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Somalia

Flüchtlingssituation in Somalia

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Jahrzehntelanger Krieg und Gewalt

Die Republik Somalia liegt im äußersten Osten Afrikas - am Horn von Afrika. Das Land kommt seit drei Jahrzehnten nicht zur Ruhe. Vergessen vom Rest der Welt, erlebt die Bevölkerung eine humanitäre Krise. Die Menschen leiden unter den brutalen Kämpfen zwischen verschiedenen Clans und Warlords. Immer wieder werden sie zur Flucht gezwungen. Einige Regionen des Landes werden von der islamistischen Al-Shahaab Miliz kontrolliert. Die Hauptstadt Mogadishu wird immer wieder zum Ziel bewaffneter Auseinandersetzungen. Bewaffnete Gruppen der Al Shabaab führen Angriffe und Terroranschläge durch und gefährden so die Sicherheit der Zivilbevölkerung.

Gleichzeitig leidet das Land unter einer jahrelangen Dürre und Millionen Menschen mangelt es an ausreichender Nahrung. Doch aufgrund der gefährlichen Sicherheitslage, ist die Arbeit humanitärer Hilfsorganisationen extrem schwierig in Somalia.

Flüchtlingszahl steigt aufgrund neuer Gewalt

Ende 2020 waren über 814.000 Somalier*innen außerhalb ihres Landes auf der Flucht. Damit gehört Somalia weltweit zu den zehn Ländern, aus denen die meisten Menschen fliehen mussten. Inzwischen, Mitte 2021, liegt die Zahl der Flüchtlinge aus Somalia bei rund 641.500 Menschen.

Zusätzlich lebten Ende 2020 13.229 Asylsuchende und 11.235 Flüchtlinge in Somalia, die auf Unterstützung angewiesen sind.

Binnenvertriebene leben in unbeschreiblicher Armut

Doch der Großteil der schutzsuchenden Menschen ist innerhalb des Landes auf der Flucht - rund 2,95 Millionen im Mai 2021. Damit nimmt Somalia Platz fünf in der Liste der Länder mit den meisten Binnenvertriebenen weltweit ein. Sie leben in 2.000 Flüchtlingssiedlungen, über das ganze Land verteilt. Über 65 Prozent von ihnen sind Kinder.

Die Dürre zwingt die Landbevölkerung zur Migration in die Städte. 80 Prozent der Binnenvertriebenen leben in städtischen Regionen, oftmals in überfüllten Siedlungen und selbstgebauten Unterkünften aus Plastiktüten, Pappe und Stöcken.

2,95
Millionen

Binnenvertriebene

814
Tausend

Menschen in andere Länder geflüchtet

2,2
Millionen

Menschen haben nicht genug zu essen

Extremes Wetter und Naturkatastrophen

In den letzten drei Jahren hat es in Somalia sehr wenig geregnet.Bis Mitte 2021 ist die Zahl derjenigen, die wegen der schweren Dürre und andere äußere Umstände nicht wissen, wann sie das nächste Mal etwas zu Essen haben, auf über 5,6 Millionen Menschen angestiegen. Zusätzlich vernichten Heuschreckenschwärme in weiten Teilen des Landes immer wieder die Ernten einer ganzen Saison.

2,8 Millionen Menschen leiden aktuell unter akuten Lebensmittelmangel. 

Es wird geschätzt, dass ungefähr 840.000 Kinder unter dem fünften Lebensjahr akut von Unterernährung gefährdet sind. Die UN warnen vor einer Hungersnot und Dürrewelle.

Wenn der Regen kommt, dann kommt er in Massen. In den Regenmonaten leidet die somalische Bevölkerung unter Sturzfluten und Flüssen, die über die Ufer treten. Jedes Jahr verlieren mehre tausend Menschen ihre Lebensgrundlage. Die Überflutungen führen somit nicht nur zu einer steigenden Zahl an Binnenvertriebenen, sonder stellen die Hilfsorganisationen vor große Herausforderung, wenn Teile des Landes unzugänglich sind.

Informationen zu den Fluchtgründen Hunger und  Auswirkungen des Klimawandel.

Herausforderung COVID-19

Die hygienischen Bedingungen unter denen die Binnenvertriebenen in Somalia leben, sind prekär. Es ist so gut wie unmöglich unter den vorherrschenden Lebensbedingungen Abstand zu wahren. Auch ist kaum genug sauberes Wasser zum Trinken vorhanden, so dass regelmäßiges Händewaschen ein unglaublicher Luxus ist. In der momentanen Situation wird eine Ausbreitung des COVID-19-Virus kaum verhindert werden können.

Durch den Ausnahmezustand haben viele Menschen ihre Arbeit verloren, die oftmals die einzige Einnahmequelle in einer Familie darstellt.

Der UNHCR stärkt das somalische Gesundheitssystem, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Zudem soll die sozioökonomische Situation des Landes und der Menschen geschützt bzw. wiederhergestellt werden.

