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Unterkünfte, temporäre Zelte
© UNHCR

Unterkunft: Schutz & Sicherheit

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Mehr als ein Dach über dem Kopf

Nach der Flucht stehen Flüchtlinge mit Nichts da. Sie mussten meist alles zurücklassen und haben kein Dach über dem Kopf. Ganze Familien stehen plötzlich auf der Straße und müssen nicht selten unter freiem Himmel übernachten. Eine Unterkunft ist neben den Notfallhilfsgütern das Dringendste, was Flüchtlinge brauchen.

Doch eine Unterkunft ist nicht nur ein Dach oder stabile Wände. Es ist ein Ort, an dem eine Familie Mahlzeiten teilen und ungestört schlafen kann; ein Ort an dem man Hausaufgaben machen, Habseligkeiten aufbewahren, sich sicher fühlen und in Würde leben kann.

Im Notfall sind meist Zelte oder Plastikplanen die schnellste Möglichkeit, um Flüchtlinge unterzubringen. Wenn viele Menschen Sicherheit und Schutz benötigen werden Flüchtlingslager auf geeigneten Geländen gebaut.

Wann sind Flüchtlingslager notwendig?
Warum sind sie nur vorübergehend geplant?

Unterkünfte für Flüchtlinge

Je nach Region, Umgebung, Baumaterial und klimatischen Bedingungen können Unterkünfte sehr unterschiedlich aussehen.

  • Ein wenig Schatten
Der Binnenvertriebene im Jemen hat sich notdürftig einen Unterstand gebaut, um in der brütenden Hitze wenigstens ein wenig Schatten zu haben.
    © UNHCR/I.Al-Ja’adi

    Ein wenig Schatten

    Der Binnenvertriebene im Jemen hat sich notdürftig einen Unterstand gebaut, um in der brütenden Hitze wenigstens ein wenig Schatten zu haben.

  • © UNHCR/G.Goodwin

    "Bei der neuen Unterkunft kann ich die Tür richtig zumachen, sodass die Ratten nicht reinkommen können ... und das Dach ist regendicht."

    sagt Apolina, die im Flüchtlingslager Nyarugusu in Tansania lebt. Die 86-jährige Apolina hat eine Refugee Housing Unit (RHU) bekommen, damit sie nicht in Massenunterkünften leben muss.

  • Flüchtlingslager am Rande Europas
Nachdem im Herbst 2020 das Flüchtlingszentrum Moria auf Lesbos in Flammen aufging, wurde ein provisorisches Zeltlager für die obdachlos gewordenen Menschen aufgebaut. Als Übergangslösung gedacht, lag Kara Tepe auf einem freien Stück Land, nah am Meer. Die Menschen mussten dort im Winter Wind und Wetter trotzen.
    © UNHCR/A.Zavallis

    Flüchtlingslager am Rande Europas

    Nachdem im Herbst 2020 das Flüchtlingszentrum Moria auf Lesbos in Flammen aufging, wurde ein provisorisches Zeltlager für die obdachlos gewordenen Menschen aufgebaut. Als Übergangslösung gedacht, lag Kara Tepe auf einem freien Stück Land, nah am Meer. Die Menschen mussten dort im Winter Wind und Wetter trotzen.

  • Ruinen als Unterschlupf In Städten kommen Flüchtlinge, Vertriebene und Rückkehrer nicht selten in halb zerstörten Häusern oder Bauruinen unter, wie hier in einem Vorort von Damaskus. Damit die Menschen sich vor Kälte und Wind zu schützen können, verteilte der UNHCR Baumaterial und Plastikplanen.
    © UNHCR/V.Tou'meh

    Ruinen als Unterschlupf
    In Städten kommen Flüchtlinge, Vertriebene und Rückkehrer nicht selten in halb zerstörten Häusern oder Bauruinen unter, wie hier in einem Vorort von Damaskus. Damit die Menschen sich vor Kälte und Wind zu schützen können, verteilte der UNHCR Baumaterial und Plastikplanen.

  • Nachwachsend und kompostierbar Im Flüchtlingslager Kutupalong in Bangladesch ist Bambus einer der wichtigsten Baustoffe. Als nachwachsender und kompostierbarer Rohstoff, sind die stabilen und trotzdem leichten Bambusstangen auch aus ökologischer Sicht als Baumaterial sehr gut geeignet.
    © UNHCR/R.Arnold

    Nachwachsend und kompostierbar
    Im Flüchtlingslager Kutupalong in Bangladesch ist Bambus einer der wichtigsten Baustoffe. Als nachwachsender und kompostierbarer Rohstoff, sind die stabilen und trotzdem leichten Bambusstangen auch aus ökologischer Sicht als Baumaterial sehr gut geeignet.

     

  • 30 Jahre alt Das Flüchtlingslager Dadaab entstand vor rund 30 Jahren in Kenia während des Bürgerkrieges in Somalia. In den Wellbelch-Hütten leben viele Familien mit mehreren Generationen. Das Lager teilt sich in drei Bereiche Ifo, Dagahaley und Hagadera, die im Grunde wie Dörfer aussehen, mit Schulen, Märkten und Krankenhäusern.
    © UNHCR

    30 Jahre alt
    Das Flüchtlingslager Dadaab entstand vor rund 30 Jahren in Kenia während des Bürgerkrieges in Somalia. In den Wellbelch-Hütten leben viele Familien mit mehreren Generationen. Das Lager teilt sich in drei Bereiche Ifo, Dagahaley und Hagadera, die im Grunde wie Dörfer aussehen, mit Schulen, Märkten und Krankenhäusern.

