Resettlement, eine Gruppe von fünf Personen. Eine Frau mit UNHCR Kappe. Personen schauen in die Kamera.

Resettlement

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Neuanfang in einem Drittland

Krieg, Verfolgung, politische Krisen und andere existentielle Nöte – die Gründe für eine Flucht aus dem Heimatland sind vielfältig. Die meisten Flüchtlinge eint der Wunsch nach Beendigung der Gewalt wieder so schnell wie möglich in ihr altes Dorf, in die eigene geliebte Heimat zurück zu kehren.

Die Realität sieht aber oft anders aus: Anhaltende bewaffnete Konflikte und Diskriminierungen machen eine Rückkehr über viele Jahre unmöglich. Die Menschen sitzen dann in eigentlich nur provisorisch errichteten Notbehausungen und Lagern fest, ohne Aussicht auf ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben.

Denn die Aufnahme vieler tausender Flüchtlinge ist ein organisatorischer Kraftakt und die Zufluchtsländer, meistens Nachbarstaaten der Krisenregion und oft selbst bitterarm, sind den plötzlichen Flüchtlingsströmen und Menschenmassen häufig nicht gewachsen.

Resettlement: Eine dauerhafte Lösung

Neben Asyl, das nur einem Bruchteil von Flüchtlingen gewährt wird, bietet die dauerhafte Neuansiedlung in einem zur Aufnahme bereiten Drittland (Resettlement), eine Chance sich ein neues Leben in Frieden und Sicherheit aufzubauen. Besonders schutzbedürftige Flüchtlinge werden dabei aus ihrem Erstaufnahmeland in ein sicheres Land gebracht, das sich bereit erklärt hat, sie aufzunehmen.

Resettlement ist damit ein lebensrettendes Schutzinstrument, um den am stärksten gefährdeten Flüchtlingen zu helfen, die in ihrem Aufnahmeland nicht sicher sind.

Den Flüchtlingen werden dabei voller Schutz und Integrationsmöglichkeiten gewährt. Zudem werden die Erstaufnahmeländer entlastet, was wiederum der Entspannung in diesen Regionen dient und weiteren Konflikten vorbeugt.

UNHCR schätzt, dass 2020 mehr als 1,44 Millionen besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge in über 60 Aufnahmeländern einen Platz im Aufnahmeprogramm für humanitäre Härtefälle (Resettlement) benötigen.

"Ich bin in meinem Leben erst zweimal gereist, aber beide Male, als wir reisten, waren wir auf der Flucht. Dieses Mal werde ich ein neues Leben führen."

Mahmoud floh vor dem Konflikt in Syrien nach Ägypten. Traumatisiert von der Tortur wurde er mit seiner Familie nach Schweden umgesiedelt. Er ist entschlossen, in seinem neuen Leben in Schweden das Beste aus allem zu machen, was ihm geboten wird.

Zu wenige Resettlement-Plätze weltweit

Die Idee zum Resettlement ist nicht neu. Bereits seit vielen Jahren gibt es in einigen Ländern, allen voran den USA, Kanada und Australien – aber auch einigen nordeuropäischen Staaten – jährliche Quoten, nach denen eine bestimmte Anzahl an besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen wie Frauen, Kinder, alte und kranke Menschen, aufgenommen wird.

Doch die Zahl der Aufnahmeplätze ist gering, so dass das Resettlement bislang nur einer kleinen Zahl von Schutzbedürftigen zugänglich ist. 2018 nahmen 25 Länder 92.400 Flüchtlinge über Resettlement auf, von denen 55.680 durch von UNHCR unterstützte Programme neu angesiedelt wurden.

Gesamten Anträge und Abreise in den letzen fünf Jahren
2016 - Juli 2020

Initiativen für mehr dauerhafte Lösungen

Mehr geteilte Verantwortung und Solidarität mit den großen Aufnahmeländern sowie bessere Möglichkeiten für humanitäre Härtefälle durch Resettlement und andere Aufnahmeprogramme sind die Hauptziele des Globalen Paktes für Flüchtlinge, der Ende 2018 von der UN-Generalversammlung angenommen wurde.

Um die Zahl der Aufnahmeplätze weltweit zu erhöhen, hat UNHCR und seine Partner Anfang Juli 2019 eine Dreijahresstrategie vorgelegt, mit der bis Ende 2028 insgesamt 3 Millionen Flüchtlingen dauerhafte Lösungen angeboten werden können.

Weiterführende Informationen

Einen guten allgemeinen Überblick über das Thema Resettlement bietet

die Website von UNHCR

 

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