Binnenvertriebene leben in Syrien (Stand: Juni 2026)
syrische Flüchtlinge gab es Ende 2025 weltweit (Juni 2026)
syrische Flüchtlinge sind 2025 in ihren Heimatort zurückgekehrt (Juni 2026)
Syrien vor ungewisser Zukunft: Hilfe weiter nötig
Stand: Juni 2026
14 Jahre Krieg haben in Syrien tiefe Spuren hinterlassen und wirken bis heute nach. Millionen Menschen wurden vertrieben, Städte und Infrastruktur sind vielerorts zerstört, große Teile der Bevölkerung sind weiterhin auf Hilfe angewiesen.
Gleichzeitig zeichnen sich neue Dynamiken ab: Seit dem Sturz der Regierung von Baschar al-Assad am 8. Dezember 2024 kehren immer mehr Menschen nach Syrien zurück. Viele hoffen auf eine Stabilisierung der Lage, andere sehen in den Aufnahmeländern kaum noch Perspektiven. Auch die anhaltenden Auseinandersetzungen und Bombardierungen im Libanon haben dazu geführt, dass Menschen aus Angst nach Syrien zurückkehren.
Doch diese Rückkehr erfolgt häufig unter schwierigen Bedingungen. Viele Rückkehrer*innen treffen auf:
- zerstörte Wohnhäuser
- fehlende Arbeitsmöglichkeiten
- eingeschränkten Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen
- eine fragile Sicherheitslage
Nachhaltige Perspektiven sind für viele Familien noch nicht gegeben.
Trotz vorsichtiger Hoffnung auf Veränderung bleibt der Schutzbedarf in Syrien hoch.
Jetzt kommt es auf schnelle und solidarische Unterstützung an, um den betroffenen Familien Hoffnung und ein Stück Sicherheit zurückzugeben.
Trotz unsicherer Lage sind der UNHCR und seine Partner weiterhin vor Ort. Sie verteilen dringend benötigte Hilfsgüter wie Matratzen, Decken, Zelte und Küchenutensilien und leisten lebenswichtige Schutzarbeit – besonders für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. Doch der Bedarf ist enorm.
So hat UNHCR von März bis Mai 2026 geholfen:
Hilfe vor der Rückkehr
Mehr als 115.000 Syrer*innen planten eine dauerhafte Rückkehr und erhielten Beratung, Rechtshilfe und finanzielle Hilfe.
Hilfe an Grenzübergängen
Seit 2. März passierten rund 444.000 syrische Rückkehrende die Grenze; UNHCR half mit Schutz, Transport und Vermittlung.
Medizinische Hilfe
An wichtigen Grenzübergängen blieb Hilfe im Einsatz – darunter eine mobile Klinik in Joussieh.
Hilfe in Rückkehrorten
UNHCR-Gemeindezentren unterstützten Hunderttausende Rückkehrende, besonders gefährdete Menschen zuerst.
Helfen Sie uns, zu helfen
Ihre Unterstützung ermöglicht lebenswichtige Hilfe für Menschen im Syrien.
Sie gibt Schutz, Versorgung und Hoffnung dort, wo Existenzen zerstört und Überleben täglich neu erkämpft werden muss.
Jede Spende hilft, Not zu lindern und Menschen in akuten Krisen nicht allein zu lassen.
Fehlende Gelder gefährden Hilfsmaßnahmen
Die Unterfinanzierung ist eine der größten Herausforderung für die Arbeit des UNHCR.
Die syrische Fluchtsituation ist noch immer eine der größten und schwerwiegendsten weltweit. Aufgrund der mangelnden Finanzierung in den Vorjahren musste der UNHCR jedoch bereits wichtige Hilfsmaßnahmen reduzieren.
Ich wurde hier geboren, ich bin hier aufgewachsen und ich werde hier sterben.“
Jassim, ein über 100-jähriger Syrer, hat in seinem langen Leben viele Herausforderungen erlebt – doch nichts hat ihn so tief erschüttert wie der Bürgerkrieg.
Warum Syrien jetzt Unterstützung braucht
Humanitäre Hilfe bleibt entscheidend, um Leben zu retten und den am stärksten Betroffenen eine Perspektive zu geben.
