11.05.2017

Jemen: Über 2 Millionen Kinder können nicht zur Schule gehen

Über zwei Millionen Kinder im Jemen können wegen des Krieges nicht mehr in die Schule gehen. UNHCR hilft Flüchtlingen, Binnenvertriebenen und den Kindern in den Aufnahmegemeinden, damit sie weiter lernen können.

2 Millionen Kinder können im Jemen nicht in die Schule gehen.

Afrah, ganz rechts, möchte Ärztin werden und freut sich über jeden Tag, den sie trotz des Konfliktes im Jemen, in die Schule gehen kann. Foto: UNHCR/S.Mantoo

Bombenangriffe und die lähmende Armut im Jemen machen das Leben des 12jährigen Flüchtlingsmädchens Afrah aus Somalia jeden Tag schwerer. Gleichzeitig macht sich das Mädchen Sorgen über ihre Zukunft. Der Konflikt im Jemen könnte ihre Ausbildung gefährden und ihren Traum, Ärztin zu werden, zunichtemachen.

“Der Krieg macht mir große Angst, doch ich will vor allem in die Schule gehen”, sagt Afrah, als sie in ihrer grünen Schuluniform aus der Asma-Mädchenschule kommt. Wie viele andere Schulen im Jemen, ist Afrahs Schule in der Hauptstadt Sana’a überfüllt, weil dort viele Binnenvertriebene aufgenommen werden mussten.

Überfüllte Schulen erschweren das Lernen
“Es ist nicht nur der Konflikt, der die Gesundheit von Schülern und Lehrern beeinträchtigt, sie kämpfen gegen die Armut und brauchen viel Unterstützung”, berichtet der  Schuldirektor Aisha Al Dhafari. “Vor dem Krieg waren in einer Klasse 60 Schüler und jetzt hat sich das verdoppelt und es sind bis zu 120.”

Der Unterricht findet in zwei Schichten statt - eine morgens und eine am Nachmittag. Es gibt nur wenig Unterrichtmaterial. Weil es keinen Strom gibt, hat UNHCR auf dem Dach Solarpanels installiert, um in den Klassenräumen ausreichend Licht zu haben.

“Durch den Krieg wird es immer schwieriger zu lernen und wir haben noch nicht einmal Bücher. Wir müssen uns alle ein Buch teilen”, erzählt Afrah.

Bildung ist im Jemen für die lokale Bevölkerung und auch Flüchtlingskinder kostenlos. Doch mehr als 1.600 Schulen sind durch den Krieg zerstört oder beschädigt worden. Andere sind zu nah an den Frontlinien, so dass ein Schulbesuch zu gefährlich ist. Lehrergehälter werden nur unregelmäßig oder gar nicht ausgezahlt.

“Die Lehrer haben ihr Gehalt manchmal seit bis zu fünf Monaten nicht bekommen und trotzdem kommen sie in die Schulen und geben unbezahlt Unterricht. Sie tun es, einfach weil sie es für ihre Pflicht halten”, lobt Mohammed Al Fadhli vom Bildungsministerium in Sana’a.

Bildung = eine Investion in die Zukunft
Um die Situation in den Schulen im Jemen und vor allem in den Regionen zu verbessern, in denen viele Flüchtlinge und Binnenvertriebene leben, hat UNHCR

  • beschädigte Schulgebäude repariert,
  • Solarpanels für die Stromversorgung installiert,
  • Trainingseinheiten über psychologische Effekte von Flucht und Gewalt, Schutz von Kindern oder Kleinkind- und alternative Lernprogramme für Lehrer und Schulpersonal angeboten,
  • Lehrmaterial, wie 300.000 Schulbücher an 20 Schulen bereitgestellt sowie
  • Uniformen, Schultaschen und Schulmaterial verteilt.

"Der Konflikt nimmt nicht nur Leben, sondern stiehlt auch die Zukunft. Eine ganze Generation droht ihre Zukunft zu verlieren, wenn wir den Zugang zu Bildung für Flüchtlinge und Binnenvertriebene nicht weiter unterstützen. Die kurz- und langfristigen Konsequenzen werden katastrophal sein", warnt der UNHCR-Vertreter im Jemen, Ayman Gharaibeh.

Helfen Sie, Kindern eine Zukunft zu geben - in unserem Spendenshop finden Sie dazu viele Möglichkeiten: www.uno-fluechtlingshilfe.de/shop/spenden/bildung/