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Griechenland

Flüchtlinge in Griechenland

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Sinkende Flüchtlingszahlen

Seit Beginn des Konfliktes in Syrien im Jahr 2011 sah sich Griechenland mit stark steigenden Grenzübertritten von Flüchtlingen konfrontiert. In den letzten Jahren ist diese Zahl jedoch wieder gesunken. Zwischen Januar und August 2021 kamen mehr als 6.300 Flüchtlinge und Migrant*innen nach Griechenland. Rund 2.300 Personen erreichten die Küste Griechenlands über den Seeweg. Es handelte sich zumeist um Familien aus Afghanistan, Somalia und der Demokratischen Republik Kongo.

2020 waren es noch 15.696 Flüchtlinge und Migrant*innen, die in Griechenland ankamen. Davon waren 2020 4.602 Kinder - 82 Prozent weniger als ein Jahr zuvor (2019: 25.443). 19 Prozent der Flüchtlingskinder waren unbegleitet.

Das griechische Asylsystem war durch die hohe Zahl an ankommenden Flüchtlingen in den letzten Jahren und die Corona-Pandemie stark überlastet. Im Jahr 2021 kann man davon ausgehen, dass das Tempo bearbeiten, Asylanträge durch die Behörden auf das Niveau von 2018 erreicht. Die Rückstände der Entscheidungen über Asylverfahren konnte durch eine Umstellung und internationale Hilfe (unter anderem des UNHCR) verringert werden. So wurden 2020 in 95.000 Asylverfahren Entscheidungen getroffen.

Wichtig ist, dass trotz des großen Drucks Asylstandards und Schutzmaßnahmen beibehalten werden. Die Mehrheit der Asylbewerber*innen in Griechenland hat Flüchtlingsmerkmale und ist wahrscheinlich auf internationalen Schutz angewiesen.

Ankommende Flüchtlinge in Griechenland

Illegale Push-Backs an der griechischen Grenze?

Entsprechend der Genfer Flüchtlingskonvention darf ein Flüchtling nicht in ein Land zurückgewiesen werden, in dem er Verfolgung fürchten muss (Non-Refoulement Prinzip). Asylsuchenden darf demnach die Einreise nach Griechenland nicht verweigert bleiben. Dennoch gab es vor allem seit März dieses Jahres vermehrt Berichte über die Zurückweisung von Migrant*innen und Asylsuchenden an der griechisch-türkischen Landes- oder Seegrenze (sog. Push-Backs).

Griechenland hat das Recht, seine Grenzen zu kontrollieren und irreguläre Migration zu steuern. Gleichzeitig müssen die internationalen Menschenrechts- und Flüchtlingsschutzstandards und die Rechte von Asylsuchenden respektiert werden. Der UNHCR appelliert an Griechenland, die Vorwürfe ernst zu nehmen und zu untersuchen.

Der UNHCR teilt alle ihnen zugespielten seriöse Berichte über illegale Push Backs mit der nationalen Regierung, um die Ermittlungen und Aufklärung in diesen Fällen zu unterstützen. Der von der griechischen Regierung angekündigte unabhängige Überwachungsmechanismus zur Verhinderung der Push Backs ist eine positive Wendung und wird durch die Expertise des UNHCR unterstützt.

Flüchtlingszahlen auf den griechischen Inseln sinken

Die Zahl der Ankünfte von Geflüchteten auf den griechischen Inseln ist deutlich gesunken. Der Großteil der Geflüchteten kommt auf den drei Inseln Lesbos, Samos und Dodekanes an. Rund 6.500 Flüchtlinge und Asylsuchende leben auf den griechischen Inseln, wovon 71% in permanent und temporären Aufnahme und Identifikation-Centern (RICs) leben. Die Zentren waren ursprünglich für 5.400 Menschen konzipiert und somit überfüllt.

Viele Geflüchtete müssen noch immer in Zelten leben, ohne ausreichender sanitäre Einrichtungen. Zusätzlich haben die Menschen oftmals keinen Zugang zu wichtigen Informationen über das Asylverfahren.

Insbesondere die Wintermonate sind die Geflüchteten schwierig. Insbesondere diejenigen, die in Zelten und Behelfsunterkünfte leben sind von winterlichen Temperaturen und starken Meerwinden getroffen. Der UNHCR unterstützt die Flüchtlinge in ihren Vorbereitungen auf den nächsten Winter. Eine langfristige Lösung jedoch wäre eine Umsiedlung in feste Unterkünfte auf dem Festland, bzw. eine direkte Umsiedlung in einem Drittland im Rahmen des europäischen Umsiedelungsprogrammes.

Insbesondere, wenn sich der Aufenthalt auf den Inseln über lange Zeit hinzieht ist die Situation für Geflüchtete, Helfer*innen und Einheimische sehr belastend.

 

Schaut, unter welchen Umständen wir hier leben. Insekten kommen ins Zelt. Wenn es regnet, werden wir nass, überall ist Schlamm und wir haben keine Privatsphäre. Ist das menschlich?

