Flüchtlinge in Bangladesch (Januar 2026)
Rohingya Flüchtlinge leben in Cox's Bazar (Januar 2026)
Die Lage der Rohingya-Flüchtlinge
Stand: Januar 2026
Mehr als eine Million Rohingya-Flüchtlinge leben heute in Cox’s Bazar in Bangladesch – dem größten Flüchtlingscamp der Welt. Die Rohingya sind eine ethnische Minderheit aus Myanmar, der dort seit Jahrzehnten grundlegende Rechte verwehrt werden. Da ihnen die Staatsbürgerschaft entzogen wurde, gelten sie als die größte staatenlose Bevölkerungsgruppe weltweit.
Die meisten Rohingya flohen 2017 nach Bangladesch, um brutaler Verfolgung, massiver Gewalt und schweren Menschenrechtsverletzungen zu entkommen. Bis heute sind sie vollständig auf humanitäre Hilfe angewiesen: auf Schutz, Nahrung, sauberes Wasser, medizinische Versorgung und sichere Unterkünfte.
"Wir haben so viele traumatische Erlebnisse überstanden. Selbst das Platzen eines Luftballons macht uns nachts Angst. Wir fürchten, niemals in unsere Heimat zurückkehren zu können. Und wir sorgen uns um die Zukunft unserer Kinder.“
Nur Kalam (21), Rohingya-Geflüchteter und ehrenamtlicher Community-Berater, Camp Kutupalong
Die Lebensbedingungen in den Camps sind extrem herausfordernd. In der dicht besiedelten Region von Cox’s Bazar sowie aufder Insel Bhasan Char leben die Menschen in provisorischen Unterkünften.
Gleichzeitig gehört Bangladesch zu den weltweit am stärksten von Naturkatastrophen betroffenen Ländern. Zyklone, Überschwemmungen und Erdrutsche bedrohen das Leben der Rohingya immer wieder aufs Neue.
Unterfinanzierung: Humanitäre Hilfe unter Druck
Doch die humanitäre Hilfe für die Rohingya ist chronisch unterfinanziert. Trotz des anhaltenden Bedarfs stehen UNHCR und seine Partner vor großen Finanzierungslücken. Fehlende Mittel gefährden lebenswichtige Maßnahmen – etwa die Versorgung mit sauberem Wasser, medizinische Hilfe, Schutzprogramme für Frauen und Kinder oder die Vorbereitung auf Naturkatastrophen.
Ohne ausreichende finanzielle Unterstützung müssen Hilfsangebote eingeschränkt oder ganz eingestellt werden. Für die Rohingya, die keine andere Absicherung haben, bedeutet das zusätzliche Unsicherheit in einer ohnehin extrem prekären Situation.
Kutupalong: Die größte Flüchtlingssiedlung weltweit
Durch die hohe Anzahl von Geflüchteten ist im Distrikt Cox's Basar eine Ansiedlung von Flüchtlingsunterkünften entstanden, die in ihrer Ausbreitung ihres Gleichen sucht. Kutupalong ist mittlerweile mit über 1 Millionen Bewohner*innen das größte Flüchtlingslager der Welt.
FAQ
Wie ist das Leben in den Rohingya-Flüchtlingslagern in Bangladesch?
Die Lage in den Camps rund um Cox’s Bazar ist extrem angespannt: Auf nur 24 Quadratkilometern leben rund 1,1 Millionen Menschen, mehr als 70 % sind Frauen und Kinder.
Die hohe Bevölkerungsdichte setzt Versorgung und Infrastruktur stark unter Druck – besonders betroffen sind etwa Alleinerziehende, unbegleitete Kinder und Menschen mit besonderen Bedürfnissen.
Viele Unterkünfte sind provisorisch und bieten nur begrenzten Schutz. Die Hygienesituation ist kritisch: Im Durchschnitt teilen sich 38 Personen eine Latrine oder Badeeinrichtung, was Gesundheitsrisiken erhöht – vor allem für Frauen und Mädchen, denen es oft an geschützten, sicheren Räumen fehlt.
Warum ist die Monsunzeit so gefährlich?
Die Camps liegen in einer Region, die besonders anfällig für Überschwemmungen, Erdrutsche und Stürme ist – während der Monsunzeit wird das zur akuten Bedrohung.
Jedes Jahr müssen Familien teils evakuiert werden, beschädigte Unterkünfte werden notdürftig repariert. Hilfspakete (z. B. Planen, Seile, Matten, Decken, Hygieneartikel) sollen die schlimmsten Folgen abfedern.
UNHCR setzt auf Katastrophenvorsorge und Klimaresilienz (Schulungen, klimaangepasstes Standortmanagement, Umweltschutz). Dazu gehört auch die Verteilung von Flüssiggas sowie das Pflanzen von Bambus und Vetiver-Gras, um Umwelt und Böden zu stabilisieren und Risiken zu mindern.
Welchen rechtlichen Status haben Rohingya in Bangladesch?
Bangladesch hat die Genfer Flüchtlingskonvention und das Protokoll von 1967 nicht unterzeichnet. Dadurch fehlt ein nationaler Asyl-Rechtsrahmen – viele Geflüchtete haben keinen legalen Aufenthaltsstatus, was das Sicherheitsrisiko erhöht.
Die Regierung betont den vorübergehenden Charakter der Anwesenheit und setzt als primäre Lösung auf freiwillige Rückkehr.
Gleichzeitig bedeutet die fehlende rechtliche Anerkennung, dass Geflüchtete ihren Lebensunterhalt nicht regulär verdienen können und der Zugang zu Bildung eingeschränkt ist – was einige zur gefährlichen Weiterreise über das Meer treibt.
Hilfe am Limit
Die humanitäre Hilfe steckt in einer schweren Finanzierungskrise.
Weltweit verlieren Flüchtlinge den Zugang zu lebenswichtiger Hilfe – weil das Geld fehlt.
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