Informationen zur Projektförderung

Förderrichtlinien der UNO-Flüchtlingshilfe

1) Förderziele

Die UNO-Flüchtlingshilfe unterstützt Hilfsprojekte für Flüchtlinge im In- und Ausland. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Bewältigung von Fluchtfolgen. Ziel hierbei ist es, Geflüchteten ein menschenwürdiges und autarkes Leben zu ermöglichen. Auch die Eingliederung geflüchteter Menschen nach ihrer freiwilligen Rückkehr oder ihre Integration in das Aufnahme- bzw. Drittland sind wichtige Aufgaben der UNO-Flüchtlingshilfe.

In Deutschland liegt der Fokus darauf, Flüchtlinge durch Beratung und Betreuung, z.B. in den Bereichen Gesundheitsförderung oder Rechts- und Asylverfahren, in einem selbstbestimmten Leben zu unterstützen. Da Frauen, Kinder, Ältere und besonders bedürftige Menschen am schwersten von Flucht und Vertreibung betroffen sind, werden Projekte für diesen Personenkreis bevorzugt gefördert.

Ebenso werden durch die UNO-Flüchtlingshilfe Projekte gefördert, die ein Bewusstsein für das Schicksal von Flüchtlingen schaffen und somit die Hilfsbereitschaft in der Gesellschaft stärken.

2) Antragsberechtigte

Förderanträge können von als gemeinnützig anerkannten Organisationen, Institutionen, Vereinen oder Wohlfahrtsverbänden gestellt werden, die im Bereich der Flüchtlingsarbeit bereits über Projekterfahrung verfügen. Privatpersonen und Einzelfallhilfen sind von der Förderung ausgenommen.

Beispiele von Antragsberechtigten:

  • ein gemeinnütziger Verein, dessen Projekt von seiner Satzung gedeckt ist
  • eine kirchliche/ diakonische Einrichtung
  • eine gGmbH

Beispiele von Nicht-Antragsberechtigten:

  • Schulklassen
  • Einzelpersonen
  • gewerbliche Einrichtungen

3) Förderumfang

Die Förderung dient zum Ausgleich einer Deckungslücke bzw. zur Fehlbedarfsfinanzierung. Die Deckungslücke soll in der Regel 20% des Projektvolumens nicht überschreiten. Eine höhere Förderung bedarf der besonderen Begründung. Die Förderung der UNO-Flüchtlingshilfe schließt eine Vollfinanzierung des Projektes aus. Nachweise über beantragte sowie bewilligte Drittmittel sind beizufügen (siehe Punkt 4). Die Projektlaufzeit pro Antrag darf den Zeitraum von 12 Monaten nicht überschreiten. Zudem müssen Eigenmittel vom Projektträger nachgewiesen werden. 

4) Antragsstellung

Die Anträge sind vor Beginn der Maßnahme auf postalischem Wege an die UNO-Flüchtlingshilfe zu stellen. Für 2017 gelten folgenden Antragsfristen:

13. Februar 2017
18. April 2017
14. August 2017
23. Oktober 2017

Der Antrag besteht aus drei Teilen: einer Projektbeschreibung (siehe Projektantragsformular), einem Finanzplan (siehe Finanzplanformular) und den Anlagen.

Der Antrag muss mit dem standardisierten Projektantragsformular eingereicht werden. Die Verwendung des Formulars ist bindend und stellt die Vollständigkeit des Antrages sicher.

Der Finanzplan muss mit dem standardisierten Finanzplanformular eingereicht werden. Ebenso wie beim Antragsformular ist der Gebrauch des Formulars obligatorisch. In der Regel bezieht sich ein Antrag auf den Zeitraum eines Kalenderjahres.

Im Finanzplan müssen alle dem Projekt zugeordneten Ausgaben – jeweils mit präziser Berechnungsgrundlage – sowie Einnahmen aufgeführt sein. Außerdem muss aus dem Finanzplan eindeutig erkennbar sein, welche Summe bei der UNO-Flüchtlingshilfe beantragt wird.

Drittmittelgeber sowie Eigenmittel sind im Finanzplan anzugeben und nachzuweisen (z.B. AMIF-Bescheide).

Alle im Projektantragsformular erwähnten Komponenten des Projekts finden sich klar und unmissverständlich auch im Finanzplanformular wieder.

Als Anlagen sind folgende Unterlagen erforderlich:

  • Satzung
  • letzter Jahres-/Tätigkeitsbericht
  • aktueller Freistellungsbescheid des Finanzamts
  • Kopie des Auszugs aus dem Vereinsregister
  • Kooperationsvereinbarungen (nur bei Kooperationsprojekten)
  • Kopien bereits bewilligter Drittmittel

Die folgenden Unterlagen sind hilfreich, aber nicht zwingend notwendig:

  • Referenzen, Empfehlungen oder Stellungnahmen von Mitgliedern der Zielgruppe, relevanten Regierungsbehörden, anderen sozialen Dienstleistern, Dachverbänden, usw.