Zudem ist langfristige Unterstützung erforderlich, um die Widerstandsfähigkeit von Flüchtlingen und ihrer Gastgemeinden zu stärken.
Der UNHCR arbeitet unermüdlich daran, syrischen Flüchtlingen Schutz, Unterkunft und lebensnotwendige Güter bereitzustellen. Gleichzeitig setzt sich die Organisation für politische Lösungen ein, um die Bedingungen für eine sichere Rückkehr und eine nachhaltige Zukunft zu schaffen.
Hilfe am Limit
Die humanitäre Hilfe steckt in einer schweren Finanzierungskrise.
Weltweit verlieren Flüchtlinge den Zugang zu lebenswichtiger Hilfe – weil das Geld fehlt.
Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende!
FAQ zur Rückkehr nach Syrien
Können geflohene Syrerinnen und Syrer derzeit sicher nach Syrien zurückkehren?
In vielen Regionen Syriens ist die Sicherheitslage weiterhin unklar oder gefährlich.
Nach wie vor gibt es Berichte über willkürliche Festnahmen, fehlenden Rechtsschutz und Gewalt.
Einige Familien kehren in ihre Herkunftsorte zurück, doch sie stoßen oft auf zerstörte Häuser, fehlende Infrastruktur und unsichere Lebensbedingungen.
Der UNHCR unterstützt Rückkehrende mit Unterkünften, Grundausstattung und Beratung – aber viele Regionen bleiben nicht bewohnbar.
Welche Bedingungen gelten für eine freiwillige Rückkehr nach Syrien?
Eine Rückkehr muss freiwillig, informiert und sicher erfolgen.
Der UNHCR prüft, ob die Situation in bestimmten Regionen stabil genug ist, ob grundlegende Versorgung vorhanden ist und ob Rückkehrende vor Gewalt, Verfolgung oder Zwangsmaßnahmen geschützt sind. In vielen Gebieten sind diese Mindestbedingungen derzeit nicht erfüllt.
Unterstützt der UNHCR Menschen, die freiwillig nach Syrien zurückkehren möchten?
Ja. Wenn Menschen sich freiwillig zur Rückkehr entscheiden und die Bedingungen vor Ort dies zulassen, unterstützt der UNHCR mit:
- Transporthilfen
- grundlegender Ausstattung für den Neustart
- Reparaturen und Unterbringung
- Beratung und Schutzunterstützung
Die Organisation prüft jedoch sehr genau, ob eine Rückkehr verantwortbar ist.
Warum kehren manche Syrerinnen und Syrer trotz unsicherer Lage zurück?
Einige Familien entscheiden sich aus persönlichen Gründen für die Rückkehr – etwa wegen familiärer Bindungen oder weil sie in den Aufnahmeländern keine langfristige Perspektive sehen.
Viele kehren jedoch in zerstörte Häuser, instabile Versorgungslagen oder unsichere Regionen zurück.
Oft müssen sie ihr Leben dort unter sehr schwierigen Bedingungen neu beginnen.
Was sind die größten Hindernisse für eine sichere Rückkehr nach Syrien?
Zu den wichtigsten Faktoren gehören:
- Unsichere Lage in vielen Regionen
- Zerstörte Wohnungen und Infrastruktur
- Mangel an medizinischer Versorgung
- Wirtschaftskrise und extreme Armut
- Fehlender Rechtsschutz und Risiken bei der Registrierung
Solange diese Problemlagen bestehen, bleibt eine großflächige sichere Rückkehr kaum möglich.
Wie bewertet der UNHCR die Perspektiven für eine Rückkehr nach Syrien in den nächsten Jahren?
Der UNHCR rechnet nicht mit einer schnellen Stabilisierung in ganz Syrien.
Einige Regionen könnten mittelfristig sicherer werden, andere bleiben voraussichtlich instabil.
Die Organisation beobachtet die Lage kontinuierlich, veröffentlicht Sicherheitsanalysen und unterstützt dort, wo Rückkehr menschenwürdig und sicher möglich ist.