Lebensrettende Nothilfe im Krisenfall
Wenn Menschen vor Krieg, Gewalt oder Katastrophen fliehen müssen, zählt jede Stunde. Oft blieb ihnen keine Zeit, ihr Hab und Gut mitzunehmen. Viele sind von der Flucht erschöpft oder verletzt. Oftmals fehlt das Nötigste zum Überleben.
UNHCR ist weltweit im Einsatz, um Flüchtlinge und Vertriebene in akuten Krisen schnell zu schützen und zu versorgen. Dazu gehören Notunterkünfte, Decken, Matratzen, Hygieneartikel, Bargeldhilfen, medizinische Unterstützung und Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Menschen.
Aktuelle Hilfseinsätze
Hier erfahren Sie, wo Flüchtlinge und Vertriebene derzeit besonders dringend Unterstützung brauchen.
Nothilfe bedeutet schnelle Hilfe in akuten Krisen – damit Menschen überleben, Schutz finden und das Nötigste erhalten.
Wie hilft UNHCR im akuten Krisenfall?
Registrierung und Beratung
Registrierung hilft, den konkreten Bedarf festzustellen und weitere Unterstützung zu ermöglichen.
Hilfsgüter
Decken, Schlafmatten, Matratzen, Küchenutensilien, Eimer und Solarlampen helfen Familien durch die ersten Tage.
Wasser, Hygiene und Gesundheit
Sauberes Wasser, Hygieneartikel und medizinische Unterstützung helfen, Krankheiten vorzubeugen und Leben zu schützen.
- Sie wollen Menschen auf der Flucht helfen? -
Notunterkünfte
Zelte, Planen und Materialien schützen Menschen vor Kälte, Hitze, Regen und Unsicherheit.
Schutz
Der UNHCR unterstützt besonders gefährdete Menschen – darunter Kinder, Frauen, ältere Menschen und Menschen mit Behinderung.
Bargeldhilfen
Wo Märkte funktionieren, helfen Bargeldhilfen Familien, selbst zu entscheiden, was sie am dringendsten brauchen.
Was passiert im Krisenfall?
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Lage und Bedarf prüfen
In einer akuten Flüchtlingskrise zählt jede Stunde, jede Minute. Ein speziell trainiertes Nothilfeteam von UNHCR-Mitarbeiter*innen ist innerhalb von 72 Stunden einsatzbereit - egal wann, egal wo. Vor Ort analysieren sie zunächst, wie viele Menschen betroffen sind und welche Hilfe besonders dringend gebraucht wird.
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Hilfe koordinieren
Zusammen mit Behörden, lokalen Partnern und anderen Hilfsorganisationen stimmt das UNHCR-Nothilfeteam alle Maßnahmen ab, damit Hilfe möglichst wirksam ankommt.
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Hilfsgüter und Teams mobilisieren
Zelte, Decken, Schlafmatten und weitere Hilfsgüter werden aus globalen Warenlagern geliefert oder vor Ort beschafft, Expert*innen unterstützen Schutz, Registrierung und Versorgung, lokale Partner helfen bei der Verteilung.
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Schutz und Versorgung sicherstellen
So können Menschen in akuten Krisen schneller das erhalten, was sie am dringendsten brauchen: Schutz, sichere Unterkünfte, Hilfsgüter, Beratung und medizinische Unterstützung.
Nothilfe ist ein Teil humanitärer Hilfe. Während Nothilfe in akuten Krisen schnell reagieren muss, unterstützt humanitäre Hilfe Menschen auf der Flucht oft auch langfristig – mit Schutz, Bildung, Beratung und Perspektiven.
Mehr über humanitäre Hilfe erfahren
Nothilfe beginnt nicht erst im akuten Krisenfall
Nothilfe beginnt nicht erst, wenn eine Krise eskaliert. Damit UNHCR schnell reagieren kann, müssen Hilfsgüter bereitstehen, Fachkräfte einsatzbereit sein, Transportwege organisiert und Partner vor Ort eingebunden werden.
