Flüchtlinge weltweit

Zahlen & Fakten

Die Zahl der Menschen, die vor Krieg, Konflikten und Verfolgung fliehen, war noch nie so hoch wie heute. Ende 2017 waren 68,5 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Im Vergleich dazu waren es ein Jahr zuvor 65,6 Millionen Menschen, vor zehn Jahren 37,5 Millionen Menschen. In Deutschland nahm die Zahl der Asylsuchenden im Vergleich zu 2016 hingegen deutlich ab. 85 Prozent der Flüchtlinge lebt in Entwicklungsländern.


Flüchtlinge - Binnenvertriebene - Asylbewerber

Die Zahl der Flüchtlinge ist mit 25,4 Millionen höher als jemals zuvor. Das sind 2,9 Millionen mehr als 2016 – der größte Anstieg der Flüchtlingszahlen in einem Jahr in der Geschichte von UNHCR (seit 1951).

Syrien bleibt weltweit das größte Herkunftsland von Flüchtlingen (6,3 Millionen). Aber auch in vielen anderen Ländern kam es zu tausendfachem Flüchtlingselend. Der Hunger im Osten Afrikas, im Südsudan und im Jemen, Kämpfe im Irak, der Zentralafrikanischen Republik, Burundi, dem Jemen, der Ukraine zwingen viele Millionen Menschen zur Flucht.

Die Zahl der Menschen, die innerhalb ihres Heimatlandes geflohen sind, liegt bei 40 Millionen im Vergleich zu 40,3 Millionen im Jahr zuvor. Syrien, Irak und weiterhin Kolumbien stehen an der Spitze jener Staaten, die von Binnenflucht und –vertreibung betroffen sind. Dieses Problem hat jedoch eine globale Dimension und ist verantwortlich für fast zwei Drittel der Gesamtzahl von 65,6 Millionen Menschen auf der Flucht.

Bei der dritten Gruppe handelt es sich um Asylbewerber, also Menschen, die ihr Heimatland verlassen haben und anderswo internationalen Schutz als Flüchtlinge suchen. Ende 2017 betrug ihre Zahl weltweit 3,1 Millionen.

„Egal welchen Maßstab man nimmt, diese Zahl ist nicht zu akzeptieren“, betont UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi. „Wir müssen zusammen sicherstellen, dass die Flüchtlinge, Binnenvertriebenen und Asylsuchenden weltweit angemessen geschützt und versorgt werden.“

Rückkehr - Resettlement

Für viele Flüchtlinge und Binnenvertriebene konnte die Lebenssituation durch die Rückkehr oder Resettlement-Programme in Drittstaaten verbessert werden. Die Zahl der Flüchtlinge, die dank des Resettlement-Programms Schutz in einem Drittland fanden, sank jedoch wegen des niedrigeren Angebots an Plätzen in Aufnahmeländern um mehr als 40 Prozent auf rund 100.000 Menschen.

Etwa 670.000 Flüchtlinge konnten in ihr Heimatland zurückkehren, zudem rund 4,2 Millionen Binnenvertriebene in ihre jeweiligen Heimatregionen – wenngleich viele von ihnen keineswegs unter idealen Bedingungen und mit unsicheren Zukunftsaussichten.

 

 

Die meisten Flüchtlinge in armen Ländern

85 Prozent der Flüchtlinge weltweit lebten Ende 2017 in Staaten mit niedrigen oder mittleren Einkommen. Dies liegt zum einen an der geographischen Nähe vieler armer Staaten zu Konfliktregionen. Zum anderen fehlt es international an einem Konsens, wenn es um das Thema Aufnahme von Flüchtlingen geht.

Staaten und Gemeinden, die Flüchtlinge und andere aus ihrer eigentlichen Heimatregion geflohene Menschen unterstützen, brauchen darum eine robuste finanzielle Ausstattung und Hilfe. Deren Fehlen kann Instabilität herbeiführen und hat Konsequenzen für lebenssichernde humanitäre Hilfe oder löst Weiterwanderung aus.

Ausgewählte Fakten

  • Ende 2017 waren 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Dies ist die höchste Zahl, die jemals von UNHCR verzeichnet wurde.
  • Im Schnitt wird alle zwei Sekunden jemand auf der Welt zur Flucht gezwungen.
  • Einer von 110 Menschen weltweit ist von Flucht und Vertreibung betroffen.
  • 52 Prozent der Flüchtlinge weltweit sind Kinder (unter 18 Jahren).
  • 2017 konnten rund 670.000 Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren.
  • 9 von 10 Flüchtlingen (85%) leben in Entwicklungsländern.

 

Globale Statistiken von UNHCR*

* Zahlen bis Ende 2017

Die fünf größten Herkunftsländer von Flüchtlingen

Syrien - 6,3 Millionen
Afghanistan - 2,6 Millionen
Südsudan - 2,4 Millionen
Myanmar - 1,2 Millionen
Somalia - 986.400

Die sieben größten Aufnahmeländer von Flüchtlingen

Türkei - 3,5 Millionen
Pakistan - 1,4 Millionen
Uganda - 1,4 Millionen
Libanon - 998.900
Iran - 979.400
Deutschland - 970.400
Bangladesch - 932.200

Länder mit den meisten Binnenvertriebenen

Kolumbien - 7,7 Millionen
Syrien - 6,3 Millionen
Demokratische Republik Kongo - 4,4 Millionen
Irak - 2,6 Millionen
Somalia - 2,1Millionen
Jemen - 2 Millionen
Sudan - 2 Millionen
Südsudan - 1,9 Millionen
Ukraine - 1,8 Millionen
Afghanistan - 1,8 Millionen
Nigeria - 1,7 Millionen


Weltflüchtlingszahlen 2017

Der jährlich erscheinenden "Global Trends"-Report von UNHCR bietet weitere umfassende Informationen und Zahlen.

Zum Bericht

Mid Year Trends 2017

Mid-Year Trends 2017

Der UNHCR-Bericht zeigt die Entwicklung der Flüchtlingssituation weltweit im ersten Halbjahr 2017 auf.

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