Fakten und Zahlen

Flüchtlingszahlen

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Zahlen & Fakten zu Menschen auf der Flucht

Die Zahl der Menschen, die weltweit vor Krieg, Konflikten und Verfolgung fliehen, war noch nie so hoch wie heute. Ende 2019 lag die Zahl der Menschen, die weltweit auf der Flucht waren, bei 79,5 Millionen - mehr als ein Prozent der Weltbevölkerung. Im Vergleich zum Vorjahr sind fast 9 Millionen Menschen mehr auf der Flucht. Seit 2010 hat sich die Zahl der Menschen auf der Flucht verdoppelt.

In Deutschland sank die Zahl  die Zahl der Asylsuchenden im Vergleich zu 2018 um 60.000 auf 309.262 ab. Die Zahl der Flüchtlinge in Deutschland liegt bei 1,1 Millionen.

85 Prozent der Flüchtlinge leben nach wie vor in Entwicklungsländern.

Flüchtlinge

Die Anzahl der Flüchtlinge ist mit 26 Millionen höher als jemals zuvor. 20,4 Millionen von ihnen unterstehen dem UNHCR-Mandat, 5,6 Millionen sind palästinensische Flüchtlinge, die von UNRWA (United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East) betreut werden. Dazu kommen 3,6 Millionen Venezolaner*innen, die aus ihrem Heimatland geflohen sind und sich einer flüchtlingsähnlichen Situation befinden.

Mehr als Zweidrittel der Flüchtlinge und ins Ausland vertriebenen Venezolaner*innen kommen aus nur 5 Ländern: Syrien bleibt weltweit das größte Herkunftsland von Flüchtlingen (6,6 Millionen), geflogt von Venezuela, Afghanistan, Südsudan und Myanmar.
Aber auch in vielen anderen Ländern kam es zu tausendfachem Flüchtlingselend. Der Hunger im Osten Afrikas und im Jemen, Kämpfe im Irak, der Zentralafrikanischen Republik, Burundi, der Ukraine zwingen viele Millionen Menschen zur Flucht.

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Standbild aus Video

Die meisten Flüchtlinge leben in armen Ländern

85 Prozent der Flüchtlinge und vertriebenen Venezolaner*innen weltweit lebten Ende 2019 in Staaten mit niedrigen oder mittleren Einkommen. Dies liegt zum einen an der geographischen Nähe vieler armer Staaten zu Konfliktregionen. Zum anderen fehlt es international an einem Konsens, wenn es um das Thema Aufnahme von Flüchtlingen geht.

Die Zahl derjenigen, die in Städten oder rund um Städte leben, ist 2019 auf etwa zwei Drittel gestiegen.

80 Prozent aller Vertriebenen leben in Regionen, in denen akute Ernährungsunsicherheit und Unterernährung herrscht.

Staaten und Gemeinden, die Flüchtlinge und andere aus ihrer eigentlichen Heimatregion geflohene Menschen unterstützen, brauchen darum eine robuste finanzielle Ausstattung und Hilfe. Deren Fehlen kann Instabilität herbeiführen und hat Konsequenzen für lebenssichernde humanitäre Hilfe oder löst Weiterwanderung aus.

Zur Situation am Mittelmeer finden Sie hier weitere Informationen.

 

Flucht und Vertreibung weltweit

Die fünf größten Herkunftsländer von Flüchtlingen

Syrien - 6,6 Millionen
Venezuela - 3,7 Millionen
Afghanistan - 2,7 Millionen
Südsudan - 2,2 Millionen
Myanmar - 1,1 Millionen

Die fünf größten Aufnahmeländer von Flüchtlingen

Türkei - 3,6 Millionen
Kolumbien - 1,8 Millionen
Pakistan - 1,4 Millionen
Uganda - 1,4 Millionen
Deutschland - 1,1 Millionen

Die fünf Länder mit den meisten Binnenvertriebenen

Kolumbien - fast 8 Millionen
Syrien - 6,6 Millionen
DR Kongo - 5 Millionen
Jemen - 3,6 Millionen
Somalia - 2,6 Millionen

Alle Informationen und Zahlen stammen aus dem UNHCR-Report "Global Trends 2019".
Der UNHCR-Report "Global Trends" wird jedes Jahr zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni herausgegeben und bezieht sich auf Zahlen, die bis Ende Dezember des Vorjahres erfasst wurden.