Um möglichst schnell und effizient auf Notfälle reagieren zu können, gibt es detaillierte Planungsschritte für die Mitarbeiter des UNHCR. Hinter allen Maßnahmen steht die Logistik von Hilfsgütern und Personal. Die Maßnahmen basieren auf einer gemeinschaftlichen und lokalen Planung mit verschiedenen Partnern und Interessenvertretern. Doch egal wie gut die Planung ist, jeder Notfall ist anders und birgt Unwägbarkeiten, die sich nur im aktuellen Fall lösen lassen. Wichtig ist, dass in der Vorbereitung der Maßnahmen immer die Rechte und die Würde der Betroffenen gewahrt werden.
Doch was kennzeichnet eine Notsituation? Was passiert im Krisenfall? Welche Bedeutung hat die Koordinierung der Hilfspartner? Finden Sie die Antworten auf diese und weitere Fragen in unseren FAQs:
Was kennzeichnet einen Krisenfall?
Es gibt bestimmte Schlüsselindikatoren, die eine Notsituation kennzeichnen:
Allgemeine Sterblichkeitsrate:
Mehr als fünf Tote am Tag pro 10.000 Menschen. Zum Vergleich: Als normal gelten 0,5 Tote am Tag pro 10.000 Menschen.
Kindersterblichkeitsrate:
Vier oder mehr tote Kinder am Tag pro 10.000. Zum Vergleich: Unter normalen Umständen verstirbt täglich ein Kind von 10.000.
Gesundheit:
Ein signifikanter Anstieg einer der folgenden Krankheiten:
- Masern
- Durchfallerkrankungen
- Akute Atemwegserkrankungen
- Malaria
- Mangelernährung
Ernährung:
Ein Ernährungsnotfall liegt vor, wenn mehr als 15% der Kinder unter fünf Jahren nur 80% ihres Normalgewichts erreichen. Der kritische Prozentsatz fällt auf 10%, sobald andere Faktoren wie z.B. eine Masernepidemie dazukommen.
Wie laufen die Hilfseinsätze im Krisenfall ab?
Im Fall einer akuten Krise zählt jede Stunde, jede Minute. Daher läuft jeder Einsatz nach einem bestimmten Muster ab - eingeteilt in drei verschiedene Notfallstufen:
Notfallstufe 1:
Um sich auf einen wahrscheinlich humanitären Notfall vorzubereiten, erfolgen Vorbereitungsmissionen durch das betroffene UNHCR-Länderbüro. Sie werden personell, finanziell und materiell durch die UNHCR-Zentrale in Genf unterstützt, um sich vor Ort einen Überblick über den Zugang, die Sicherheitsprobleme und potentielle Lagerplätze zu verschaffen.
Notfallstufe 2:
Der Katastrophenplan wird bezüglich Logistik und Beurteilung der Sicherheitslage angepasst. Ein kompletter Einsatzplan wird erstellt und entsprechende Budgets bereitgestellt, um zusätzliche Ressourcen von der UNHCR-Zentrale anfordern zu können.
In den UNHCR-Lagern für Hilfsgüter wird das benötigte Material zur Versendung vorbereitet und die Mitarbeiter*innen des Nothilfeteams informiert.
Notfallstufe 3:
In einer außergewöhnlich ernsten Situation, wird die Mitarbeit des gesamten UNHCR benötigt, weil das Ausmaß, das Tempo, die Komplexität oder die Folgen der Krise die bestehenden Reaktionskapazitäten der Länderoperation übersteigen.
Der Einsatzplan wird umgesetzt und die Mitarbeiter*innen des Nothilfe-Teams an ihren Einsatzort gebracht.
Wie reagiert der UNHCR auf humanitäre Notfälle?
