Menschen verlassen Venezuela
© UNHCR/H.Caux
Menschen verlassen Venezuela
© UNHCR/H.Caux

Humanitäre Krise in Venezuela

7,9
Millionen

Flüchtlinge und Migranten aus Venezuela weltweit (Ende 2025)

1,3
Millionen

Asylsuchende aus Venezuela weltweit (Ende 2025)

395
Tausend

registrierte Flüchtlinge aus Venezuela (Ende 2025)

Venezuela: Flucht und Migration halten an

Stand: Januar 2026

Was als wirtschaftliche Krise begann, ist längst zu einem komplexen humanitären Notfall geworden. Aktuell haben rund 7,9 Millionen Venezolaner*innen ihr Land verlassen. Sie fliehen vor Hunger, fehlender medizinischer Versorgung und politischer Unterdrückung – Bedingungen, unter denen ein Leben in Würde kaum noch möglich ist.

Gastländer in der Region haben Venezolaner*innen bislang großzügig aufgenommen, stehen aber zunehmend vor großen Herausforderungen. 

Warum verlassen so viele Menschen Venezuela?

Venezuelas Bevölkerung flieht vor einer tiefen menschlichen, politischen und wirtschaftlichen Krise. Hauptgründe sind:

  • Wirtschaftlicher Zusammenbruch mit Hyperinflation, massiver Armut und Arbeitslosigkeit, was das tägliche Überleben erschwert.  
  • Mangel an Grundversorgung, einschließlich Nahrung, Medikamente, Wasser, Strom und Gesundheitsleistungen.  
  • Unsicherheit und Gewalt, mit einer der weltweit höchsten Kriminalitätsraten.  
  • Politische Repression und Menschenrechtsverletzungen, die viele als existenzielle Bedrohung erleben.  


Viele Menschen verlassen das Land nicht aus freien Stücken, sondern als Überlebensstrategie, um das Leben ihrer Familien zu sichern. 

Wie viele Menschen haben Venezuela verlassen?

In den letzten Jahren hat sich Venezuela zu einer der größten Migrationskrisen der Welt entwickelt:

  • Rund 7,9 Millionen Menschen haben das Land verlassen – das entspricht etwa einem Viertel der Bevölkerung.  
  • Diese Zahl macht die venezolanische Krise zu einer der größten globalen Flucht und Migrationsbewegungen auf dem amerikanischen Kontinent.  

In welche Länder fliehen Venezolaner*innen?

Die größte Zahl der Geflüchteten ist in Lateinamerika und der Karibik:

  • Kolumbien (ca. 2,8 Millionen)
  • Peru (ca. 1,7 Millionen)
  • Brasilien, Chile, Ecuador und mehrere andere Länder nehmen ebenfalls große Gruppen auf.  

Auch in Europa und Nordamerika beantragen Venezolaner zunehmend Asyl, insbesondere in Spanien und den USA.

Welche Herausforderungen erleben Geflüchtete während der Flucht?

Menschen, die Venezuela verlassen, stehen vor großen Risiken:

  • Gefährliche Routen, lange Fußmärsche und schlechte Infrastruktur.  
  • Unsichere Lebensbedingungen in Aufnahmeländern, oftmals mit begrenztem Zugang zu regulärem Schutzstatus oder sozialen Leistungen.  
  • Diskriminierung und rechtliche Unsicherheiten, besonders in Regionen mit restriktiven Migrationspolitiken.  

Wie ist die humanitäre Lage innerhalb Venezuelas aktuell?

Trotz vereinzelter Anzeichen wirtschaftlicher Stabilisierung bleibt die Lage schwierig:

  • Millionen Menschen sind weiterhin auf humanitäre Hilfe angewiesen.  
  • Grundbedürfnisse wie Ernährung, medizinische Versorgung und Sicherheit sind für viele nicht erfüllt.  

Was sind die größten Herausforderungen für Aufnahmeländer?

Empfangsländer stehen vor Belastungen wie:

  • Integration und Versorgung großer Migrantengruppen
  • Regulierung von Aufenthaltsstatus und Zugang zu Arbeitsmärkten
  • Bereitstellung von Gesundheits  und Sozialsystemen


Internationale Zusammenarbeit und Ressourcen sind entscheidend, um eine humane und nachhaltige Lösung zu finden.  

