Ein Junge hinter einem Bücherregal am stöbern
© UNHCR/Jaime Giménez
Ein Junge hinter einem Bücherregal am stöbern
© UNHCR/Jaime Giménez

Bildung: Zukunftsmotor für ein neues Leben

Bildung ist mehr als Lernen

Bildung schützt, stärkt und befähigt. Für geflüchtete Menschen ist Bildung oft der entscheidende Schritt aus Abhängigkeit und Unsicherheit hin zu Selbstbestimmung – und der Schlüssel zu einer eigenen Zukunft. Ob Schule, Ausbildung oder Studium: Bildung eröffnet Perspektiven, stärkt Selbstvertrauen und schafft die Grundlage für ein selbstständiges Leben.

mehr über Bildung für Flüchtlinge

Geschichten, die Mut machen

Zum Internationalen Tag der Bildung am 24. Januar erzählen wir Geschichten von Menschen, die trotz Flucht und schwieriger Lebensbedingungen ihren Bildungsweg fortsetzen konnten. Sie zeigen, was möglich wird, wenn der Zugang zu Bildung nicht vom Herkunftsort abhängt, sondern von Mut, Unterstützung und echten Chancen.

 

Ein gebildetes Mädchen stärkt eine ganze Nation.“

Tololinda Nomoi Juma, 17 Jahre alt, aus Südsudan

Bildung stärkt Selbstvertrauen und Zukunftspläne

Tololinda Nomoi Juma ist 17 Jahre alt und lebt als Geflüchtete aus dem Südsudan in der Kalobeyei-Siedlung im Norden Kenias. Sie besucht die Schule der Big Heart Foundation, in der geflüchtete Kinder und Kinder aus der aufnehmenden Gemeinschaft gemeinsam lernen. Für Tololinda war der Schulbesuch ein Wendepunkt. „Als ich hier anfing, wusste ich noch sehr wenig“, sagt sie.

Durch das Lernen habe ich erkannt: Auch als Mädchen kann ich weit kommen.“

Das gemeinsame Lernen mit Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Herkunft hat ihren Blick auf Zugehörigkeit und Gleichberechtigung geprägt. In der Schule geht es für sie nicht nur um Unterricht, sondern darum, voneinander zu lernen, Kulturen auszutauschen und Vorurteile abzubauen. „Wir sind alle gleich – egal, ob wir geflüchtet sind oder zur Aufnahmegemeinschaft gehören“, sagt sie.

Tololinda hat ein klares Ziel: Sie möchte eines Tages Bildungsministerin im Südsudan werden. Vor allem Mädchen, die keinen Zugang zu Schule haben, will sie unterstützen. Bildung bedeutet für sie Wissen, Selbstbestimmung und Schutz vor schädlichen Praktiken. 

Mit ihrer Geschichte möchte Tololinda zeigen, dass Flüchtlinge mehr sind als ihre Flucht. Sie haben Stimmen, Fähigkeiten – und eine Zukunft, die sie aktiv gestalten wollen.

Mehr zur Grundschulbildung

 

Viele Menschen verstehen nicht, was es für einen Geflüchteten bedeutet, an einer Universität studieren zu dürfen.“

Samuel Romero, 18 jahre alt, aus Venezuela
 

 

Bildung als Grundlage für Engagement

Samuel Romero flieht 2019 im Alter von 11 Jahren mit seiner Familie aus Venezuela nach Tacna im Süden Perus. Schon früh übernimmt er Verantwortung – heute ist der 18-Jährige Präsident des Tacna Youth Network, einer von UNHCR unterstützten Jugendgruppe, die geflüchtete Menschen vor Ort unterstützt.

Neben seinem Engagement steht für Samuel vor allem eines im Mittelpunkt: Bildung. Er studiert Jura an einer Universität in Tacna und lernt mehrere Sprachen. Der Weg an die Hochschule war für ihn besonders herausfordernd. 

Schon für einheimische Studierende ist der Zugang zur Universität schwer – für Geflüchtete ist er umso komplizierter.“

Umso größer ist der Stolz, diesen Schritt geschafft zu haben.

Bildung gibt Samuel nicht nur berufliche Perspektiven, sondern auch die Möglichkeit, aktiv Verantwortung zu übernehmen. Sein Ziel ist es, im internationalen Recht zu arbeiten, Brücken zwischen Ländern zu bauen und sich weltweit für andere einzusetzen.

Mehr zur Hochschulbildung

Hilfe am Limit

Die humanitäre Hilfe steckt in einer schweren Finanzierungskrise. 

Weltweit verlieren Flüchtlinge den Zugang zu lebenswichtiger Hilfe – weil das Geld fehlt.

Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende!

informieren & helfen

 

Die Ausbildung bereitet mich darauf vor, mein Wissen praktisch anzuwenden und später in meine Gemeinschaft zurückzukehren, um dort zu helfen.“

Mary Mijok, 21 Jahre alt, aus Südsudan

Bildung als Weg, der Gemeinschaft etwas zurückzugeben

Mary Mijok flieht 2011 aus dem Südsudan und wächst im Flüchtlingslager Kakuma im Norden Kenias auf. Heute ist die 21-Jährige Teil des ersten Ausbildungsjahrgangs am Kenya Medical Training College (KMTC) in Lodwar – eine Chance, die für sie weit mehr bedeutet als einen formalen Abschluss.

Mary hat ihre gesamte Schulbildung in Kakuma absolviert. Dass sie nun eine Ausbildung im Gesundheitsbereich machen kann, erfüllt sie mit großer Dankbarkeit. 

Schon als Kind wollte ich Menschen helfen.“

Viele in ihrer Gemeinschaft waren krank und litten unter mangelnder medizinischer Versorgung – das prägte ihren Wunsch, selbst im Gesundheitswesen zu arbeiten.

Besonders prägend waren für Mary die praktischen Einsätze in Krankenhäusern in Lodwar und Siaya. Dort konnte sie ihr Wissen anwenden, ihre Fähigkeiten vertiefen und an Selbstvertrauen gewinnen. „Wir haben viel gelernt, praktische Erfahrungen gesammelt und unsere Prüfungen erfolgreich bestanden“, erzählt sie.

Für Mary ist Bildung der Schlüssel, um Verantwortung zu übernehmen. Nach Abschluss ihrer Ausbildung hofft sie auf eine feste Anstellung – mit einem klaren Ziel vor Augen: in ihre Gemeinschaft zurückzukehren und die Menschen dort zu unterstützen, wo Hilfe dringend gebraucht wird.

Weitere mutmachende Geschichten finden Sie in unserem Blog 
oder unseren Social Media Kanälen.

Zum Blog

Frau mit Esel und Karren

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