Weltflüchtlingstag

Syrische Flüchtlinge in Jordanien

Über 45 Millionen Menschen befinden sich weltweit auf der Flucht – so viele wie seit 20 Jahren nicht mehr. Ein Grund dafür ist der Bürgerkrieg in Syrien.

Insgesamt suchen mittlerweile über 1,6 Millionen Syrer Zuflucht in den angrenzenden Nachbarländern. Allein in Jordanien leben derzeit fast 500.000 syrische Flüchtlinge. Die meist jedoch nicht, wie häufig angenommen, in einem Flüchtlingslager leben, sondern in Städten. So auch in der Hauptstadt Amman.

80.000 Syrer – Dreiviertel von ihnen sind Frauen und Kinder - kämpfen dort täglich um ihr Überleben. Denn trotz der großzügigen Gastfreundschaft der Jordanier, ist das Leben in der Stadt sehr schwer: Die Mietpreise sind explodiert, die Ersparnisse sind aufgebraucht, es ist verboten zu arbeiten und außer ein paar Kleidern konnten die meisten Syrer nichts retten.

Unser Kollege Dietmar Kappe ist derzeit in Jordanien und macht sich selbst ein Bild von der schwierigen Situation der Flüchtlinge.

Im Interview mit funkhauseuropa hat er seine Eindrücke beschrieben:
Zum Interview

Syrische Flüchtlinge in Amman

Diese trostlos anmutenden Gebäude im Stadtteil Marqua, weit entfernt vom Zentrum Ammans,  bieten schon seit Jahrzehnten Flüchtlingen aus Palästina Obdach. Nun leben hier auch syrische Flüchtlinge. (Foto: UNO-Flüchtlingshilfe/D.Kappe)

Er hatte Glück. Gemeinsam mit seiner Familie hatte er die Möglichkeit, sich hier einzumieten. Doch die Mittel für ihren Lebensunterhalt aufzukommen werden knapp. Wie lange die Flüchtlinge in der Stadt noch ein menschenwürdiges Leben führen können ist fragwürdig. (Foto: UNO-Flüchtlingshilfe/D.Kappe)

Hier ist seine Tochter mit den beiden Enkelsöhnen zu sehen. So gut wie möglich schaffen sie sich in der neuen Unterkunft ein Zuhause. Ihr Haus wurde zerbombt. Ihre Reise war eine Odyssee: Sie flohen über Damaskus in das Camp Zaatari, wo der Kampflärm aus Syrien allgegenwärtig ist. Auf der Suche nach Arbeit und besseren Lebensbedingungen zogen sie nach Amman.
(Foto: UNO-Flüchtlingshilfe/D.Kappe)

Aus Furcht vor dem syrischen Geheimdienst verschleiert sich diese Mutter. Die Wohnverhältnisse der Flüchtlinge in Amman sind mehr als spartanisch. Oftmals schlafen die Menschen auf Matratzen auf dem Boden. Andere Möbel gibt es nicht.
(Foto: UNO-Flüchtlingshilfe/D.Kappe)