Als Flüchtlingskind geboren
Elyas kommt als afghanischer Flüchtling im Iran zur Welt. Seine Eltern waren vor seiner Geburt aus Afghanistan geflüchtet, nachdem eine ihrer Töchter entführt und sie Drohungen der Taliban erhalten hatten. Viele Jahre lebt die Familie illegal im Nachbarland Iran und kommt dort jedoch nie wirklich an. Für afghanische Flüchtlinge im Iran ist das Leben schwierig. Die Kinder dürfen nicht in die Schule gehen, die Eltern nicht arbeiten. Als Elyas schon fast erwachsen ist, beschließen die Eltern den Iran zu verlassen und zu einer der Töchter aufzubrechen, die mittlerweile in Österreich lebt.
Die Flucht über die Türkei, das Mittelmeer und die Balkanroute ist für Elyas und seine nicht mehr ganz gesunden Eltern sehr beschwerlich und dauert viele Monate. Elyas erzählt detailgenau und sehr authentisch von den Strapazen der Flucht, von skrupellosen Schleppern, von Gewalt und unmenschliche Bedingungen. Auf dem Weg müssen die drei immer wieder Rückschläge ertragen – denn die Flucht ist keine gradlinige Reise, sondern ein gefährlicher Weg, der immer auch tödlich enden kann.
Als die Familie es endlich nach Österreich geschafft hat, kann Elyas die Hilfsbereitschaft, die ihm begegnet, kaum begreifen.
Stell dir mal vor, du bist dein Leben lang nervös, merkst alles, bist ständig auf der Hut. Ich wurde schon nervös geboren. Ich war illegal.
Mit Hilfe von Lehrern und neuen Freunden findet der junge Mann einen Platz in der Gesellschaft. Er macht einen Schulabschluss und beginnt eine Ausbildung. Auf diesem Weg wird ihm immer mehr bewusst, wie Unmenschlich sein Leben vor und vor allem die Erlebnisse auf der Flucht waren.
Fazit
Der Erzählstil von Elyas Jamalzadeh ist ungewöhnlich. Der Autor spricht die Leser*innen direkt an, als säße er direkt vor ihnen. Doch nach ein paar Seiten hat man sich eingelesen und die humorvolle, manchmal flapsige Erzählweise macht das Lesen trotz des beklemmenden Inhalts leicht. Die Geschichte ist sehr persönlich und bewegend, und macht Mut, selber auf Geflüchtete zuzugehen. Der offene Stil spricht insbesondere junge Leser*innen an, die sich mit der Situation von Geflüchteten in Europa beschäftigen.
Freitag ist ein guter Tag zum Flüchten
Paul Zsolnay Verlag, 2022
Autor: Elyas Jamalzadeh, Andreas Hepp
ISBN 978-3-552-07289-3
EUR 22