Syrien Flüchtlingskrise
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Flüchtlingskrise Syrien

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Größte humanitäre Krise unserer Zeit

Am 15. März 2011 wurden Proteste in Syrien gewaltsam beendet: es folgten neun Jahre Krieg und die größte Flüchtlingskrise weltweit.

Über die Hälfte der Bevölkerung Syriens musste ihr Zuhause seit Beginn des Konfliktes verlassen. Immer noch sind 11 Millionen von Menschen in Syrien auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Ende 2019 gab es weltweit 6,6 Millionen Flüchtlinge und Asylsuchende aus Syrien.

Mehr als 5,5 Millionen Flüchtlinge hat der UNHCR bisher in den Hauptaufnahmeländern (Türkei, Libanon, Jordanien, Irak und Ägypten) registriert. Die Türkei hat die höchste Zahl syrischer Flüchtlinge weltweit aufgenommen (3.585.198), während Libanon (892.310) und Jordanien (657.287) zu den Ländern mit der höchsten Flüchtlingszahl pro Einwohner*in gehören. Ein Großteil der Flüchtlinge hofft, eines Tages wieder zurück nach Syrien gehen zu können. Jedoch sehen sie eine Rückkehr in naher Zukunft als unwahrscheinlich an.

Mehr als 6,6 Millionen Menschen sind innerhalb ihres Landes auf der Flucht.

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Thumbnail Syrien

Immer wieder müssen die Menschen vor Gewalt und Krieg fliehen und ihr Hab und Gut zurückgelassen. Viele Menschen wurden bereits mehrmals zur Flucht gezwungen, weil die Sicherheitslage kritisch war.

Trotz der schwierigen Umstände bleibt der UNHCR vor Ort, um diejenigen, die alles zurücklassen mussten, mit lebensrettenden Maßnahmen zu versorgen.

11 Millionen Menschen im Land auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Der UNHCR ist besorgt über die Situation der Menschen im Land. Die Situation hat sich im Laufe der letzten Monate aufgrund enormer wirtschaftlicher Probleme dramatisch verschlechtert. Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge leben über 80 Prozent der Syrer*innen unterhalb der Armutsgrenze. Über neun Jahre fortwährende Krise führte dazu, dass 11 Millionen Menschen im Land auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.

Der Konflikt in Syrien hat fast so lange gedauert wie der Erste und der Zweite Weltkrieg zusammen. Eine ganze Generation von Kindern hat nichts als Not, Zerstörung und Entbehrung gekannt. Fast 2,5 Millionen Kinder gehen nicht zur Schule. Die Wirtschaft bröckelt, Millionen bleiben vertrieben und immer mehr Menschen hungern.

Mark Lowcock, UN-Nothilfe-Koordinator (OCHA)

Fast die Hälfte der Flüchtlinge und Vertriebenen sind Kinder. Viele mussten miterleben, wie Familienanghörige oder Freund*innen getötet wurden. Die meisten der Flüchtlinge und Binnenvertriebenen leben in extremer Armut , können ihre Kinder nicht ernähren, und haben keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung oder Unterkunft.

Besonders Flüchtlingskinder leiden unter den Erlebnissen und sind traumatisiert. Die Regierungen der Aufnahmestaaten bemühen sich, die Kinder am Schulunterricht teilnehmen zu lassen. Ein Großteil der Flüchtlingskinder haben keinen Zugang zu Bildung, doch es gibt leise hoffnungsschimmer, da die Zahl der syrischen Kinder, die zur Schule gehen können, wieder langsam wächst.

6,6
Millionen

Flüchtlinge

9
Jahre

Krieg

6,6
Millionen

Binnenvertriebene

Ist ein Ende der Krise in Sicht?

Zurzeit weiß niemand, wie lange diese Krise noch andauern wird. Täglich müssen weitere Menschen fliehen.