     

  • Unterkunft aus Wasserflaschen
In Algerien entwickelte ein junger Ingeneur ein Modell, um aus gebrauchten Wasserflaschen haltbare Unterkünfte für Geflüchtete zu bauen.
    © UNHCR/R.Fraser

    Unterkunft aus Wasserflaschen

    In Algerien entwickelte ein junger Ingeneur ein Modell, um aus gebrauchten Wasserflaschen haltbare Unterkünfte für Geflüchtete zu bauen.

  • „Es war 8 Uhr nachts, als das Wasser kam und das Gebiet sieben Tage lang bedeckte. Ich habe alle meine Kleider verloren. Ich brauche Plastikplanen und ein oder zwei Galabias [traditionelle Kleidung].“
Der südsudanesische Flüchtling Bak, 80 Jahre alt, steht vor seiner provisorischen Hütte. Seine wenigen Besitztümer hat er durch die Flut verloren.
    © UNHCR/Roland Schönbauer

    „Es war 8 Uhr nachts, als das Wasser kam und das Gebiet sieben Tage lang bedeckte. Ich habe alle meine Kleider verloren. Ich brauche Plastikplanen und ein oder zwei Galabias [traditionelle Kleidung].“

    Der südsudanesische Flüchtling Bak, 80 Jahre alt, steht vor seiner provisorischen Hütte. Seine wenigen Besitztümer hat er durch die Flut verloren.

  • Wind und Schnee ausgeliefert Ein syrischer Flüchtling entfernt Schnee vom Dach seiner Unterkunft in einer informellen Zeltsiedlung im Bekaa-Tal, Libanon, während eines Schneesturms. Flüchtlinge, die in Zelten aus Plastikplanen in hochgelegenen Regionen leben, benötigen für den Winter Isolier- und Befestigungsmaterial, Heizmöglichkeiten und Brennstoff, um ihre Unterkünfte der Witterung anzupassen.
    © UNHCR/D.Ibarra Sánchez

    Wind und Schnee ausgeliefert
    Ein syrischer Flüchtling entfernt Schnee vom Dach seiner Unterkunft in einer informellen Zeltsiedlung im Bekaa-Tal, Libanon, während eines Schneesturms. Flüchtlinge, die in Zelten aus Plastikplanen in hochgelegenen Regionen leben, benötigen für den Winter Isolier- und Befestigungsmaterial, Heizmöglichkeiten und Brennstoff, um ihre Unterkünfte der Witterung anzupassen.

Geschützt gegen Hitze und Kälte

Bei extremen Witterungsbedingungen sind Isoliermaterial oder feste Wohncontainer eine Möglichkeit, um Flüchtlinge vor der Kälte, Regen, Schnee und Hitze zu schützen. Dazu wurden spezielle mobile Flüchtlingsunterkünfte entwickelt, die sogenannten Refugee Housing Units. Sie sind leicht zu lagern und zu transportieren und bieten Flüchtlingsfamilien auch bei extremem Wetter Schutz.

Was ist an der Refugee Housing Unit so besonders?

Flüchtlinge in der Stadt

In städtischen Regionen kommen Geflüchtete meist in Wohnungen, leerstehenden Gebäuden, Bauruinen, Schulen, Kirchengebäuden etc unter. Zur Reparatur von beschädigten Häusern und Instantsetzung von Wohnungen werden Baumaterial und Plastikplanen gebraucht, um sie witterungsbeständig zu machen.

Wenn die finanziellen Ressourcen von Flüchtlingen zur Neige gehen, bekommen Familien auch finanzielle Hilfen, um die Miete oder im Winter Heizkosten zu bezahlen.

Wenn wir etwas brauchen, kann ich es mit dem Rollstuhl holen. Raus zu kommen, ist eine große Erleichterung.

Mohammad (28) wurde bei einem Bombenangriff in Aleppo, Syrien, schwer verletzt und sitzt im Rollstuhl. Er lebt nun mit seiner Mutter und den drei Geschwistern in einer ebenerdigen Wohnung in einer Stadt in Jordanien. Dort leben fast 84% der Flüchtlinge in Stadtgebieten. Die kleine Familie ist abhängig von der monatlichen Bargeldhilfe des UNHCR, mit der sie Miete, Essen und andere Grundbedürfnisse abdecken müssen.

Wie hilft der UNHCR?

Damit Flüchtlinge und ihre Familien in Sicherheit leben können und vor Wind und Wetter geschützt,

  • verteilt der UNHCR Plastikplanen, Matratzen, Matten und Decken,
  • baut von Flüchtlingslagern mit der notwendigen Infrastruktur,
  • baut von Wohncontainern, mobilen Flüchtlingsunterkünften und Familienzelte,
  • stellt Isoliermaterial zur Vorbereitung auf den Winter oder bei großer Hitze zur Verfügung,
  • verteilt Baumaterial zur Reparatur beschädigter Unterkünfte und
  • vergibt Mietzuschüsse.
Irak Unterkunft Zeltlage

So können Sie helfen

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