Flüchtlinge weltweit

Zahlen & Fakten

Global Trends - Jahresbericht 2014

Die Zahl der Menschen, die vor Krieg, Konflikten und Verfolgung fliehen, war noch nie so hoch wie heute. Ende 2014 waren knapp 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Im Vergleich dazu waren es ein Jahr zuvor 51,2 Millionen Menschen, vor zehn Jahren 37,5 Millionen Menschen. Die Steigerung von 2013 auf 2014 war die höchste, die jemals im Laufe eines Jahres von UNHCR dokumentiert wurde.

15 Konflikte in fünf Jahren treiben Zahlen nach oben

Der massive Anstieg wurde vor allem durch den Krieg in Syrien verursacht. 7,6 Millionen Syrer sind Binnenvertriebene, Flüchtlinge im eigenen Land, und knapp 3,9 Millionen suchten Schutz in den Nachbarländern.

Aber auch in vielen anderen Ländern kam es zu tausendfachem Flüchtlingselend. Allein in den letzten fünf Jahren sind mindestens 15 neue Konflikte ausgebrochen oder wieder entflammt. Darunter Syrien, Irak, Südsudan, Zentralafrikanische Republik, Burundi, Jemen, Ukraine und Myanmar.

„Es ist erschreckend zu beobachten, dass jene straflos bleiben, die Konflikte auslösen. Gleichzeitig scheint die internationale Gemeinschaft unfähig zur Zusammenarbeit, um Kriege zu beenden sowie Frieden zu schaffen und sichern," konstatiert UN-Flüchtlingskommissar António Guterres.

So dauern jahrzehntelange Instabilität und Konflikte in Afghanistan, Somalia und anderswo weiter an. Dies bedeutet, dass Millionen von Menschen weiterhin nicht zurückkehren können und immer häufiger als Flüchtlinge und Binnenvertriebene mit ungewisser Zukunft an den Rändern der Gesellschaft leben müssen. Insgesamt konnten im vergangenen  Jahr nur 126.800 Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren – die niedrigste Anzahl seit 31 Jahren.

Die meisten Flüchtlinge in armen Ländern

Selbst in Zeiten stark ansteigender Zahlen sind Flüchtlinge global sehr ungleich verteilt. Reichere Länder nehmen weit weniger Flüchtlinge auf als weniger reiche. Knapp neun von zehn Flüchtlingen (86 Prozent) befanden sich 2014 in Ländern, die als wirtschaftlich weniger entwickelt gelten. Ein Viertel aller Flüchtlinge war in Staaten,  die  auf  der  UN-Liste  der  am  wenigsten  entwickelten  Länder  zu  finden sind.

UN-Flüchtlingskommissar António Guterres mahnt deshalb: "In einer Zeit der beispiellosen Massenflucht und -vertreibung brauchen wir eine ebenso beispiellose humanitäre Unterstützung und ein erneuertes globales Bekenntnis zu Toleranz  und Schutz für Menschen auf der  Flucht vor Krieg und Verfolgung.“

Ausgewählte Fakten

  • Ende 2014 waren 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Dies ist die höchste Zahl, die jemals von UNHCR verzeichnet wurde.
  • Wären alle Menschen auf der Flucht Bürgerinnen und Bürger eines einzigen Landes, wäre dies die 24.-größte Nation der Welt.
  • 2014 flohen im Durchschnitt pro Tag 42.500 Menschen.
  • Einer von 122 Menschen ist entweder Flüchtling oder Binnenvertriebener.
  • 50 Prozent der Flüchtlinge weltweit sind Kinder.
  • 2014 konnten nur 126.800 Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren – die niedrigste Anzahl seit 31 Jahren.
  • 9 von 10 Flüchtlingen (86%) leben in Entwicklungsländern.
  • Die Türkei ist das Land, das weltweit die meisten Flüchtlinge (1,59 Millionen – Ende 2014) aufgenommen hat.

 

Globale Statistiken von UNHCR*

* Zahlen bis Ende 2014
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  • Ende 2014 waren 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Dies ist die höchste Zahl, die jemals von UNHCR verzeichnet wurde.
    Trauriger Rekord
    Ende 2014 waren 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Dies ist die höchste Zahl, die jemals von UNHCR verzeichnet wurde.
  • 2014 flohen im Durchschnitt pro Tag 42.500 Menschen.<br>Einer von 122 Menschen ist entweder Flüchtling oder Binnenvertriebener.<br>50 Prozent der Flüchtlinge weltweit sind Kinder.
    42.500 neue Flüchtlinge pro Tag
    2014 flohen im Durchschnitt pro Tag 42.500 Menschen.
    Einer von 122 Menschen ist entweder Flüchtling oder Binnenvertriebener.
    50 Prozent der Flüchtlinge weltweit sind Kinder.
  • 2014 konnten nur 126.800 Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren – die niedrigste Anzahl seit 31 Jahren.
    Weniger Rückkehrer
    2014 konnten nur 126.800 Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren – die niedrigste Anzahl seit 31 Jahren.
  • Allein in den letzten fünf Jahren sind mindestens 15 neue Konflikte ausgebrochen oder wieder entflammt. Darunter Syrien, Irak, Südsudan, Zentralafrikanische Republik, Burundi, Jemen, Ukraine und Myanmar. Zudem dauern jahrzehntelange Instabilität und Konflikte in Afghanistan, Somalia und anderswo weiter an.
    15 Konflikte in 5 Jahren
    Allein in den letzten fünf Jahren sind mindestens 15 neue Konflikte ausgebrochen oder wieder entflammt. Darunter Syrien, Irak, Südsudan, Zentralafrikanische Republik, Burundi, Jemen, Ukraine und Myanmar. Zudem dauern jahrzehntelange Instabilität und Konflikte in Afghanistan, Somalia und anderswo weiter an.
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Die sieben größten Herkunftsländer von Flüchtlingen

Syrien - 3,88 Millionen
Afghanistan - 2,59 Millionen
Somalia - 1,11 Millionen
Sudan - 648.900
Südsudan - 616.200
Demokratische Republik Kongo - 516.800
Myanmar - 479.000

Die sechs größten Aufnahmeländer von Flüchtlingen

Türkei - 1,59 Millionen
Pakistan - 1,51 Millionen
Libanon - 1,15 Millionen
Iran - 982.400
Äthiopien - 659.500
Jordanien -  654.100

Länder mit den meisten Binnenvertriebenen

Syrien - 7,6 Millionen
Kolumbien - 6 Millionen
Irak - 3,6 Millionen
Demokratische Republik Kongo - 2,8 Millionen
Sudan - 2,1 Millionen
Südsudan - 1,5 Millionen
Somalia - 1,1 Millionen
Ukraine - 832.000

UNHCR Global Trends 2014

Weltflüchtlingszahlen 2014

Der jährlich erscheinenden "Global Trends"-Report von UNHCR bietet weitere umfassende Informationen und Zahlen.

Zum Bericht

Mid Year Trends 2015

Mid-Year Trends 2015

Der UNHCR-Bericht zeigt die Entwicklung der Flüchtlingssituation welweit im ersten Halbjahr 2015 auf.

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