Informationen zur Projektförderung

Förderrichtlinien der UNO-Flüchtlingshilfe

LETZTE DEADLINE ZUR ANTRAGSSTELLUNG: 23. Oktober 2017

A) ANTRAGSFORMULAR

1) Förderziele

Die UNO-Flüchtlingshilfe als deutscher Partner des UNHCR unterstützt Hilfsprojekte für Flüchtlinge im Ausland. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Bewältigung von Fluchtfolgen. Ziel hierbei ist es, Geflüchteten ein menschenwürdiges und autarkes Leben zu ermöglichen. Auch die Eingliederung geflüchteter Menschen nach ihrer freiwilligen Rückkehr oder ihre Integration in das Aufnahme- bzw. Drittland sind wichtige Aufgaben der UNO-Flüchtlingshilfe.

In Deutschland liegt der Fokus der Projektförderung darauf, Geflüchteten durch Beratung und Betreuung, z.B. in den Bereichen Gesundheitsförderung oder Rechts- und Asylverfahren, in einem selbstbestimmten Leben zu unterstützen. Da besonders Schutzbedürftige wie etwa Frauen, Kinder, Ältere und Menschen mit Behinderung am schwersten von Flucht und Vertreibung betroffen sind, werden Projekte für diesen Personenkreis sowie Projekte in strukturschwachen Gebieten bevorzugt gefördert. Ebenso werden durch die UNO-Flüchtlingshilfe Projekte gefördert, die ein Bewusstsein für das Schicksal von Flüchtlingen schaffen und somit das Verständnis und die Hilfsbereitschaft in der Gesellschaft stärken.

Die Kernbereiche der Förderung von Flüchtlingsprojekten deutscher Projektträger finden Sie hier.

2) Antragsberechtigte

Förderanträge können von als gemeinnützig anerkannten Organisationen, Institutionen, Vereinen oder Wohlfahrtsverbänden gestellt werden, die im Bereich der Flüchtlingsarbeit bereits über Projekterfahrung verfügen und deren inhaltliche Projektausrichtung sich innerhalb der geförderten Kernbereiche der UNO-Flüchtlingshilfe befindet. Privatpersonen und Einzelfallhilfen sind von der Förderung ausgenommen. Eine Doppelförderung von der UNO-Flüchtlingshilfe und dem UNHCR ist ausgeschlossen.

Beispiele von Antragsberechtigten:

  • ein gemeinnütziger Verein, dessen Satzungszweck gemeinnützig ist
  • eine kirchliche/ diakonische Einrichtung
  • eine gGmbH

Beispiele von Nicht-Antragsberechtigten:

  • Schulklassen
  • Einzelpersonen
  • gewerbliche Einrichtungen
  • Stiftungen

3) Förderumfang

Die Förderung durch die UNO-Flüchtlingshilfe dient zum Ausgleich einer Deckungslücke im Finanzplan bzw. zur Fehlbedarfsfinanzierung. Die Deckungslücke soll in der Regel 20% des Projektvolumens und eine maximale Fördersumme von 35.000 € nicht überschreiten. Eine höhere Förderung bedarf der besonderen Begründung. Die Vollfinanzierung eines Projektes ist ausgeschlossen. Nachweise über beantragte sowie bewilligte Drittmittel sind im Finanzplan aufzuführen (siehe Punkt 4). Zudem müssen Eigenmittel vom Projektträger nachgewiesen werden. Die maximale Projektlaufzeit darf den Zeitraum von 12 Monaten nicht überschreiten.

Veranstaltungen (z.B. Konferenzen, Fachtagungen) können mit einer maximalen Fördersumme von 1.000 € einmalig unterstützt werden.

