11. Oktober: Weltmädchentag - Was haben Binden mit Bildung zu tun?
Die UNO-Flüchtlingshilfe weist zum Weltmädchentag am 11. Oktober auf eine oft übersehene Barriere für Bildung hin: Fehlende Menstruationshygiene kann dazu führen, dass Mädchen regelmäßig der Schule fernbleiben – und dadurch weitere Bildungschancen verlieren. Wenn Mädchen auf der Flucht nicht über geeignete Menstruationsprodukte, Wasser oder geschützte Toiletten verfügen, kann ihre Periode darüber entscheiden, ob sie am Unterricht teilnehmen können.
In Uganda geben mehr als die Hälfte der Mädchen an, während ihrer Monatsblutung nicht zur Schule zu gehen. In Kenia können sich 65 Prozent der Mädchen und Frauen keine Menstruationsprodukte leisten. Wer auf Stoffreste, Blätter oder Papier zurückgreifen muss, riskiert zudem gesundheitliche Probleme und Infektionen.
„Eine Binde ist kein Luxus. Sie ist ein kleines Stück Sicherheit und kann darüber mitent-scheiden, ob ein Mädchen weiter am Unterricht teilnehmen kann“, erklärt Ricarda Brandts, Vorsitzende der UNO-Flüchtlingshilfe. „Wer geflüchteten Mädchen Bildung ermöglichen will, muss deshalb auch die Bedingungen verbessern, unter denen sie lernen. Dazu gehören sichere Toiletten, Wasser und Menstruationsprodukte genauso wie geschützte Räumlichkeiten und weibliche Lehrkräfte.“
Für Mädchen auf der Flucht sind die Hürden besonders hoch
Weltweit gehen rund 120 Millionen Mädchen nicht zur Schule. Mädchen in Krisenregionen und auf der Flucht sind besonders gefährdet, den Zugang zu Bildung zu verlieren. Nach Angaben des UNHCR haben rund 44 Prozent der geflüchteten Kinder keinen Zugang zu Schulen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Bildungseinrichtungen können zerstört oder nicht erreichbar sein, Familien können sich Schulgebühren oder Lernmaterialien nicht leisten. Lange und unsichere Schulwege, traditionelle Geschlechterrollen sowie fehlende sanitäre Einrichtungen erschweren insbesondere Mädchen den Schulbesuch. Auch fehlendes weibliches Lehrpersonal kann eine zusätzliche Hürde darstellen.
Menstruationshygiene ist dabei ein Beispiel für eine Barriere, die leicht übersehen wird. Fehlen geeignete Hygieneprodukte, Wasser oder geschützte Toiletten, bleiben Mädchen während ihrer Periode häufiger dem Unterricht fern. Aus einzelnen Fehltagen können so Lücken entstehen, die den weiteren Bildungsweg erschweren.
Schule bedeutet mehr als Unterricht
Während Mädchen und Jungen die Grundschule in etwa gleichem Umfang besuchen, öffnet sich die Schere im weiterführenden Bildungsbereich deutlich. Für geflüchtete Mädchen ist Bildung dabei weit mehr als der Erwerb von Wissen. Schule schafft Struktur und soziale Kontakte und kann einen geschützten Raum bieten. Bildung kann Mädchen vor Ausbeutung, geschlechtsspezifischer Gewalt, frühen Schwangerschaften und Kinderheirat schützen. Gleichzeitig stärkt sie ihre Selbstständigkeit und verbessert langfristig ihre sozialen und wirtschaftlichen Perspektiven.
Die UNO-Flüchtlingshilfe unterstützt deshalb weltweit Programme, die geflüchteten Kindern den Zugang zu Bildung ermöglichen und dabei die besonderen Bedürfnisse von Mädchen berücksichtigen. Denn Bildung beginnt nicht erst bei Büchern, Klassenzimmern oder Lehrplänen. Sie beginnt mit der Möglichkeit, sicher und gesund jeden Tag am Unterricht teilzunehmen.
Mehr Informationen zur Bildungsförderung für Mädchen und Frauen: Bildung für Mädchen und Frauen – UNO-Flüchtlingshilfe
Pressestelle der UNO-Flüchtlingshilfe
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