UNHCR-Bericht: 5,8 Millionen geflüchtete Kinder gehen nicht zur Schule
Bildung bedeutet für Kinder auf der Flucht weit mehr als Unterricht. Schule kann Schutz und Stabilität geben, neue Perspektiven eröffnen und jungen Menschen helfen, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Doch für Millionen geflüchtete Kinder weltweit bleibt der Zugang zu Bildung unerreichbar.
5,8 Millionen Kinder ohne Schulzugang
Der neue UNHCR-Bildungsbericht Pathways to the Future: Education, Opportunity and Self-Reliance zeigt: Von weltweit 13,1 Millionen geflüchteten Kindern im schulpflichtigen Alter besuchten 2025 rund 5,8 Millionen keine Schule. Das entspricht 44 Prozent.
Besonders schwierig ist der Übergang auf eine weiterführende Schule. Während 65 Prozent der geflüchteten Kinder im Grundschulalter eine Schule besuchen, liegt der Anteil in der Sekundarstufe nur noch bei 32 Prozent. Für geflüchtete Mädchen verschärfen Armut, Schutzrisiken, frühe Heirat und weitere Belastungen die Situation zusätzlich.
Fortschritte bei der Hochschulbildung
Gleichzeitig zeigt der Bericht, was langfristige Investitionen in Bildung bewirken können. Der Anteil Geflüchteter in der Hochschulbildung erreichte 2025 mit 11 Prozent einen neuen Höchststand. Mehr als 450.000 Geflüchtete waren an Hochschulen oder in vergleichbaren Bildungsangeboten eingeschrieben. Damit zeigen sich Fortschritte auf dem Weg zu dem Ziel, bis 2030 einen Anteil von 15 Prozent zu erreichen.
Finanzierungskürzungen gefährden Fortschritte
Doch diese Entwicklung ist gefährdet. Kürzungen bei der humanitären und entwicklungspolitischen Finanzierung können dazu führen, dass Bildungsangebote wegfallen, Schulen weniger Unterstützung erhalten und noch mehr Kinder und Jugendliche ihre Chance auf Bildung verlieren.
In einer Zeit, in der die humanitäre und entwicklungspolitische Finanzierung stark unter Druck steht, drohen Kürzungen bei der Bildung jahrzehntelange gemeinsame Investitionen zunichtezumachen und einer ganzen Generation junger Menschen Chancen zu nehmen.
UN-Flüchtlingshochkommissar Barham Salih
Damit Kinder und Jugendliche auf der Flucht auch künftig lernen können, braucht es verlässliche Unterstützung für Bildungsangebote und Schulen in den Aufnahmeländern. Nur so können erreichte Fortschritte gesichert und mehr jungen Menschen langfristig neue Perspektiven eröffnet werden.
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