Ob und wann eine Rückkehr möglich ist, ist eine Frage, vor der Millionen syrische Flüchtlinge in dieser Region stehen. Sicherheit und Schutz sind entscheidende Faktoren, aber nicht die einzigen. Steht das Haus noch? Gibt es Möglichkeiten den Lebensunterhalt zu verdienen? Gibt es Lebensmittel, Wasser, Strom und eine medizinische Versorgung? Viele Menschen haben aber auch rechtliche Fragen rund um fehlende Dokumente und Besitzurkunden.

Wir haben nie gedacht, dass wir länger als ein paar Monate in Jordanien bleiben würden. Vielleicht haben wir uns selber angelogen, aber wir wollten so sehr, dass diese Lüge wahr ist

Abdullah ist Elektriker. Nach Beginn des Konfliktes in Syrien ist er mit seiner Familie insgesamt vier Mal innerhalb des Landes umgezogen, um der Gewalt zu entkommen. Am Ende hatten sie keine andere Wahl, als 2014 in Jordanien Schutz zu suchen.

Was brauchen die Menschen in Syrien und im Exil?

Die Flüchtlinge aus Syrien brauchen eine Unterkunft, etwas zu essen und zu trinken. Kranke und Verletzte müssen medizinisch behandelt werden. Kinder und Jugendliche brauchen im Exil Bildungs- und Ausbildunsmöglichkeiten.

Was macht der UNHCR vor Ort?

Der UNHCR leistet seit dem Beginn der Krise 2011 lebensrettende Hilfe für syrische Flüchtlinge. Die Menschen erhalten je nach Bedarf Hilfsgüter wie Kochsets, Wasserkanister, Decken und Kleidung. Zudem betreibt der UNHCR Flüchtlingslager wie Zaatari oder Azraq in Jordanien und unterstützt Krankenhäuser und Gesundheitszentren.

Die UNO-Flüchtlingshilfe hat die Nothilfe des UNHCR in Syrien 2019 mit 4 Millionen Euro unterstützt.

Zu den Hilfsmaßnahmen zählen:

  • der Bau und Betrieb von Flüchtlingslagern wie Zataari oder Azraq in Jordanien,
  • die Verteilung von Hilfsgütern wie Kochsets, Wasserkanistern, Decken und Kleidung,
  • die Sanierung von Unterbringungs- und Gemeindezentren in Syrien, im Libanon oder im Irak,
  • die Verteilung von Gutscheinen für Lebensmittel und Miete,
  • Unterstützung von Krankenhäusern und Gesundheitszentren,
  • die Identifizierung von besonders schutzbedürftigen Personen und spezielle Unterstützung von Behinderten, Alten oder alleinerziehenden Müttern.

Unterfinanzierung der Hilfsmaßnahmen

Die syrische Fluchtsituation ist einer der größten und schwerwiegendsten weltweit. Für die dringende Hilfe für die syrischen Flüchtlinge benötigt der UNHCR 1,9 Billionen US-Dollar. Insgesamt wurden nur 38 % dieses Budgets gedeckt.

Aufgrund der mangelnden Finanzierung musste der UNHCR Bildungszuschüsse für öffentliche Schulen in Ägypten für syrische Flüchtlingskinder und –jugendliche um 40% kürzen. So sind in Ägypten nur noch 25% der Bildungsausgaben für Kinder und Jugendliche aus Familien mit geringerem Einkommen gedeckt. Auch die Finanzierung für die Ausbildung von Lehren musste um 90% gekürzt werden.

Weitere Kürzungen werden in den Bereichen Bildung, Nothilfe, Winterhilfe und der Bargeldhilfe drohen, sollte keine ausreichende Finanzierungg gegeben sein, was für die Ärmsten der Armen besonders im Winter dramatische Folgen haben kann.

Um den Flüchtlingen weiter helfen zu können, brauchen wir dringend Ihre Unterstützung!

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Mädchen in einem Auto, schaut raus, fehlende Heckscheibe syrienkrise.jpg