4) Antragsstellung

Die Anträge sind vor Beginn der Maßnahme auf postalischem Wege an die UNO-Flüchtlingshilfe zu stellen. Für 2017 gelten noch folgende Antragsfristen:

23. Oktober 2017

Der Antrag besteht aus drei Teilen:

  • einer Projektbeschreibung (siehe Projektantragsformular/ Veranstaltungsantragsformular)
  • einem Finanzplan (siehe Finanzplanformular)
  • Anlagen

Der Leitfaden zur Projektbeantragung und Projektberichterstattung dient zur Orientierung.

Der Antrag muss mit dem standardisierten Projektantragsformular / Veranstaltungsantragsformular eingereicht werden. Die Verwendung des Formulars ist bindend und stellt die Vollständigkeit des Antrages sicher.

Der Finanzplan muss mit dem standardisierten Finanzplanformular eingereicht werden. Ebenso wie beim Projektantragsformular / Veranstaltungsantragsformular ist der Gebrauch des Formulars obligatorisch. In der Regel bezieht sich ein Antrag auf den Zeitraum eines Kalenderjahres. Ist das Projekt Kalenderjahr übergreifend, ist dies im Finanzplan darzustellen.

Im Finanzplan müssen alle dem Projekt zugeordneten Ausgaben – jeweils mit präziser Berechnungsgrundlage – sowie Einnahmen aufgeführt sein. Außerdem muss aus dem Finanzplan eindeutig erkennbar sein, welche Fördersumme bei der UNO-Flüchtlingshilfe beantragt wird.

Alle im Projektantragsformular erwähnten Komponenten des Projekts sind klar und unmissverständlich auch im Finanzplanformular aufzuführen.

Als Anlagen sind folgende Unterlagen erforderlich:

  • Satzung/ Gesellschaftervertrag
  • letzter Jahres-/Tätigkeitsbericht
  • aktueller Freistellungsbescheid des Finanzamts
  • Kopie des Auszugs aus dem Vereinsregister/ Handelsregister
  • Kooperationsvereinbarungen (nur bei Kooperationsprojekten)
  • Kopien bereits bewilligter Drittmittel

Der Antrag ist termingerecht bis 17:00 Uhr vor der jeweiligen Antragsfrist einzureichen an:

UNO-Flüchtlingshilfe e.V.
Referat Projektförderung
Graurheindorfer Str. 149a
53117 Bonn

B) AUSWAHLVERFAHREN

Nach Eingang eines Antrages wird dieser auf formale und inhaltliche Kriterien geprüft. Anträge, die den Kriterien nicht genügen, sind vom weiteren Auswahlverfahren ausgeschlossen. Den Förderkriterien entsprechende Anträge werden dem Vorstand zur Entscheidungsfindung vorgelegt. Gewöhnlich erhalten die Antragsteller innerhalb von vier Wochen nach dem jeweiligen Fristende einen Bescheid.

5) Rechtsanspruch

Über die Gewährung der Fördermittel entscheidet der Vorstand der UNO-Flüchtlingshilfe. Ein Rechtsanspruch besteht nicht.

Mit der Antragstellung und der Annahme von Fördermitteln werden die Förderrichtlinien vom Mittelempfänger anerkannt.

 

C) NACH DER BEWILLIGUNG

6) Mitteilungspflicht

Der Fördermittelempfänger ist verpflichtet, der UNO-Flüchtlingshilfe auf Verlangen jederzeit Auskunft über den aktuellen Stand des Projektes zu erteilen sowie ggf. einen Besuch zu ermöglichen.
Ohne Aufforderung und unverzüglich hat der Projektträger die UNO-Flüchtlingshilfe zu unterrichten, wenn:

  • sich die Projektlaufzeit verändert,
  • für die Bewilligung maßgebliche Umstände sich ändern oder wegfallen,
  • das Projektziel nicht wie vorgesehen erreichbar ist,
  • ein Insolvenzverfahren gegen ihn beantragt oder eröffnet worden ist,
  • der Verwendungsnachweis nicht innerhalb der Fristen vorgelegt werden kann.

