Zwei Paar Hände reichen sich einen Stein und eine Blume
Ⓒ Julian Rettig
Zwei Paar Hände reichen sich einen Stein und eine Blume
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Mentale Gesundheit stärken

Wenn die Seele leidet

Stress, Sorgen oder schlaflose Nächte kennen viele Menschen. Wenn Gedanken kreisen oder Belastungen zunehmen, fällt es schwer, zur Ruhe zu kommen. Für Menschen, die Krieg und Flucht erlebt haben, können diese Gefühle jedoch viel stärker sein. 

Krieg zerstört nicht nur Häuser. Er hinterlässt auch Spuren in den Menschen.

Was viele nicht sehen, ist, wie viel Kraft es kostet, jeden Tag weiterzumachen.

Anonym - Flüchtling aus Iran

Krieg wirkt nach

Erfahrungen von Gewalt, Verlust und Unsicherheit enden nicht einfach, wenn Menschen in Sicherheit sind. Gedanken, Erinnerungen und Gefühle begleiten viele weiter – oft im Stillen.

Sicherheit im Äußeren bedeutet nicht immer Ruhe im Inneren. Doch genau hier kann Unterstützung ansetzen.

Psychosoziale Unterstützung ist zentral für wirksamen Flüchtlingsschutz

Psychosoziale Unterstützung ist heute ein fester Bestandteil wirksamer Flüchtlingshilfe – 
genauso wichtig wie Nahrung, Unterkunft oder medizinische Versorgung.

→ Denn ohne innere Stabilität fällt es schwer, 
den Alltag zu bewältigen oder neue Perspektiven zu entwickeln.

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Hilfe in Krisenregionen 

In Krisenregionen unterstützt der UNHCR die mentale Gesundheit von Geflüchteten direkt vor Ort – oft unter extremen Bedingungen und unmittelbar nach belastenden Erlebnissen.

Dazu gehört zum Beispiel:

  • psychologische Erste Hilfe, um Menschen zu beruhigen, zu stabilisieren und Orientierung zu geben
  • Integration von mentaler Gesundheit in die medizinische Versorgung, etwa bei Angst, Depressionen oder Traumafolgen
  • Beratungsangebote, wie Einzel- oder Gruppengespräche
  • Unterstützung durch die Gemeinschaft, etwa durch geschulte Peer-Helfer*innen
  • geschützte Räume für Kinder, in denen sie spielen, lernen und Sicherheit erleben können

Psychosoziale Hilfe ist dabei eng mit anderen Hilfsangeboten wie Schutz, Gesundheit und Bildung verknüpft.

Hilfe in Deutschland

In Deutschland sind viele Geflüchtete zwar in Sicherheit, doch die psychischen Belastungen wirken oft weiter. Gleichzeitig kommen neue Herausforderungen hinzu, etwa Unsicherheit im Asylverfahren, Sprachbarrieren, soziale Isolation sowie strukturelle Hürden, die den Zugang zur Therapie erschweren.

Der Bedarf ist groß, doch die Therapieplätze reichen kaum aus. Wichtige Angebote sind:

  • psychosoziale Beratung mit Unterstützung im Alltag - zum Beispiel im schulischen Umfeld oder beim Ankommen im neuen Leben
  • kreative Ansätze wie Kunst- oder Musiktherapie
  • spezielle Angebote für Kinder und Jugendliche, etwa spiel- und traumapädagogische Programme
  • Gruppenangebote 

Spezialisierte Einrichtungen wie psychosoziale Zentren spielen dabei eine zentrale Rolle. 

Mentale Gesundheit ist kein Luxus – sie gehört zu einem selbstbestimmten Leben.“

Mark Ankerstein - Nationaler Direktor UNO-Flüchtlingshilfe

Hilfe zugänglich machen

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie Angebote, die zuhören, begleiten und stärken – damit aus Belastung wieder Perspektive werden kann.

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Kleine Schritte, große Wirkung

Oft beginnt Veränderung mit etwas, das klein wirkt: ein Gespräch, ein offenes Ohr, ein geschützter Raum. Genau solche Angebote machen jeden Tag einen Unterschied.

Die UNO-Flüchtlingshilfe unterstützt Projekte, die diese Hilfe ermöglichen, vor Ort und langfristig. Diese Hilfe wirkt, aber sie ist noch nicht für alle erreichbar.

Manche Menschen brauchen Medikamente. Andere brauchen Zugang zu Wasser, sanitären Einrichtungen oder eine stabilere Unterkunft. Wieder andere haben einen nahestehenden Menschen verloren und brauchen Unterstützung, um mit ihrem Schmerz umzugehen.“

Beraterin in Bangladesch

Der Bedarf wächst – doch die Hilfe reicht nicht aus

22
Prozent

der Menschen in Konfliktregionen leiden unter psychischer Belastung.

3,3
Prozent

Geflüchtete mit Bedarf bekommen psychosoziale Hilfe in Deutschland.

36
Monate

dauert es im Durchschnitt, bis sie in die Regelversorgung kommen.

 

Hilfe wirkt

Helfen Sie mit, Stabilität zurückzubringen.

Ihre Unterstützung ermöglicht psychosoziale Hilfe für Geflüchtete – in Deutschland und weltweit.

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Mentale Gesundheit besser verstehen

Mentale Gesundheit betrifft uns alle – und doch wird oft noch zu wenig darüber gesprochen. Gleichzeitig gibt es viele Fragen. Im folgenden Abschnitt finden Sie verständliche Erklärungen und Impulse, die auch im eigenen Alltag helfen können.