Im Zuge des Lockdowns wurden auch Grenzen, Häfen und der Luftraum gesperrt. Der UNHCR unterstützt die Regierung bei der Einhaltung der internationalen Menschenrechts- und Flüchtlingsschutzstandards. Vertriebenen und Flüchtlingen, die internationalen Schutz ersuchen, muss weiterhin geholfen werden.

Flüchtlinge in der Corona Pandemie

Rückkehr trotz der Unsicherheit

Trotz der extremen Bedingungen sind in den vergangenen Jahren über 120.000 Flüchtlinge nach Somalia zurückgekehrt. Die enorme Unsicherheit im Land hält jedoch viele von einer freiwilligen Rückkehr ab. Im Jahr 2019 waren es nur 6.200 und im Jahr 2020 nur 1.560, wegen der Ausbreitung des Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen.

3.600 (2019) von ihnen kamen aus dem Jemen in ihr Heimatland zurück. Grund für die Rückkehr sind der anhaltenden Konflikte im Jemen und sich verschlechternder Lebensbedingungen. 2020 wurde die Rückkehr aus dem Jemen vorübergehend ausgesetzt, weil es nicht genügend Teststationen gab. Seit den 1980er Jahren wagten etwa 253.000 somalische Flüchtlinge die gefährliche Überfahrt über den Golf von Aden.

Kinder und Jugendliche haben geringe Bildungschancen

Die Lage in Somalia hat große Auswirkungen auf die Schulbildung von Kindern und Jugendlichen. Auf Grund von extremer Armut oder einer kritischen Sicherheitslage können die Kinder oftmals keine Schule besuchen.

2019 hatten von insgesamt 66.900 Flüchtlingen und zurückgekehrten Kindern im Land nur 12.400 (19%) Zugang zu Bildung. Der UNHCR sucht nach Möglichkeiten, online und über das Fernsehen Fernunterricht zu ermöglichen.

Wir sind gegangen, als die Dürre begann. Wir hatten 200 Schafe, jetzt sind nur noch 40 übrig. Ich kam mit meinen jüngeren Kindern und zwei Enkeln. Meine älteren Söhne versuchen die restlichen Schafe in der Stadt zu verkaufen. Wir brauchen vor allem etwas zu Essen.

Asha Iman Omar floh mit ihrer Familie vor der Dürre.

Wie hilft der UNHCR in Somalia ?

Der UNHCR verteilt an Binnenvertriebene in Somalia lebensrettende Hilfsgüter. Zudem unterstützt der UNHCR Maßnahmen, um die Bildungs- und Gesundheitssituation von Kinder zu verbessern und setzt sich für den Schutz  von Vertriebenen, Flüchtlingen und Rückkehrern ein und fördert deren Integration in die Gemeinden. Die Ausbreitung des Corona-Virus stellt dazu eine neue Herausforderung dar.

Erfolge des UNHCR in Zahlen

(Januar-Mai 2020)

270.000 Personen wurden über Präventions- und Reaktionsmaßnahmen zu COVID-19 informiert.

35.000 Personen erhielten Hygiene-Kits.

9.500 Personen erhielten Bargeldhilfe, um ihre Grundbedürfnisse zu decken.

48 Hygienestationen zum Händewaschen wurden vor öffentlichen Einrichtungen aufgebaut, die von rund 3.000 Personen am Tag genutzt werden.

Unterfinanzierung der Hilfsmaßnahmen

Somalia musste sich im Jahr 2020 verschiedenen Herausforderungen stellen. Die Menschen litten nicht nur unter dem andauernden bewaffneten Konflikt, sondern auch unter einer Heuschreckenplage, Blitzüberflutungen und nicht zuletzt der Corona-Pandemie. Die Auswirkungen betreffen die Menschen bis heute. Insgesamt benötigt der UNHCR rund 154 Millionen US-Dollar, um Flüchtlinge im Jahr 2021 zu unterstützen.

Unterfinazierung ist eines der größten Probleme für den UNHCR. Anfang 2020 musste die finanzielle Unterstützung für ein Projekt zur Errichtung von Unterbringungen für Rückkehrer um die Hälfte gekürzt werden. In dem Nachbarland Äthiopien wurden Mittel von Bildungsprojekten eingespart, um Präventionsmaßnahmen gegen COVID-19 finanzieren zu können. Für etwa 48.700 somalische Flüchtlinge wurden Weiterbildungsmaßnahmen gestrichen.

Viele weitere Projekte im Inland sowie in den Nachbarländern, sind durch Kürzungen gefährdet. Beispielsweise ist die Energieversorgung in den Lagern in Äthiopien schon jetzt unzureichend. Auch die Bargeldhilfen für somalische Flüchtlinge in Kenia und Djibouti könnten gekürzt werden. Das stürzt viele Familien in die Perspektivlosigkeit.

Um den Flüchtlingen weiter helfen zu können, brauchen wir dringend Ihre Unterstützung!

 

 

Somalia

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