7) Mittelabrufe und Verwendung der Mittel

Nach Erhalt der Bewilligung können 50 % der bewilligten Mittel als erste Rate abgerufen werden. Nach Ablauf der ersten Hälfte der Projektlaufzeit kann der Abruf der zweiten Rate erfolgen. Bei einer Bewilligungssumme unter 10.000 EUR kann die gesamte Summe in einer Rate abgerufen werden.

Der Mittelabruf ist über das standardisierte Mittelabrufformular einzureichen. Eine Anforderung per E-Mail oder Fax ist möglich.

Ausgezahlte Mittel dürfen nur für das beantragte Projekt und die beschriebenen Maßnahmen verwendet werden. Änderungen bedürfen der vorherigen Zustimmung der UNO-Flüchtlingshilfe.

Fördermittel, die nicht binnen 12 Monaten nach Projektbeginn abgerufen werden, verfallen.

D) BERICHTERSTATTUNG UND VERWENDUNGSNACHWEIS

Spätestens drei Monate nach Projektende muss der UNO-Flüchtlingshilfe durch den Mittelempfänger ein Abschlussbericht über folgende Punkte vorgelegt werden:

  • Zusammenfassung der durchgeführten Maßnahmen und Aktivitäten
  • Ergebnisse und ihre Bewertung, einschließlich eventueller Abweichungen von den inhaltlichen bzw. finanziellen Planvorgaben

Der Abschlussbericht muss mit dem standardisierten Berichtsformular eingereicht werden. Eine vollständige Auflistung der verwendeten Mittel ist im Verwendungsnachweisformular  beizufügen. Die Verwendung beider Formulare ist bindend und stellt die Vollständigkeit des Berichts sicher.

Der Antragsteller erklärt sich damit einverstanden, dass Erfahrungen und Ergebnisse aus den geförderten Projekten sowie die Berichte durch die UNO-Flüchtlingshilfe verwertet und veröffentlicht werden können.

Bei allen geförderten Maßnahmen und Projekten ist in geeigneter, herausgehobener Stelle auf die Förderung durch die UNO-Flüchtlingshilfe hinzuweisen. Die Verwendung des Logos der UNO-Flüchtlingshilfe ist sowohl im Print-Bereich als auch online obligatorisch und sollte bei Letzerem mit einer Verlinkung auf die Homepage der UNO-Flüchtlingshilfe verbunden sein.

Die UNO-Flüchtlingshilfe ist berechtigt, die zweckentsprechende Verwendung gegebenenfalls durch Einsichtnahme in die Antrags- und Geschäftsunterlagen, auch an Ort und Stelle, zu prüfen oder prüfen zu lassen. Der Zuwendungsempfänger hat die Belege sowie alle sonst mit der Förderung zusammenhängenden Unterlagen bis fünf Jahre nach Vorlage des Verwendungsnachweises aufzubewahren, sofern nicht durch steuerrechtliche oder andere Vorschriften eine längere Aufbewahrungsfrist verlangt ist.

Der Abschlussbericht ist termingereicht drei Monate nach Projektende per Post einzureichen an:

UNO-Flüchtlingshilfe e.V.
Referat Projektförderung
Graurheindorfer Str. 149a
53117 Bonn

8) Rückforderung

In folgenden Fällen behält sich die UNO-Flüchtlingshilfe eine Rückforderung der gewährten Fördermittel vor:

  • bei unsachgemäßen Angaben, insbesondere über Antragsteller, Referenzen, Qualifikationen, Umfang und Maßnahmen
  • bei nicht bestimmungsgemäßer Verwendung
  • bei fehlenden Angaben oder nicht rechtzeitigem Nachweis über die Verwendung der Mittel
  • bei fehlender Berichterstattung
  • bei Verweigerung der Kooperation oder von Auskünften


Das Referat Projektförderung kann bei Rückfragen konsultiert werden:

Luna Borgböhmer

borgboehmer@uno-fluechtlingshilfe.de

Tel: (0228) 90 90 86-53

Stand: 2017_08