Was bedeutet mentale oder psychische Gesundheit eigentlich?

Mentale oder psychische Gesundheit bedeutet mehr als „nicht krank sein“. Sie beschreibt, ob es einem Menschen insgesamt gut geht – körperlich, seelisch und sozial. Dafür braucht es bestimmte Grundlagen wie Sicherheit, ein Zuhause, genug zu essen, Zugang zu Bildung und soziale Unterstützung. Wenn diese Dinge fehlen, leidet auch die psychische Gesundheit – das betrifft viele Geflüchtete besonders stark. 

Woran erkennt man eine mentale Belastung?

Mentale Belastung zeigt sich oft schleichend – und nicht immer auf den ersten Blick. Umso wichtiger ist es, auf Veränderungen zu achten.

Typische Warnzeichen können sein:

  • anhaltende Erschöpfung oder Überforderung
  • Schlafprobleme oder innere Unruhe
  • kreisende Gedanken
  • Konzentrationsprobleme
  • Rückzug von anderen Menschen
  • Reizbarkeit oder emotionale Überforderung
  • körperliche Beschwerden ohne klare Ursache
  • Antriebslosigkeit oder das Gefühl von Leere

Was ist der Unterschied zwischen Stress und PTBS?

Stress ist eine normale Reaktion auf Belastung und klingt meist ab, wenn sich die Situation verbessert. PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) kann nach einem Trauma entstehen, z.B. Krieg oder Gewalt. Typisch sind Flashbacks, Albträume, Vermeidung und dauerhafte innere Alarmbereitschaft – auch wenn die Gefahr vorbei ist.

Wie zeigt sich eine psychische Belastung bei Kindern?

Kinder reagieren oft anders als Erwachsene: mit Rückzug, aggressivem Verhalten, Schlafproblemen, Albträumen, Bauch- oder Kopfschmerzen, Konzentrationsproblemen oder regressivem Verhalten (z.B. wieder Einnässen). Ein stabiler Alltag, verlässliche Bezugspersonen und Sicherheit sind besonders wichtig.

Was kann ich tun, wenn ich mich ständig angespannt oder überfordert fühle?

Hilfreich können sein:

  • feste Tagesstruktur
  • Bewegung
  • ausreichend Schlaf
  • soziale Kontakte 
  • Atem- oder Entspannungsübungen

Auch Gespräche mit Vertrauenspersonen oder Beratungsstellen können entlasten. Wenn Symptome stark sind oder länger anhalten, ist professionelle Hilfe ein sinnvoller nächster Schritt.

Wann ist schnelle Hilfe notwendig?

Wenn jemand nicht mehr schlafen kann, starke Panik hat, sich selbst verletzt, suizidale Gedanken äußert oder völlig „zusammenbricht“, sollte sofort Hilfe geholt werden. In akuten Krisen gilt: Notruf 112 oder psychiatrische Notaufnahme. Auch Krisendienste und Telefonseelsorge können erste Schritte sein.

Mental Health Awareness Month

Jedes Jahr im Mai findet der Mental Health Month statt mit dem Ziel das Bewusstsein für mentale Gesundheit zu schärfen. Aus diesem Anlass widmen auch wir uns schwerpunktmäßig diesem Thema. 

Lesen Sie dazu auch:

Weitere Informationen und Berichte finden Sie auch auf unserer Social Media Kanälen.

Warum sind Geflüchtete besonders psychisch belastet?

Viele Geflüchtete erleben Krieg, Gewalt, Verlust oder gefährliche Fluchtwege.

Auch nach der Ankunft bleiben Belastungen bestehen: Unsicherheit, Trennung von Familie, Sprachbarrieren oder das Leben in beengten Unterkünften können zusätzlichen Stress auslösen.

Diese Erfahrungen können das Risiko für psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Traumafolgestörungen erhöhen.

Warum ist psychologische Hilfe für Geflüchtete oft schwer erreichbar?

Der Zugang zu psychologischer Hilfe ist häufig mit großen Hürden verbunden.

Dazu gehören lange Wartezeiten, fehlende Therapieplätze, Sprachbarrieren und bürokratische Verfahren. Auch die Finanzierung von Dolmetschenden ist nicht immer gesichert.

Für viele Betroffene bedeutet das: Sie warten lange auf Unterstützung – oder erhalten sie gar nicht.

Warum sprechen viele Menschen nicht über das Erlebte?

Viele Betroffene vermeiden es, über ihre Erfahrungen zu sprechen, weil die Erinnerungen überwältigend sein können.

Auch Scham, Angst oder der Wunsch, andere zu schützen, spielen oft eine Rolle. Manche fühlen sich zudem nicht sicher genug, um sich zu öffnen.

Schweigen bedeutet deshalb nicht, dass das Erlebte weniger belastend ist. Vertrauen und Stabilität sind oft Voraussetzung, um darüber sprechen zu können.

Wo finden Geflüchtete in Deutschland psychologische Unterstützung?

Geflüchtete können Unterstützung in psychosozialen Zentren, Beratungsstellen oder bei spezialisierten Fachkräften finden.

Der Zugang ist nicht immer einfach – aber es gibt Anlaufstellen, die begleiten und unterstützen.

Drei paar Hände um ein Spiel mit Holzklötzen herum

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