Der Emergency Response des UNHCR umfasst eine schnelle und effektive Reaktion auf humanitäre Krisen. Dies beinhaltet die Bereitstellung von Schutz und Unterstützung für Flüchtlinge und andere betroffene Bevölkerungsgruppen, wie z.B. Asylsuchende, Internally Displaced Persons (IDPs) und Rückkehrer*innen. Wenn sich Notfälle ausweiten, wird die Reaktion in dreierlei Hinsicht verstärkt:
1. Der UNHCR liefert die wichtigsten Hilfsgüter aus seinen weltweiten Lagerbeständen. Der UNHCR verfügt über sieben Nothilfelager an strategischen Standorten in der ganzen Welt, die jeweils mit nicht verderblichen lebensnotwendigen Gütern wie Zelten, Decken, Schlafmatten und Küchensets bestückt sind. Innerhalb von 72 Stunden werden Frachtflugzeuge, Schiffe und andere Fahrzeuge organisiert, um die Hilfsgüter dorthin zu bringen, wo die Menschen sie brauchen, selbst in die entlegensten Orte.
2. Der UNHCR sorgt dafür, dass die Expert*innen für humanitäre Hilfe in den Bereichen Schutz, Unterkunft, Gesundheitsversorgung, Wasser und sanitäre Einrichtungen sowie für andere wichtige Hilfsmaßnahmen sofort zur Verfügung stehen. Diese Expert*innen müssen alles stehen und liegen lassen, um innerhalb von 72 Stunden auf eine Krise zu reagieren.
3. Der UNHCR überweist auch Geldmittel zur Unterstützung des Notfalls. Die Teams benötigen sofortigen Zugang zu Geldmitteln, damit sie lokale Notunterkünfte und Lebensmittel kaufen, Registrierungs- und Transitzentren einrichten können und vieles mehr. Genauso wie die Verfügbarkeit von Vorräten und die Ausbildung des Personals ist die Verfügbarkeit von finanziellen Mitteln von zentraler Bedeutung für die Fähigkeit, Leben zu retten.
Welche Mindeststandards gibt es in der Nothilfe?
- sieben Liter sauberes Trinkwasser pro Person und Tag
- 2.100 kcal pro Person und Tag
- Schutz vor Wind, Regen, extremen Temperaturen und starker Sonneneinstrahlung
- eine Latrine pro Familie (sechs bis zehn Personen)
- ein Wasserzugang pro Gemeinschaft (80 bis 100 Personen)
- ein Gesundheitszentrum pro Flüchtlingslager (oder 20.000 Menschen)
- ein Krankenhaus (bis zu 200.000 Menschen)
Wie wird man Nothelfer*in bei UNHCR?
Jede*r UNHCR-Mitarbeiter*in, der oder die über Arbeitserfahrung und Sprachkenntnisse verfügt, kann sich um die Ausbildung zum Nothelfer*in bewerben. Die meisten der Bewerber*innen waren bereits für den UNHCR im Ausland im Einsatz.
Diejenigen, die ausgewählt werden, nehmen an mehreren intensiven Ausbildungs-Workshops über Notfall-Management teil, die alle Aspekte von UNHCR-Noteinsätzen abdecken. Dazu zählen:
- Planung der Lagerplätze
- Verhandlungsführung mit örtlichen Behörden
- Erste Hilfe
- Fahren mit Geländewagen
- Umgang mit Stress
- Arbeiten im Team
- Leitung eines Koordinationstreffens
Das Training:
Die Teilnehmer*innen werden in simulierten Situationen auf Notfäll vorbereitet und getestet, wie sie in Krisen reagieren. In Not- und Krisensituationen ist eine schnelle Orientierung und Reaktionsfähigkeit in unbekannter Umgebung gefordert. Entscheidend für die Mitarbeit ist auch die Teamfähigkeit jedes/jeder Einzelnen. Denn in kritischen Situationen, muss sich jede*r auf die anderen verlassen können.
Warum ist die Koordination in Notsituationen wichtig?