Global-Trends 2019

Binnenvertriebene und Asylsuchende

Die Zahl der Menschen, die innerhalb ihres Heimatlandes geflohen sind, liegt bei 45,7 Millionen. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 4,4 Millionen Menschen mehr. Kolumbien, Syrien, die Sahelzone, der Jemen und die Demokratische Republik Kongo stehen weiterhin an der Spitze jener Staaten, die von Binnenflucht und –vertreibung betroffen sind.

Bei der dritten Gruppe handelt es sich um Asylbewerber*innen, also Menschen, die ihr Heimatland verlassen haben und anderswo internationalen Schutz als Flüchtlinge suchen. Ende 2019 war die Zahl derjenigen, die auf eine Entscheidung ihres Asylgesuches warteten, weltweit auf 4,2 Millionen angestiegen - 20 Prozent mehr als im Vorjahr.

Vertreibung betrifft aktuell nicht nur viel mehr Menschen, sondern sie ist auch kein kurzfristiges und vorübergehendes Phänomen mehr. Wir brauchen eine grundlegend neue und positivere Haltung gegenüber allen, die fliehen – gepaart mit einem viel entschlosseneren Bestreben, Konflikte, die jahrelang andauern und die Ursache dieses immensen Leidens sind, zu lösen.

Filippo Grandi, Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge

Rückkehr - Resettlement

Für viele Flüchtlinge und Binnenvertriebene konnte die Lebenssituation durch die Rückkehr oder Resettlement-Programme in Drittstaaten verbessert werden. Die Zahl der Flüchtlinge, die dank des Ressettlement-Programms Schutz in einem Drittland fanden, stieg leicht auf rund 107.800 Menschen.

Etwa 317.200 Flüchtlinge konnten in ihr Heimatland zurückkehren, zudem rund 5,3 Millionen Binnenvertriebene in ihre jeweiligen Heimatregionen – wenngleich viele von ihnen keineswegs unter idealen Bedingungen und mit unsicheren Zukunftsaussichten.


Ausgewählte Fakten

  • Ende 2019 waren 79,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Dies ist die höchste Zahl, die jemals von UNHCR verzeichnet wurde und entspricht einem Prozent der Weltbevölkerung!
  • 3 von 4 Flüchtlingen leben im Nachbarland ihres Heimatstaates.
  • 40 % der Flüchtlinge weltweit sind unter 18 Jahren.
  • Rund 5,6 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene konnten 2019 in ihre Heimat zurückkehren.
  • 85 % der Flüchtlinge leben in Entwicklungsländern.
  • 80 % aller Vertriebenen leben in Regionen, in denen akute Ernährungsunsicherheit und Unterernährung herrscht.

 

Ein Jahrzehnt der Flucht (2010-2019):

  • Seit 2010 hat sich die Zahl der zur Flucht gezwungenen Menschen auf der Welt fast verdoppelt (von 41 Millionen auf 79,5 Millionen).
  • 400.000 Asylanträge von unbegleiteten Kindern.
  • 79 Millionen Menschen wurden innerhalb ihres eigenen Landes vertrieben.
  • 31 Millionen Binnenvertiebene konnten in ihre Heimatregionen zurückkehren.
  • 1,1 Millionen Flüchtlinge wurden in Drittländer umgesiedelt (Resettlement).
  • 3,9 Millionen Flüchtlinge konnten in ihr Heimatland zurückkehren.


(Zahlen bis Ende 2019)

 

Flüchtlinge kommen an Mittelmeerküste an

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