UNO-Flüchtlingshilfe betont zentrale Bedeutung psychologischer Unterstützung bei Krieg und Vertreibung
Millionen Geflüchtete weltweit leiden unter Angst, Stress und traumatischen Belastungen – oft noch lange nach ihrer Ankunft in Sicherheit. Anlässlich des Mental Health Awareness Month macht die UNO-Flüchtlingshilfe auf die zentrale Bedeutung psychosozialer Unterstützung aufmerksam und fordert einen besseren Zugang zu entsprechenden Hilfsangeboten weltweit und in Deutschland.
„Krieg endet nicht mit der Flucht. Viele Menschen leben auch nach ihrer Ankunft in Sicherheit weiter in einem inneren Alarmzustand“, erklärt Mark Ankerstein, Nationaler Direktor der UNO-Flüchtlingshilfe. „Psychosoziale Hilfe ist deshalb kein Zusatzangebot, sondern eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Geflüchtete Stabilität, Hoffnung und neue Perspektiven entwickeln können.“
Hilfe in Krisengebieten und in Deutschland
In Krisenregionen unterstützt UNHCR Geflüchtete häufig unmittelbar nach traumatischen Erlebnissen unter extrem schwierigen Bedingungen. Dazu gehören psychologische Erste Hilfe, Beratungsangebote, geschützte Räume für Kinder sowie die Integration psychischer Gesundheit in die medizinische Versorgung. Auch gemeinschaftsbasierte Ansätze spielen eine wichtige Rolle: Geschulte Peer-Helfer*innen begleiten Betroffene dabei, Belastungen zu verarbeiten und neue Stabilität zu finden. Auch in Deutschland leisten psychosoziale Zentren wichtige Arbeit für Geflüchtete und Folteropfer.
Hintergrund
Weltweit sind aktuell mehr als 117 Millionen Menschen vertrieben. Viele von ihnen haben Gewalt, Verlust und extreme Unsicherheit erlebt. Psychosoziale Programme helfen dabei, traumatische Erfahrungen zu verarbeiten und neue Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Der Bedarf ist groß, doch nur ein kleiner Teil der Geflüchteten mit psychischen Belastungen erhält tatsächlich Unterstützung. Gleichzeitig erschweren lange Wartezeiten, Sprachbarrieren und Unsicherheit im Asylverfahren den Zugang zu Hilfe.
Die UNO-Flüchtlingshilfe betont, dass die Förderung mentaler Gesundheit ein zentraler Bestandteil humanitärer Hilfe ist – ebenso wichtig wie Unterkunft, Nahrung oder medizinische Versorgung. Psychosoziale Unterstützung hilft Geflüchteten nicht nur bei der Verarbeitung traumatischer Erfahrungen, sondern ist auch eine wichtige Grundlage für Integration und gesellschaftliche Teilhabe.
Mehr Informationen und Experteninterviews unter:
www.uno-fluechtlingshilfe.de/mentale-gesundheit
Die UNO-Flüchtlingshilfe ist der deutsche Partner des Flüchtlingshilfswerks der Ver-einten Nationen, UNHCR. Sie mobilisiert Unterstützung für weltweite Hilfseinsätze, för-dert Projekte für Geflüchtete in Deutschland und informiert über Flucht und ihre Ursa-chen.
Pressestelle der UNO-Flüchtlingshilfe:
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Tel: 0228-90 90 86-47
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