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„Im Winter spürt man den Krieg mit jedem Atemzug.“

Zwischen Luftalarm, Kälte und Hoffnung – Alltag in der Ukraine

Der Krieg gegen die Ukraine begann nicht erst vor vier Jahren. Seit 2014 lebt das Land im Konflikt. Doch seit vier Jahren – seit Beginn der großangelegten russischen Vollinvasion – hat der Krieg eine neue, alles erschütternde Dimension erreicht.

Für viele Menschen außerhalb des Landes ist er längst zur Nachricht geworden. Für Millionen Menschen in der Ukraine ist er Alltag. Unsere Kolleg*innen vom UNHCR berichten von Nächten im Luftschutzbunker, von zerstörten Häusern, von Familien, die trotz allem versuchen, ein Minimum an Normalität aufrechtzuerhalten.

Es ist der vierte Winter seit Beginn der Vollinvasion. Und für viele fühlt er sich schwerer an als alle zuvor.

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Zwischen Sirenen und Minusgraden

In Städten und Dörfern im ganzen Land beginnt der Tag oft mit Sirenen. Luftalarm zerreißt den Schlaf, unterbricht Unterricht und Arbeit. Nächtliche Angriffe treiben Familien immer wieder in Schutzräume. 

Was einst Ausnahme war, ist zur Routine geworden – doch Routine bedeutet nicht Gewöhnung. Die Angst bleibt. Die Anspannung auch.

In diesem Winter ist es jedoch nicht nur der Luftalarm, der das Leben bestimmt. Es ist die Kälte.

Immer wieder werden Teile der Energieinfrastruktur angegriffen: Kraftwerke, Umspannwerke, Leitungen. Die Folgen sind dramatisch:

  • Es fehlt Licht.
  • Es fehlt Heizung.
  • Es fehlt Warmwasser.
  • Es fehlen funktionierende Wasserpumpen.

spenden & helfen!

Winter in der Ukraine bedeutet Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt – teilweise bis zu minus 20 Grad. Ohne stabile Heizung kühlen Wohnungen innerhalb weniger Stunden aus. Familien haben oft nur kurze Zeitfenster mit Strom, um zu kochen, Wasser zu erhitzen oder Mobiltelefone zu laden.

Kinder schlafen in mehreren Kleidungsschichten, manche in Jacken unter Decken, während draußen erneut Sirenen ertönen.

Doch die Kälte kommt nicht nur von draußen. Sie kriecht in Gedanken, in Sorgen, in die Erschöpfung. Vier Jahre Vollinvasion – und insgesamt mehr als ein Jahrzehnt Krieg – hinterlassen tiefe Spuren bei Kindern und Erwachsenen.

Die unsichtbaren Wunden

Neben zerstörter Infrastruktur sind es vor allem die psychischen Folgen, die schwer wiegen:

  • Lehrkräfte berichten von Schüler*innen, die bei lauten Geräuschen zusammenzucken. 
  • Viele Kinder leiden unter Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen und anhaltender Anspannung. 
  • Ein Leben im permanenten Alarmzustand verändert Menschen – leise, aber nachhaltig.

Auch Erwachsene stehen unter enormem Druck: die Sorge um Angehörige, die Ungewissheit über die nächste Heizperiode, die Erschöpfung nach Jahren des Ausnahmezustands.

Und auch humanitäre Helfer*innen arbeiten unter denselben Bedingungen – mit begrenzten Ressourcen und wachsendem Bedarf.

Wir haben angezogen geschlafen – in all unseren Kleidern – mit zwei Decken, um uns warm zu halten. Als Mutter wusste ich, dass ich meinen Kindern ein Zuhause geben muss, aber ich konnte nichts daran ändern. Das hat enormen psychischen Druck verursacht.“

Olha stammt aus dem Nordosten der Ukraine. Nachdem ihre Stadt während der Besatzung weitgehend zerstört wurde, floh sie mit ihren zwei Söhnen nach Kyjiw. Die Erinnerungen an Kälte, Unsicherheit und Stromausfälle wirken nach.

Helfen Sie Menschen wie Olha mit Ihrer Spende 

Sinkende Aufmerksamkeit – wachsender Bedarf

Mit der Dauer des Krieges nimmt die internationale Aufmerksamkeit spürbar ab. Gleichzeitig bleibt der Bedarf hoch.

Finanzielle Engpässe im humanitären Sektor bedeuten konkret:

  • weniger Baumaterial für beschädigte Häuser
  • eingeschränkte psychosoziale Angebote
  • reduzierte Unterstützung für besonders vulnerable Familien

Unsere Kolleg*innen vom UNHCR müssen schwierige Entscheidungen treffen:

  • Welche Regionen werden zuerst versorgt?
  • Wer erhält wärmende Decken oder finanzielle Soforthilfe?
  • Welche Familie bekommt Unterstützung beim Wiederaufbau ihres zerstörten Zuhauses?

Jede Entscheidung fällt unter dem Druck begrenzter Mittel – bei anhaltend hohem Bedarf.

Konkrete Hilfe, die wirkt

Humanitäre Programme ermöglichen Reparaturen an beschädigten Häusern, stellen Heizmaterial bereit oder leisten finanzielle Unterstützung für besonders betroffene Familien. Zehntausende Menschen konnten so in instandgesetzte Wohnungen zurückkehren, statt dauerhaft in Sammelunterkünften zu bleiben.

Das ist keine vollständige Sicherheit. Aber es ist Schutz vor Kälte. Es ist Würde. Es ist ein Stück Stabilität in einem Leben, das seit Jahren im Ausnahmezustand verharrt.

Damit Hoffnung stärker bleibt als die Kälte

Der Krieg dauert an. Angriffe auf Infrastruktur setzen sich fort. Zwischen Luftalarm und Minusgraden bleibt unmittelbare Hilfe entscheidend, um Überleben und Würde zu sichern.

Für viele Menschen außerhalb der Region wirkt dieser Krieg fern. Für Familien in der Ukraine ist er allgegenwärtig – in dunklen Wohnungen, in kalten Kinderzimmern, in unterbrochenen Schulstunden und schlaflosen Nächten.

Icon Herz und Hand

Eine Spende kann konkret helfen:

bei der Reparatur eines beschädigten Dachs.
 

bei der Bereitstellung von Heizmaterial.

bei der Finanzierung psychosozialer Unterstützung.

Humanitäre Hilfe bedeutet in diesem Winter vor allem eines: 

Wärme. Schutz. Stabilität.

 

Jetzt spenden & helfen

Bitte unterstützen Sie die Hilfe für die Menschen in der Ukraine!


Damit Wohnungen wieder bewohnbar werden.
Damit Kinder nicht frieren.
Damit Hoffnung stärker bleibt als die Kälte.

Icon Herz und Hand

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