Nur wenn Hilfsorganisationen koordiniert zusammenarbeiten und ihre Expertise bündeln, können sie in einer Notsituation schnell und effektiv helfen.
Jede Organisation hat im Krisenfall andere Kompetenzen und Verantwortungen. Diese Verantwortlichkeiten werden durch das ständige interinstitutionelle Kommitee (Inter-Agency Standing Committee (IASC)) festgelegt. Grundsätzlich gilt eine klare Trennung der Verantwortungsbereiche, so dass Lücken schnell identifiziert werden können.
Nach den IASC-Prinzipien ist UNHCR verantwortlich für
- Schutzfragen (Protection),
- Notunterkünfte (Emergency Shelter) sowie
- die Koordinierung der humanitären Arbeit in Flüchtlingslagern (Camp Management).
Krisen lassen sich nicht planen. Nothilfe schon.
Damit der UNHCR schnell handeln kann, müssen Hilfsgüter bereitstehen, Nothilfelager gefüllt, Transporte vorbereitet, Einsatzteams geschult und Partner vor Ort unterstützt werden.
Spenden machen genau das möglich: Sie helfen, Unterkünfte aufzubauen, Familien mit Hilfsgütern zu versorgen und Menschen zu schützen, die alles verloren haben.
Nothilfe braucht
verlässliche Unterstützung
Viele humanitäre Einsätze sind unterfinanziert.
Ihre Spende hilft, Nothilfe dennoch möglich zu machen – schnell, zuverlässig und dort, wo sie am dringendsten gebraucht wird
Wann wird Nothilfe gebraucht?
Nothilfe kommt zum Einsatz, wenn Menschen plötzlich in Lebensgefahr geraten oder ihre Lebensgrundlage verlieren. Das kann nach einem Angriff, einer Eskalation von Gewalt, einer Naturkatastrophe oder einer großen Fluchtbewegung der Fall sein.
Häufige Fragen zur akuten Nothilfe
Wie bereitet sich der UNHCR auf Notfälle vor?
Der UNHCR hält Hilfsgüter, geschultes Personal und finanzielle Mittel für Kriseneinsätze bereit. Gemeinsam mit lokalen Behörden und Partnerorganisationen werden Risiken bewertet und Notfallpläne entwickelt. So kann die Hilfe schnell an die jeweilige Situation angepasst werden.
Wie schnell erreicht die Hilfe die Menschen?
In schweren Krisen kann der UNHCR innerhalb von 72 Stunden Hilfsgüter und speziell ausgebildete Mitarbeiter*innen auf den Weg bringen. Wie schnell die Hilfe tatsächlich ankommt, hängt jedoch auch von der Sicherheitslage, den Transportwegen und dem Zugang zu den betroffenen Gebieten ab.
Warum ist die Koordination der Hilfe so wichtig?
In einer Krise arbeiten häufig viele Organisationen gleichzeitig. Eine klare Aufgabenverteilung verhindert Versorgungslücken und Doppelstrukturen. Der UNHCR übernimmt dabei insbesondere Verantwortung für den Schutz von Flüchtlingen sowie häufig für Notunterkünfte und die Koordination in Flüchtlingsunterkünften.
Wer erhält akute Nothilfe?
Die Hilfe richtet sich nach der Dringlichkeit des Bedarfs. Unterstützt werden unter anderem Flüchtlinge, Binnenvertriebene, Asylsuchende, Staatenlose und Rückkehrer*innen. Besonders berücksichtigt werden Menschen, die durch Alter, Krankheit, Behinderung, Gewalt oder familiäre Trennung zusätzlichen Risiken ausgesetzt sind.
Wie helfen Spenden in einer akuten Krise?
Spenden ermöglichen es, Hilfsgüter zu beschaffen, Notunterkünfte einzurichten, Schutzmaßnahmen zu finanzieren und Fachkräfte einzusetzen. Flexible Spenden sind besonders wichtig, weil sie dort eingesetzt werden können, wo der Bedarf gerade am größten ist.
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