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Das Flüchtlingslager nach dem Brand
© UNHCR

Bangladesch: Feuer in Flüchtlingslager Kutupalong

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Feuer verursacht große Not unter Rohingya-Flüchtlingen

Am 22. März 2021 brach im Flüchtlingslager Kutupalong Balukali ein massives Feuer aus und brachte Tod, Zerstörung und großes Leid mit sich.

Nach jetzigem Stand wurden rund 9.500 Unterkünfte sowie mehr als 1.600 Einrichtungen wie Krankhäuser, Schulen und Registrierungszentren zerstört oder beschädigt.

Etwa 48.000 Rohingya-Flüchtlinge sind durch das Feuer obdachlos geworden.

UNHCR-Soforthilfe für Brandopfer

Der UNHCR verteilte als Soforthilfemaßnahme mehrere Tausend Decken, Moskitonetze, Solarlampen, Hygiensets und Küchensets.

Gleichzeitig wurden für die Betroffenen Latrinen, Wasserkanister und Trinkwasser bereitgestellt.

Der UNHCR stellte zudem medizinische Unterstützung zur Behandlung von Verbrennungspatienten bereit.

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Feuer in Kutupalong

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Folgen der Feuerkatastrophe

Trauma und Ängste

Die psychische Belastung durch dieses Feuer hat enorme Auswirkungen auf Flüchtlinge, die bereits ein Trauma erlitten haben, als sie in der jüngeren Vergangenheit gezwungen waren, aus Myanmar zu fliehen. Fast 200 Mitarbeiter für psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung wurden vom UNHCR und seinen Partnern eingesetzt, um traumatisierten Opfern sowie Mitarbeitern an vorderster Front psychosoziale Erste Hilfe zu leisten. Rund 4.000 Flüchtlinge haben durch den UNHCR und Partner psychosoziale Unterstützung erhalten.

Betroffene Flüchtlinge berichten voller Trauer darüber, dass sie erneut alles verloren haben und Angst vor der Obdachlosigkeit haben sowie der Sorge um noch verschollene Familienmitglieder.

Ausweis- und Rechtsdokumente

Während des Brandes gingen nicht nur die Besitztümer von Tausenden Familien verloren, sondern auch ihre Dokumente. Der UNHCR bereitet die Neuausstellung von Registrierungsdokumenten vor und das UNHCR-Registrierungsteam wird in den nächsten drei Wochen an den Verteilungspunkten für Lebensmittel eingesetzt, um die erneute Ausstellung von Dokumenten für Familien zu erleichtern, die ihre während des Brandes verloren haben.

Familienzusammenführung

Seit dem Brand haben UNHCR-Partner mehr als 600 getrennte Kinder identifiziert. Die meisten wurden inzwischen wieder mit ihren Familien vereint, während nur 27 getrennte Kinder weiterhin betreut werden. Dazu wurden von UNHCR-Schutzpartnern zwei Helplines zum Schutz von Kindern und vier Helpdesks zur Wiedervereinigung eingerichtet.

Neubau von Unterkünften

Der UNHCR hofft, dass diese Tragödie eine Gelegenheit bietet, um qualitativ hochwertigere Schutzräume zu gewährleisten, die den Mindeststandards entsprechen. Zudem sollen Brandschneisen angelegt werden, die im Falle eines Feuers, die Ausbreitung eindämmen.

Zusätzlicher Hilfsbedarf unter schwierigen Umständen

Der finanzielle Bedarf des UNHCR für die Unterstützung der Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch beträgt im Jahr 2021 294,5 Millionen US-Dollar. Bisher ist das Hilfsprogramm jedoch nur zu 20% finanziert. Durch den verheerenden Brand ist der Hilfsbedarf nochmals angestiegen und der UNHCR benötigt allein dafür rund 5,9 Millionen US-Dollar.

Um die humanitäre Hilfe aufrecht zu erhalten und die Rohingya-Flüchtlinge sowie ihre bangladeschischen Gastgeber zu schützen und zu unterstützen, brauchen wir jede Unterstützung, die nur möglich ist.

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Hintergrund: Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch

Rund 877.000 Rohingya-Flüchtlinge aus Myanmar leben derzeit in Bangladesch. Ein Großteil von ihnen (etwa 700.000 Menschen) floh im August 2017 dorthin. 

Im Distrikt Cox's Basar entstand das größte Flüchtlingslager der Welt: Kutupalong. Dort leben auf einer Fläche von rund 13 Quadratkilometern über 600.000 Flüchtlinge aus Myanmar.

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