Ich wusste, dass wenn ich das Risiko nicht eingehen würde, die Dinge noch schlimmer werden würden.

Grexys González machte sich mit ihrer 2-jährigen Tochter auf den Weg von Venezuela nach Kolumbien. Die Ölfirma, bei der die junge Buchhalterin arbeitete, hatte das Gehalt nicht mehr gezahlt und Grexys konnte die monatlichen Arztbesuche für ihre chronisch kranke Tochter und die steigenden Lebensmittelpreise nicht mehr bezahlen. Abgemagert kam sie in der Grenzregion an und wurde mit einer Ruhrinfektion ins Krankenhaus gebracht. Sie wog nur noch 47 Kilo.

Wie hilft der UNHCR?

Die Bewältigung dieser Fluchtbewegung ist eine enorme Herausforderung für die gesamte Region Amerika. Da die Grenzen zwischen Flucht und wirtschaftlicher Migration oft verschwimmen, wurde die Plattform R4V (Response for Venezuelans) ins Leben gerufen.

Gemeinsam mit Regierungen, Partnerorganisationen und der Zivilgesellschaft arbeitet der UNHCR daran, venezolanische Flüchtlinge und Migrant*innen zu schützen, ihre humanitären Bedürfnisse zu decken und ihre soziale und wirtschaftliche Integration zu fördern.

Lebensrettende Hilfe

Entlang der Fluchtrouten und in den Grenzregionen sind UNHCR-Mitarbeiter*innen im Einsatz: Sie verteilen Trinkwasser und Hilfspakete an die flüchtenden Menschen, kümmern sich um Notunterkünfte und medizinische Versorgung.

 

Damit Familien ihre dringendsten Bedürfnisse wie Lebensmittel, Miete oder Nebenkosten decken können, leistet der UNHCR Bargeldhilfen.

In den Nachbarländern kümmert sich der UNHCR um rechtliche Beratung, achtet auf einen geregelten Zugang zu Asylverfahren und den Schutz grundlegender Flüchtlingsrechte.

 

Integration als Ziel
R4V unterstützt Regierungen dabei, venezolanische Bildungsabschlüsse anzuerkennen und den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern – damit Menschen langfristig für sich selbst sorgen können.

Trotz all dieser Bemühungen ist die Hilfe chronisch unterfinanziert. Für das Jahr 2026 werden mehr als 760 Millionen US-Dollar benötigt, um Millionen Menschen in 17 Aufnahmeländern zu unterstützen und ihre Integration zu sichern.

Hilfe am Limit

Die humanitäre Hilfe steckt weltweit in einer schweren Finanzierungskrise. 

Hilfsmaßnahmen mussten bereits in wichtigen Bereichen wie Ernährung, Bildung oder dem Schutz von Kindern eingestellt werden.

Um Menschen auf der Flucht weiter helfen zu können, brauchen wir dringend Ihre Unterstützung!

Jetzt spenden & helfen

Was ist das besondere an der Situation der geflohenen Venezolaner*innen?

Was die venezolanische Fluchtbewegung von vielen anderen unterscheidet, ist die rechtliche Anerkennung durch die Cartagena-Deklaration. Dieser regionale Rahmen greift hier in besonderem Maße: Er schützt Menschen nicht nur vor individueller Verfolgung, sondern explizit vor dem Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung. 

In Venezuela bedeutet das aktuell:

  • Akute Lebensgefahr: Durch die militärischen Auseinandersetzungen und die unklare Machtstruktur im Land ist die Sicherheit der Zivilbevölkerung nicht mehr gewährleistet.
  • Versorgungskollaps: Bei einer prognostizierten Inflation von über 600 % im Jahr 2026 sind Grundnahrungsmittel und medizinische Hilfe für die Mehrheit der Menschen unerreichbar geworden.
  • Rechtlosigkeit: Da Institutionen gelähmt sind, bietet der Staat keinen Schutz vor Gewalt oder Menschenrechtsverletzungen.

Für die internationale Gemeinschaft bedeutet dies: 

Venezolaner*innen sind nicht bloß Arbeitsmigranten, sondern Schutzsuchende, deren Rückkehr in ein Land ohne funktionierende Grundversorgung und Sicherheit lebensbedrohlich wäre.

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