Ibrahim floh mit Kindern und Enkeln aus Syrien, als ihr Haus von Bomben zerstört wurde. Doch auch in Griechenland hören seine Sorgen nicht auf.

Die Bedingungen auf den Inseln sind erschreckend und beschämend zugleich. Griechenland muss, mit europäischer Unterstützung, jetzt handeln, um die unhaltbare Situation zu verbessern. Gleichzeitig müssen langfristige Maßnahmen umgesetzt werden.

UN-Flüchtlingskommissar, Filippo Grandi

Umsiedlung von Flüchtlingskindern ist ein erster Schritt

Ende 2020 lag die Zahl der asylsuchenden und geflüchteten Minderjährigen in Griechenland bei 41.400, was 34 % der ganzen Flüchtlingsbevölkerung ausmacht. Etwa 4.000 dieser Kinder waren unbegleitet oder von Familien oder verantwortlichen Personen getrennt. Im September 2021 lag die Zahl der unbegleiteten Minderjährigen in Griechenland bei 2.150 (April 2020 5.099).

Über die Hälfte der unbegleiteten Kinder haben keinen Zugang zur langfristigen Unterbringung und leben oftmals in Unterkünften und unter Bedingungen, die ihrem Alter nicht entsprechen. Als insbesondere vulnerable Gruppe werden für sie langfristige Lösungen gesucht und so ist eine erste Gruppe von unbegleiteten Flüchtlingskindern aus Griechenland bereits am 18. April 2020 nach Deutschland gekommen. Laut Bundesinnenministerium sollen weitere Minderjährige folgen. Auch weitere europäische Länder, wie Finnland, Luxemburg, Portugal und Großbritannien erklärten sich bereit, Flüchtlinge aus Griechenland aufzunehmen.

Was macht der UNHCR vor Ort?

Der UNHCR…

  • …unterstützt die griechische Regierung, NGO´s und andere Organisationen, um die Betreuung der Asylbewerber*innen zu verbessern.
  • …leitet das von der EU gegründete „Emergency Support to Integration and Accommodation Programme (ESTIA)“. Dadurch können anerkannte Flüchtlinge und Asylsuchende in Städten untergebracht werden und erhalten durch das  „Cash Assistance Programme“ finanzielle Hilfe.
  • …stellt sicher, dass die Grundbedürfnisse Schutzsuchender erfüllt werden können und dass Menschen mit besonderen Bedürfnissen entsprechend betreut werden. So wird je nach Bedarf Rechtshilfe oder psychosoziale Unterstützung zur Verfügung gestellt. Auch über die Zuordnung der Unterkunft kann auf besondere Bedürfnisse reagiert werden. Eine Unterbringung in der Stadt erleichtert zum Beispiel den Zugang zu Schulen und medizinischer Hilfe.
  • …informiert und berät Asylbewerber*innen und bereitet sie auf das Asylverfahren vor.
  • …fördert Bildungszentren, in denen die Kinder umfangreich betreut werden. Ziel ist, dass alle Flüchtlingskinder regelmäßig zur Schule gehen können.
  • .…fordert die griechischen Behörden dazu auf, Asylbewerber*innen aus den gefährlich überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln auf das Festland zu bringen.

 

Als zusätzliche Corona-Hilfsmaßnahme

  • ... unterstützt der UNHCR die Behörden verstärkt dabei, die Wasser- und Sanitärkapazität zu erhöhen, Hygieneartikel zu liefern sowie medizinische Einheiten und Räume für Screening, Isolierung und Quarantäne einzurichten.
  • ... stellt der UNHCR für Asylsuchende auch den Zugang zu Informationen über Hotlines und Dolmetschleistungen sowie durch die Mobilisierung von Freiwilligen sicher.

 

Auch die Spender*innen der UNO-Flüchtlingshilfe zeigen, dass sie die Schutzsuchenden in Griechenland nicht alleine lassen wollen. Bereits im April 2020 konnte die UNO-Flüchtlingshilfe dank Ihrer Hilfe eine halbe Millionen Euro für die Corona-Soforthilfe des UNHCR in Griechenland zur Verfügung stellen.

Was Ihre Spenden vor Ort bewirken, erfahren Sie hier:

500.000 Euro für Corona-Soforthilfe

 

Das haben wir in Griechenland bereits erreicht

Unterkunft

Seit Januar 2015 konnte der UNHCR in Griechenland Wohnungen für über 73.000 Flüchtlinge organisieren.


Stand: September 2021

Rechtsberatung

Im Januar 2020 haben der UNHCR und seine Partner über 2.300 Asylsuchenden und Flüchtlingen Beratung und rechtliche Hilfe zur Verfügung gestellt.

Stand: Januar 2020

Bargeldhilfe

Seit April 2017 erhielten über 203.500 anspruchsberechtigte Flüchtlinge und Asylsuchende in Griechenland finanzielle Unterstützung vom UNHCR.

Stand: September 2021

Flüchtlinge kommen an Mittelmeerküste an

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