Flüchtlinge aus Nachbarländern haben in Äthiopien zuflucht gefunden (Dezember 2025)
Binnenvertriene in Äthiopien (Dezember 2025)
Menschen sind in Äthiopien auf humanitäre Hilfe angewiesen (Dezember 2025)
Zufluchtsort und Krisenland zugleich
Stand: Februar 2026
Äthiopien gehört zu den größten Aufnahmeländern für Geflüchtete in Afrika. Mehr als 1 Million Flüchtlinge und Asylsuchende leben derzeit im Land – vor allem aus Sudan, Südsudan, Somalia und Eritrea.
Die meisten von ihnen sind in 24 Flüchtlingscamps in fünf Regionen untergebracht. Über 70.000 Menschen leben als urbane Geflüchtete in der Hauptstadt Addis Abeba.
Die Schutzsuchenden sind besonders jung:
- Rund 60 % sind Kinder
- 47 % sind Frauen und Mädchen
Gleichzeitig ist Äthiopien selbst von massiver Vertreibung betroffen.
Millionen Menschen im eigenen Land vertrieben
Anhaltende Konflikte – insbesondere im Norden des Landes – sowie lokale Spannungen in anderen Regionen haben zu großflächiger Vertreibung geführt.
4,7 Millionen Menschen sind innerhalb Äthiopiens auf der Flucht. Über 2,5 Millionen Binnenvertriebene konnten inzwischen zurückkehren – häufig jedoch unter schwierigen Bedingungen. Viele Rückkehrer*innen finden zerstörte Infrastruktur, fehlende medizinische Versorgung und kaum Einkommensmöglichkeiten vor. Besonders Frauen und Kinder sind erheblichen Schutzrisiken ausgesetzt.
Äthiopien steht damit vor einer doppelten Herausforderung: Es ist zugleich Aufnahmeland für Geflüchtete aus Nachbarstaaten und Krisenland mit Millionen eigener Binnenvertriebener.
Wie der UNHCR in Äthiopien hilft
Nothilfe: Unterkünfte, Wasser, Hygiene, medizinische Versorgung
Schutzmaßnahmen und Unterstützung für besonders gefährdete Menschen
Förderung von Selbstständigkeit und Integration
FAQ: Hintergründe zur Krise in Äthiopien
Warum gibt es so viele Binnenvertriebene?
Zwischen 2020 und 2022 eskalierte der Konflikt in der Region Tigray zu einem bewaffneten Krieg. Auch in anderen Landesteilen kam es zu ethnisch geprägten Spannungen und Gewalt. Millionen Menschen mussten fliehen.
Ist der Konflikt beendet?
Ein Friedensabkommen wurde Ende 2022 geschlossen. Dennoch bleiben Spannungen bestehen, Infrastruktur ist zerstört und viele Menschen sind weiterhin auf Hilfe angewiesen.
Warum fliehen Menschen nach Äthiopien?
Äthiopien grenzt an mehrere Krisenstaaten. Gewalt, politische Instabilität und Hunger in Sudan, Südsudan, Somalia und Eritrea treiben viele Menschen über die Grenzen.
Wie ist die humanitäre Lage?
Neben Konflikten verschärfen Dürreperioden, wirtschaftliche Krisen und hohe Lebensmittelpreise die Situation. Viele Familien sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Hilfe am Limit
Die humanitäre Hilfe steckt in einer schweren Finanzierungskrise.
Weltweit verlieren Flüchtlinge den Zugang zu lebenswichtiger Hilfe – weil das Geld fehlt.
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UNHCR-Hilfe in den Nachbarländern
Hilfe endet nicht an den Landesgrenzen. UNHCR ist auch in den Nachbarstaaten Äthiopiens – darunter Sudan, Südsudan, Somalia, Eritrea und Dschibuti – im Einsatz und unterstützt Menschen, die vor Gewalt, Konflikten und Verfolgung fliehen mussten.
Gleichzeitig verschärft die Klimakrise die ohnehin fragile Lage am Horn von Afrika: Wiederkehrende Dürren, Überschwemmungen und extreme Wetterereignisse zerstören Ernten, vernichten Viehbestände und rauben Millionen Menschen ihre Lebensgrundlage. Immer mehr Familien geraten dadurch in Armut und werden zur Flucht gezwungen.
Regionale Entwicklungen
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