Hunger als Fluchtgrund

Lebensrettende Hilfe

Flüchtlingskind wird medizinisch untersucht. Foto: UNHCR

Obwohl Menschen, die unter Hunger leiden, oftmals zur Flucht gezwungen sind, um zu überleben, ist Hunger nach völkerrechtlichen Definition in der Flüchtlingskonvention kein anerkannter Fluchtgrund.

Und doch hängen Hunger und Flucht eng zusammen. Hunger und Armut, sei es durch Krieg und Gewalt oder durch klimatische Veränderungen hervorgerufen, können Konflikte auslösen, die die Menschen zur Flucht zwingen.

Rund 20 Millionen Menschen in der Region um Südsudan, Jemen, Nigeria und Somalia sind momentan von einer Dürre betroffen - unter ihnen sind 4,2 Millionen Flüchtlinge.

In Flüchtlingslagern kommen oft erschöpfte Menschen an, die wochenlang nichts mehr zu essen hatten. Infektionskrankheiten können dann lebensbedrohlich werden. Vor allem den Kindern droht der Tod durch akute Unterernährung. Diese Menschen brauchen sofortige Hilfe.

UNHCR hilft und

  • sorgt für die Erstversorgung von neu ankommenden Flüchtlingen,
  • versorgt unterernährte Kinder mit nährstoffreicher Spezialnahrung,
  • kümmert sich um die Ernährung von schwangeren und stillenden Frauen,
  • richtet Gemeinschaftsküchen ein,
  • verteilt Nahrungsmittelrationen, Küchenutensilien, Öfen und Brennstoffe in Flüchtlingslagern.

Gewaltsame Konflikte sind oftmals Ursache für Lebensmittelknappheit. Felder können nicht mehr bestellt werden, Ernten werden zerstört oder beschlagnahmt oder die Bevölkerung wird durch Kämpfe oder bei Belagerungen von Nahrungsmitteln abgeschnitten. Landwirtschaftliche Infrastruktur und Straßen werden belagert oder zerstört. In Regionen, die von Konflikten betroffen sind, werden Nahrungsmittel knapp und die Preise für Lebensmittel steigen.

Nahrungsmittelknappheit oder Streitigkeiten um den Zugang zu Land und Wasser können darüber hinaus auch Auslöser von gewaltsamen Konflikten sein oder sie verschärfen. Ein Teufelskreis von Gewalt, Hunger und Flucht entsteht.

Fehlen den Familien Einkommensmöglichkeiten und gehen die Vorräte zur Neige, sind die Menschen gezwungen, in andere Regionen abzuwandern, um ihr Überleben zu sichern. Wenn Krieg, Gewalt oder Diskriminierung ihr Leben bedrohte, können sie dies als Fluchtgründe geltend machen.

Klimawandel und Umweltschäden gefährden in vielen Regionen der Welt die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung. Naturkatastrophen, wie Überschwemmungen, Erdrutsche oder verhehrende Stürme, vernichten Ernten und Anbauflächen und können Lebensmittelknappheiten zur Folge haben.

Wasser wird in vielen Regionen vor allem Afrikas immer knapper. Regenzeiten verschieben sich und werden weniger verlässlich. Dürre und Versteppung sind Grund für schlechte Ernten.

In vielen Länder, darunter Südsudan, Jemen, Nigeria und Somalia, leiden die Menschen unter einer Hungersnot. Insgesamt befinden sich rund 20 Millionen Menschen in diesen Ländern in Regionen, die direkt von einer Dürre betroffen sind, darunter 4,2 Millionen Flüchtlinge. Millionen Menschen sind akut vom Tod bedroht, denn unter- oder mangelernährt  sind sie extrem krankheitsanfällig. Infektionen wie Durchfall, Malaria oder Tuberkulose können lebensbedrohlich werden. Vor allem den Kindern droht der Tod durch akute Unterernährung.

 

 

Werden Menschen aus ihren Häusern und Dörfern vertrieben, bleibt oftmals kaum Zeit, Vorräte einzupacken. Auf der Flucht leiden viele Flüchtlinge und Binnenvertriebene unter Mangelernährung oder Hunger.

Hungerkrisen in der Heimatregion kommen hinzu, so dass Flüchtlinge sich bereits geschwächt und krank auf den Weg machen. Für diese Menschen ist die Flucht, mit tagelangen Märschen in großer Hitze oder bei stundenlangen Regenfällen, eine enorme Strapaze, die sie nicht selten nicht überleben.

In den Flüchtlingslagern kommen ausgemergelte und erschöpfte Menschen an. Sie erhalten Nahrungsmittel oder werden bei Unterernährung in Ernährungsprogrammen medizinisch versorgt.

Doch immer öfter fehlen in den Flüchtlingslagern ausreichende Nahrungsmittel, so dass die Rationen für die Flüchtlinge gekürzt werden müssen oder nur eine sehr einseitige Ernährung möglich ist. Die Menschen auf Dauer anfällig für Infektionskrankheiten, wie  Durchfall, Malaria oder Tuberkulose.