Der Antrag ist bis zum Stichtag um 17:00 Uhr einzureichen an:

UNO-Flüchtlingshilfe e.V.
Referat Projektförderung
Graurheindorfer Str. 149a
53117 Bonn

5) Auswahlverfahren

Nach Eingang eines Antrages wird dieser auf formelle und inhaltliche Kriterien geprüft. Anträge, die den Kriterien nicht genügen, werden zumindest zunächst nicht weiter bearbeitet. Den Förderkriterien entsprechende Anträge werden dem Vorstand zur Entscheidungsfindung vorgelegt. Gewöhnlich erhalten Antragsteller innerhalb von vier Wochen nach jeweiligem Fristende ihren Bescheid.

6) Rechtsanspruch

Über die Gewährung der Fördermittel entscheidet der Vorstand der UNO-Flüchtlingshilfe. Ein Rechtsanspruch besteht nicht.

Mit der Antragstellung und der Annahme von Fördermitteln werden die Förderrichtlinien vom Mittelempfänger anerkannt.

 

NACH DER BEWILLIGUNG

7) Mitteilungspflicht

Der Fördermittelempfänger ist verpflichtet, der UNO-Flüchtlingshilfe jederzeit auf Verlangen Auskunft über den aktuellen Stand des Projektes zu erteilen sowie ggf. einen Besuch zu ermöglichen.
Ohne Aufforderung und unverzüglich hat der Projektträger die UNO-Flüchtlingshilfe zu unterrichten, wenn:

  • sich die Projektlaufzeit verändert,
  • für die Bewilligung maßgebliche Umstände sich ändern oder wegfallen,
  • das Projektziel nicht wie vorgesehen erreichbar ist,
  • ein Insolvenzverfahren gegen ihn beantragt oder eröffnet worden ist,
  • der Verwendungsnachweis nicht innerhalb der Fristen gesendet werden kann.

8) Mittelabrufe und Verwendung der Mittel

Nach Erhalt der Bewilligung können 50 % der bewilligten Mittel als erste Rate abgerufen werden. Nach Ablauf der ersten Hälfte der Projektlaufzeit kann der Abruf der zweiten Rate erfolgen. Bei einer Bewilligungssumme unter 10.000 EUR kann die gesamte Summe in einer Rate abgerufen werden.

Der Mittelabruf ist über das standardisierte Mittelabrufformular einzureichen. Eine Einsendung per E-Mail ist möglich.

Ausgezahlte Mittel dürfen nur für das beantragte Projekt und die beschriebenen Maßnahmen verwendet werden. Änderungen bedürfen der vorherigen Zustimmung der UNO-Flüchtlingshilfe.

Fördermittel, die nicht binnen 12 Monaten nach der Bewilligung abgerufen werden, verfallen.

9) Berichterstattung und Verwendungsnachweis

Bis spätestens drei Monate nach Projektende muss der UNO-Flüchtlingshilfe durch den Mittelempfänger ein Abschlussbericht über folgende Punkte vorgelegt werden:

  • Zusammenfassung durchgeführter Maßnahmen und Aktivitäten
  • Ergebnisse und ihre Bewertung, einschließlich eventueller Abweichungen von den finanziellen Planvorgaben

Der Abschlussbericht muss mit dem standardisierten Berichtsformular eingereicht werden. Eine vollständige Auflistung der verwendeten Mittel ist im Verwendungsnachweisformular  beizufügen. Die Verwendung beider Formulare ist bindend und stellt die Vollständigkeit des Berichts sicher.

Der Antragsteller erklärt sich damit einverstanden, dass Erfahrungen und Ergebnisse aus den geförderten Projekten sowie die Berichte durch die UNO-Flüchtlingshilfe verwertet und veröffentlicht werden können.

Bei allen geförderten Maßnahmen und Projekten ist in geeigneter und auch für Außenstehende nachvollziehbarer Weise auf die Förderung durch die UNO-Flüchtlingshilfe hinzuweisen.

Die UNO-Flüchtlingshilfe ist berechtigt, die zweckentsprechende Verwendung ggf. durch Einsichtnahme in die Antrags- und Geschäftsunterlagen, auch an Ort und Stelle, zu prüfen oder prüfen zu lassen. Der Zuwendungsempfänger hat die Belege sowie alle sonst mit der Förderung zusammenhängenden Unterlagen bis fünf Jahre nach Vorlage des Verwendungsnachweises aufzubewahren, sofern nicht nach steuerrechtlichen oder anderen Vorschriften eine längere Aufbewahrungsfrist bestimmt ist.

Der Endbericht ist termingereicht drei Monate nach Projektende per Post einzureichen:

UNO-Flüchtlingshilfe e.V.
Referat Projektförderung
Graurheindorfer Str. 149a
53117 Bonn

10) Rückforderung

In folgenden Fällen behält sich die UNO-Flüchtlingshilfe eine Rückforderung der gewährten Mittel vor:

  • bei unsachgemäßen Angaben, insbesondere über Antragsteller, Referenzen, Qualifikationen, Umfang und Maßnahmen
  • bei nicht bestimmungsgemäßer Verwendung
  • bei fehlenden Angaben oder nicht rechtzeitigem Nachweis über die Verwendung der Mittel
  • bei fehlender Berichterstattung
  • bei Verweigerung der Kooperation oder von Auskünften.

Bei Rückfragen erteilt das Referat Projektförderung Auskunft:

Luna Borgböhmer

borgboehmer@uno-fluechtlingshilfe.de

Tel: (0228) 90 90 86-53

Stand: 2017_03