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"Eine kurze Geschichte eines langen Krieges"

Russland gegen die Ukraine

Mariam Naiem erklärt in diesem Sach-Comic die Geschichte ihres Landes, der Ukraine. Im Vordergrund steht der Einfluss Russlands, der seit dem Mittelalter die Geschichte der Ukraine bestimmt hat.

Die Rahmenhandlung des Comics sind die nächtlichen Luftangriffe auf die Stadt der Autorin, die sich voller Angst nach den Empfehlungen des Kriegshandbuches entscheiden muss, ob sie Schutzräume aufsuchen soll oder das Ende der Angriffe in ihrer Wohnung abwartet.

Während sie im Schutzraum ausharren, erzählen sich die Menschen von den politischen Entwicklungen, vom Mittelalter über die Christianisierung, dem Einfluss der Kosaken und der Machtübernahme während des Zarenreiches bis zum Leben unter sowjetischen Einfluss im Kommunismus. Sie erinnern sich auch an die jüngsten Ereignisse während der Orangenen Revolution und dem Euromaidan. 

Der Comic beschreibt, wie die immer wiederkehrende politische Unterdrückung, auch im kulturellen Bereich, die Widerstandskraft und den Freiheitsdrang der Ukrainer geprägt hat. Gleichzeitig lässt er die Menschen zu Wort kommen, die voller Angst und Trauer über die Toten dem derzeitigen Krieg trotzen.

Fazit
Für Anfänger in Sachen ukrainische Geschichte, mag der Sach-Comic anfangs etwas verwirrend wirken, da die Geschichte der Ukraine nicht streng chronologisch erzählt wird. In Bildern, die streng in Schwarz, Weiß und Orange gehalten sind, werden historische Ereignisse und Szenen widergegeben, die mit den Texten zusammen, sehr gut erklären, woher sich der Wille der Ukrainer nach jahrhundertelanger Unterdrückung nährt, sich gegen den russischen Angriffskrieg zu wehren und durchzuhalten.

Lohnend für jeden Comic-Fan, der hinter die täglichen Nachrichten über den Krieg in der Ukraine blicken will.

Eine kurze Geschichte eines langen Krieges
avant verlag, 2025
Autorin: Mariam Naiem
Illustration: Yulia Vus, Ivan Kypibida
ISBN 978-3-96445-152-1
EUR 24