCR weitet regionale Hilfsmaßnahmen aus
Hilfe im Iran
Der UNHCR ist seit 1984 im Iran tätig und als größte UN-Organisation mit Büros in Teheran sowie fünf Außenstellen vertreten. Derzeit kann die Zahl der Binnenvertriebenen noch nicht bestätigt werden. Die Lage bleibt dynamisch, und UNHCR steht bereit, auf Anfrage der Regierung Unterstützung zu leisten.
Der Iran beherbergt 1,65 Millionen Flüchtlinge und andere Schutzbedürftige. Trotz logistischer Herausforderungen setzt UNHCR seine Hilfe fort. Aufnahmezentren und Hotlines sind geöffnet und bieten Beratung sowie weitere Unterstützung an. Leistungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung und soziale Sicherung werden weiterhin unterstützt. Alle Mitarbeitenden im Land sind in Sicherheit.
Schutz vor Zurückweisung
Der UNHCR überprüft und verstärkt die Vorbereitungen an wichtigen Grenzübergängen im Iran. Die Organisation fordert alle Länder auf, ihre Grenzen für Schutzsuchende offen zu halten, da Zurückweisungen gegen das Prinzip des Non-Refoulement verstoßen würden.
Berichten zufolge kam es zu Bewegungen an der Grenze zwischen der Türkei und dem Iran, die jedoch im üblichen Rahmen blieben. Auch an der Grenze Islam Qala zwischen Afghanistan und Iran ist die Lage stabil. An der armenischen Grenze wurden nur begrenzte Bewegungen verzeichnet.
Situation in Afghanistan
Der UNHCR ist zutiefst besorgt über die Lage in Afghanistan. Der Schutz der Zivilbevölkerung, einschließlich Flüchtlingen und Rückkehrern, muss oberste Priorität haben.
Seit Oktober 2023 sind rund 5,4 Millionen Afghanen aus dem Iran und Pakistan zurückgekehrt – viele nicht freiwillig. Allein im Jahr 2026 kehrten bisher über 232.500 Menschen zurück. Massive und überstürzte Rückführungen erhöhen den Schutzbedarf erheblich und bergen das Risiko weiterer Instabilität in Afghanistan und der Region.
Die jüngsten Feindseligkeiten zwischen Afghanistan und Pakistan sind eine zusätzliche Bedrohung und haben Tausende in den Provinzen Kunar und Nangarhar vertrieben.
Der UNHCR bleibt vor Ort, um auf neue Vertreibungen und Rückkehrbewegungen zu reagieren. Auch die Hotlines in Pakistan und Afghanistan sind weiterhin in Betrieb.
Notfallvorsorge und regionale Hilfsgüter
In der gesamten Region stehen Notfallhilfsgüter für eine rasche Bereitstellung zur Verfügung, unter anderem aus Lagern in Termez (Usbekistan). Dazu gehören Zelte, Decken, Schlafmatten, Küchenutensilien, Kanister und Solarlampen.
Falls erforderlich, würde finanzielle Soforthilfe in vielen Ländern die wichtigste Unterstützungsform darstellen. Entsprechende Systeme sind unter anderem in Afghanistan, Iran, Irak, Türkei und Pakistan einsatzbereit. Zudem verfügt der UNHCR über eine Notfall-Einsatzliste.
+++Nothilfe Naher Osten+++
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Eskalation im Libanon und Massenvertreibungen
Im Südlibanon, in der Bekaa-Ebene und in den südlichen Vororten von Beirut wurden umfangreiche Vertreibungen gemeldet, nachdem Israel Evakuierungswarnungen für mehr als 53 Dörfer ausgesprochen hatte.
Rund 30.000 Menschen wurden in staatlich ausgewiesenen Sammelunterkünften untergebracht. Viele weitere übernachteten in Fahrzeugen oder am Straßenrand.
Der UNHCR beobachtet die Eskalation an der libanesisch-israelischen Grenze mit großer Sorge und fordert den Schutz der Zivilbevölkerung. Teams verteilen grundlegende Hilfsgüter an vertriebene Familien.
Grenzübertritte nach Syrien und Lage im Irak
Nach den Evakuierungsanordnungen kam es zu vermehrten Grenzübertritten von Libanon nach Syrien. Am Montag überquerten etwa 11.000 Menschen die Grenze. Der UNHCR ist an den syrischen Grenzen präsent und hat Notfallpläne für einen möglichen größeren Zustrom vorbereitet.
Im Irak beobachtet der UNHCR die Lage weiterhin in enger Abstimmung mit den Grenzbehörden. Bislang wurden dort keine Veränderungen festgestellt. Die Organisation steht bereit, iranische Staatsangehörige sowie afghanische Flüchtlinge zu unterstützen.
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