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Flüchtlingsmädchen

Unruhen in Mali

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Bewaffnete Überfälle und Instabilität

Mali liegt in Westafrika in der Sahelzone. Seit 2012 verschlechtert sich die humanitäre Situation und die Sicherheitslage im Land immer weiter. Die Menschen müssen immer wieder vor allem von gewalttätigen Übergriffen bewaffneter Gruppen fliehen. Dies verstärkt bereits bestehende Probleme wie politische Instabilität, Klimakatastrophen und Ressourcenknappheit. Millionen von Menschen benötigen humanitäre Hilfe.

43
Tausend

Flüchtlinge

267
Tausend

Binnenvertriebene

566
Tausend

Zurückkehrende Binnenvertriebende

Gewalt und Terror erschüttern das Land

In Mali ist die Sicherheitslage nach wie vor kritisch, insbesondere in den nördlichen und zentralen Teilen des Landes, sowie an den Grenzen zu Burkina Faso und Niger.

Milizen, Drogenhändlerringe und andere bewaffnete Gruppen sind in verschiedenen Teilen des Landes aktiv. Terrorismus und Kriminalität sind an der Tagesordnung. Die Gruppen nutzen bestehende interkommunalen Spannungen aus, schwächen die Autorität staatlicher Behörden und stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Zivilbevölkerung dar. Tausende Menschen werden so zur Flucht gezwungen.

Durch die schlechte Sicherheitslage wird die Arbeit der humanitären Hilfsorganisationen erschwert. Die Möglichkeiten des UNHCR, Zugang zu vertriebenen Menschen zu erhalten, sind zum Teil stark eingeschränkt. Der Zugang zu Gesundheitsdiensten, sanitären Einrichtungen und sauberem Wasser kann so oftmals nicht gewährleistet werden.

Politiker, Beamten und Sicherheitskräfte werden ebenso wie die Zivilbevölkerung gezielt angegriffen und getötet. Immer wieder berichten die Menschen von willkürlichen Entführungen, Hinrichtungen und Folter durch Schmuggler- und Menschenhändlerbanden. Vor allem Kinder leiden unter dieser Kriminalität. Sie können beispielsweise nicht zur Schule gehen, werden zwangsrekrutiert, und Mädchen leiden unter sexueller Gewalt.

Von Januar bis Juni 2020 wurden insgesamt 1.775 Menschenrechtsverletzungen in Mali dokumentiert. Dies entspricht fast der gleichen Anzahl des gesamten Vorjahres. (insgesamt 1.882 in 2019). Allein im Juni 2020 wurden 23 Dörfer von bewaffneten Gruppen angegriffen. Dieser alarmierende Anstieg zeigt wie gefährdet die Bevölkerung vor Ort ist.

Der UNHCR hat uns geholfen. Ich konnte Nähen lernen und habe eine Anschubfinanzierung bekommen. Nun kann ich mit meinem Laden meine Familie ernähren.

Mohamed ist aus Mali nach Sévaré Mopti geflüchtet, wo er mit seiner zweiten Frau und 15 Kindern lebt. Mohamed leidet unter Typhus aber er absolvierte eine Schneiderausbildung und betreibt jetzt eine kleine Schneiderei. Das Gelernte gibt er an Jugendliche aus der Umgebung und seine Kinder weiter.

Tausende Menschen sind zur Flucht gezwungen

Trotz Bewegungseinschränkungen und Grenzschließungen, die von den Sahelländern verhängt wurden, um die Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen, zwingt die anhaltende Gewalt und die katastrophale humanitäre Lage die Menschen weiterhin zur Flucht. Ende 2020 waren 155.000 Flüchtlinge aus Mali über die Grnezen ihres Landes geflüchtet.

Doch der Großteil der Vertriebenen sucht innerhalb des Landes Schutz. Im Juni 2020 lebten knapp 333.000 Binnenvertriebene in Mali.

In vielen Teilen der Sahelzone verbleiben Flüchtlinge und Binnenvertriebene in überfüllten Lagern oder in Aufnahmegemeinschaften, die selber unter prekären Bedingungen leben. Viele Menschen leben in provisorischen Unterkünften, haben keine Privatsphäre und sind nicht vor Gewalt oder Diebstahl geschützt. Die Nahrungsmittelknappheit wird immer wieder durch Dürren verschärft.

