Kinder auf Weg durch Dorf
© UNHCR/Ruben Salgado Escudero
Kinder auf Weg durch Dorf
© UNHCR/Ruben Salgado Escudero

Kolumbien

7,1
Millionen

Binnenvertriebene

2,8
Millionen

Schutzsuchende aus Venezuela

1997
UNHCR

in Kolumbien tätig

Humanitäre Lage in Kolumbien: Ursachen und Hilfsmaßnahmen

[Stand: Januar 2026]
Kolumbien steht vor einer der längsten und komplexesten humanitären Krisen weltweit. Geprägt durch bewaffnete Gewalt, interne Vertreibung und wachsende Schutzbedarfe über die Landesgrenzen hinaus, bleibt die Situation auch im Jahr 2026 kritisch.

Aktuelle Daten zu Vertreibung und Migration

Trotz fortlaufender Friedensbemühungen führen Gebietsstreitigkeiten und die Aktivitäten bewaffneter Gruppen weiterhin zu Flucht und Vertreibung. Besonders betroffen sind die Menschen in den Regionen Cauca und Nariño.

  • Binnenvertreibung: Mit rund 7,1 Millionen registrierten Binnenvertriebenen (Stand Ende 2025) beherbergt Kolumbien eine der größten IDP-Populationen weltweit. Hinter dieser Zahl stehen Millionen Menschen, die im eigenen Land Sicherheit suchen.
  • Regionale Flüchtlingskrise: Über 2,8 Millionen Menschen aus Venezuela haben in Kolumbien Schutz gesucht – die größte Fluchtbewegung in der Geschichte Lateinamerikas.
  • Transitmigration: Kolumbien ist zudem eine zentrale Transitroute. Jährlich durchqueren hunderttausende schutzsuchende Menschen auf dem Weg nach Norden den gefährlichen Darién-Dschungel, eine der riskantesten Migrationsrouten der Welt.
     

Die Strategie und Hilfe des UNHCR

Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) ist seit 1997 in Kolumbien präsent. Heute konzentriert sich die Arbeit darauf, gefährdete Bevölkerungsgruppen beim Wiederaufbau ihres Lebens zu unterstützen und staatliche Schutzsysteme nachhaltig zu stärken.

Die Maßnahmen im Überblick:

  • Direkte Unterstützung: Im Jahr 2024 erhielten über 432.000 Menschen Hilfe in Form von rechtlicher Beratung, sicheren Unterkünften sowie Zugang zu Bildung und psychosozialer Betreuung.
  • Operative Präsenz: Durch mobile Einheiten und ein Netzwerk von Schutzzentren erreicht der UNHCR Menschen in schwer zugänglichen Gebieten, an den Grenzen sowie in urbanen Zentren wie Bogotá, Medellín und Cali.
  • Dauerhafte Lösungen: Gemeinsam mit lokalen Behörden arbeitet der UNHCR an der Formalisierung von Landbesitz in informellen Siedlungen. Ziel ist es, geflüchteten Menschen eine legale und langfristige Integration zu ermöglichen.
  • Regionale Kooperation: Der UNHCR stärkt zudem die Asylsysteme in Nachbarländern wie Ecuador und Panama, um kolumbianische Flüchtlinge auch über die Landesgrenzen hinaus effektiv zu schützen.
     

Wir haben in Angst gelebt. Also suchten wir nach einem Ausweg, um ein ruhiges Leben leben zu können und noch mehr Tote zu vermeiden.

Alba Pinto steht glücklich vor ihrem Haus in Nueva Esperanza. Alba verlor ihren Mann und drei Kinder in bewaffneten Konflikten bevor sie floh. Mit Hilfe des UNHCR wurde die früher illegal Siedlung der Binnenvertriebenen, in der Alba ihr Haus und einen kleinen Laden hat, nun offiziell anerkannt. Alba hofft nun auf den Beginn eines friedlichen Lebens.

Krise in Venezuela belastet Kolumbien

Kolumbien ist am stärksten von der Krise in Venezuela betroffen. Aufgrund von großer sozioökonomischer Unsicherheit sowie regelmäßigen Gewaltausbrüchen im Nachbarland, nimmt Kolumbien eine große Anzahl venezolanischer Flüchtlinge auf. Ende 2023 waren es knapp 2,9 Millionen. Außerdem nutzten Hunderttausende Venezolaner*innen Kolumbien als Transitland, um nach Ecuador oder in andere südlicher gelegene Länder zu kommen.

Kolumbien zeigt sich sehr gastfreundlich gegenüber den Schutzsuchenden und ermöglicht den Flüchtlingen weiterhin den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen. Dies ist mit erheblichen Kosten verbunden. Die Kapazitäten zum Schutz der Vertriebenen im Land sinken. Zudem ist das Asylsystem überlastet, sodass es bisher nur einer begrenzten Zahl von Venezolaner*innen Schutz bot. Durch Regelungen wie die Sonderaufenthaltsgenehmigung können jedoch trotzdem viele einen regulären Status, sowie Zugang zu Arbeit, Bildung und zum Gesundheitssystem, erhalten.

Auf ihrem Weg nach Kolumbien sind Flüchtlinge und Migrant*innen aus Venezuela besonderen Gefahren, aufgrund von verschiedenen bewaffneten Gruppen im Grenzgebiet, ausgesetzt. Menschen auf der Flucht sind besonders von Gewalt, Diebstahl, sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt und Menschenhandel bedroht.

Informationen zur Situation in Venezuela 
 

Kolumbien

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