Menschen verlassen Venezuela
© UNHCR/H.Caux

Nothilfe für Flüchtlinge aus Venezuela

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6,1 Millionen Menschen haben das Land verlassen

(Stand 7.7.2022)
Laut dem UNHCR-Global Report verließen bis Ende 2021 6,1 Millionen Menschen Venezuela. Unter den 6,1 Millionen Menschen sind sowohl Flüchtlinge, als auch Asylantragsteller und Menschen aus Venezuela, die noch keinen Flüchtlingsstatus beantragt haben, die jedoch wahrscheinlich Schutz benötigen. Rund 5 Millionen Menschen aus Venezuela haben in benachbarten Ländern Zuflucht gefunden. 1,8 Millionen von ihnen haben in Kolumbien Zuflucht gefunden.

Dies ist nicht nur die größte Flucht- und Migrationsbewegung in der jüngeren Vergangenheit Südamerikas, auch weltweit gibt es kaum eine Region, wo so viele Menschen ihr Land verlassen haben.

Mit der steigenden Zahl der Menschen, die ihr Land verlassen, wächst die Not, da entlang der Fluchtrouten sauberes Wasser und Nahrung fehlen. Gleichzeitig drohen die Menschen in die Illegalität abzurutschen, da sie keinen sicheren Rechtsstatus mehr haben.

Ich wusste, dass wenn ich das Risiko nicht eingehen würde, die Dinge noch schlimmer werden würden.

Grexys González machte sich mit ihrer 2-jährigen Tochter auf den Weg von Venezuela nach Kolumbien. Die Ölfirma, bei der die junge Buchhalterin arbeitete, hatte das Gehalt nicht mehr gezahlt und Grexys konnte die monatlichen Arztbesuche für ihre chronisch kranke Tochter und die steigenden Lebensmittelpreise nicht mehr bezahlen. Abgemagert kam sie in der Grenzregion an und wurde mit einer Ruhrinfektion ins Krankenhaus gebracht. Sie wog nur noch 47 Kilo.

Warum fliehen die Menschen aus Venezuela?

Das ehemals stabile und prosperierende Venezuela stürzt seit dem Amtsantritt von Präsident Maduro 2013 immer tiefer ins Chaos. Seitdem ist die Wirtschaft um ein Drittel geschrumpft, durch die Hyperinflation ist das Geld praktisch wertlos. Viele Venezolaner sind verarmt und hungern. Das Gesundheitssystem ist zusammengebrochen. Krankheiten breiten sich aus.

Die Kriminalität ist enorm angestiegen und marodierende Banden machen das Land unsicher. Die Regierung ist nicht mehr in der Lage, dem Terror und der Gewalt Einhalt zu gebieten.

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Venezuela Flüchtlingskrise Baby Neymar

Corona-Pandemie verschärft die Not

Die durch die Pandemie ausgelöste sozioökonomische Krise in der gesamten Region hat die venezolanischen Flüchtlingen und Migranten, die oftmals am Rande der Gesellschaft leben, besonders getroffen. Viele haben alle Einkommensquellen verloren, was sie dem Elend, Obdachlosigkeit, Ausbeutung und Missbrauch aussetzt.

Wie hilft der UNHCR vor Ort ?

Entlang der Fluchtrouten und in den Grenzregionen sind UNHCR-Mitarbeiter*innen im Einsatz: Sie verteilen Trinkwasser und Hilfspakete an die flüchtenden Menschen.

In den Nachbarländern arbeitet UNHCR mit den Behörden zusammen, um Neuankömmlinge zu registrieren und die Versorgung mit grundlegenden Dienstleistungen sicherzustellen. Die Registrierung ist wichtig, da die Menschen erst dann unter dem Schutz der Genfer Flüchtlingskonvention stehen und Zugang zu Lebensmitteln und Gesundheitsversorgung, Bildung und Arbeit ermöglicht.

Schon 2018 wurde die Regionale Inter-Agency-Koordinierungsplattform (R4V) eingerichtet, der bislang über 190 Organisationen beigetreten sind und die die Koordination der Hilfsmaßnahmen erheblich vereinfacht.

Unterfinanzierung der Hilfsmaßnahmen

Die Hilfsmaßnahmen für venezolanische Flüchtlinge vom UNHCR waren in den vergangenen Jahren stark unterfinanziert.

Die Unterstützung und Hilfsmaßnahmen mussten aufgrund der Unterfinanzierung in wichtigen Bereichen wie Ernährung, Bildung oder dem Schutz von Kindern eingestellt werden. Aufnahmeeinrichtungen an den Grenzen in Brasilien und Kolumbien konnten zum Teil keine Unterkünfte oder Basis-Hilfsgüter bereitstellen. Gleichzeitig konnten Corona-Maßnahmen nicht mehr in vollem Umfang durchgeführt werden.

Um den geflüchteten Menschen aus Venezuela im Jahr 2022 in allen Lebensbereichen helfen zu können, benötigt der UNHCR 366 Millionen US-Dollar. Bis Mitte 2022 waren erst 19 Prozent davon finanziert.

Um den Flüchtlingen weiter helfen zu können, brauchen wir dringend Ihre Unterstützung!

 

 

 

 

Vater mit Kind auf Arm überquert Fluss

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