Der UN-Flüchtlingskommissar, Filippo Grandi, beschreibt die Lage so:

Die Krise ist hier in der Sahelzone. Hier leiden Menschen, werden getötet, werden Frauen vergewaltigt und die Kinder können nicht zur Schule gehen. Die Sahelzone ist der Ort, an dem wir eingreifen müssen, bevor diese Krise nicht mehr zu bewältigen ist.

Die malische Regierung übernimmt in enger Zusammenarbeit mit dem UNHCR Aufgaben wie die Registrierung und Dokumentation zum Schutz von Flüchtlingen. Im Juni 2021 lebten 48.500 Flüchtlinge in Mali.

Obwohl die Bedingungen nicht ideal sind, kehrten im Jahr 2012 etwa 20.000 Binnenvertriebene in ihre Heimatregionen zurückkehren. Auf dem Weg zurück in ein unabhängiges und würdevolles Leben, benötigt die vertriebene Bevölkerung, sowie die Rückkehrer*innen dringend Unterstützung, durch die sie sich neue Lebensgrundlagen schaffen können. Doch die Kapazitäten sind begrenzt. Durch fehlende Registrierung bleibt den Vertriebenen immer wieder der Zugang zum Gesundheits- und Bildungssystem verwehrt.

 

Herausforderung - Covid-19

In Mali steht das öffentliche Gesundheitswesen vor großen Herausforderungen. Viele der Binnenvertriebenen und rückkehrenden Flüchtlinge leben in ärmsten Verhältnissen, ohne Möglichkeit die notwendigen Hygienemaßnahmen verfolgen zu können. Der UNHCR unterstützt die Behörden bei der Koordination der Hilfsmaßnahmen, der Infektionkontrolle sowie -prävention, der Krisenkommunikation und der Versorgung mit medizinischer Ausrüstung wie Schutzkleidung und Geräten.

In einem Kooperationsprojekt mit dem Welternährungsprogramm (WFP) und dem UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) werden Flüchtlinge angelernt, wie sie Masken und Seife selbst herstellen können. Diese werden dann in Flüchtlingsgemeinden und lokalen medizinischen Zentren verteilt.

Weitere Informationen zur Corona-Pandemie

Was macht der UNHCR vor Ort?

Bei seiner Arbeit in Mali legt der UNHCR seinen Schwerpunkt auf die Registrierung und angemessene Unterbringung der Geflüchteten, sowie auf die Verteilung von Hilfsgütern.

Zudem sensibilisieren die UNHCR-Mitarbeiter*innen die Bevölkerung zu Themen wie sexuelle- und geschlechtsspezifische Gewalt und unterstützen Betroffene.

Der Zugang zu Einbürgerungsverfahren und die Ausstellung offizieller Dokumente schützt die Menschen vor Staatenlosigkeit. Durch biometrische Erkennungsverfahren werden Flüchtlinge und Vertriebene registriert und die Hilfe effizienter durchgeführt.

Mit der Unterstützung des UNHCR organisierte die malische Regierung im Jahr 2019 einen Dialog über die Zwangsvertreibung in der Sahelzone. Die Regierungen von Burkina Faso, Tschad, Mali, Mauretanien und Niger bestätigten in der "Bamako Declaration" die zentrale Bedeutung des Schutzes von Menschen, die zur Flucht gezwungen sind, und die Notwendigkeit dauerhafter Lösungen.

So hat UNHCR bereits geholfen

Unterkunft

3.336 Familien erhielten 2020 Unterstützung bei der Notunterbringung in sicheren Unterkünften.


Stand: Juli 2021

Schulbildung

Der UNHCR verteilte 5.500 Radios und Schulausstattung um Flüchtlingskinder die Teilnahme am interaktiven bildenden Radioprogramm in Mali zu ermöglichen. Auch baute und richtete der UNHCR 27 neue Klassenzimmer ein.

Stand: Juli 2021

Bargeldhilfe

Der UNHCR unterstützte 4.717 zurückgekehrte Flüchtlinge und Binnenvertriebene in den Regionen Gao und Timbuktu mit Bargeldhilfen im Jahr 2020.

Stand: Juli 2021

Flüchtlingskinder beim Essen

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Mali, Mädchen sitzt vor einem Zelt auf dem Boden Mali_2.jpg