leben in Libyen.
der Flüchtlinge stammen aus dem Sudan.
wurden Ende 2024 gezählt.
(Über-)Leben im "failed state"
Stand: Juli 2026
Seit dem Sturz des Diktators Muhammar al-Gaddafi im Jahr 2011 wird Libyen von gewaltsamen Konflikten erschüttert. Die politische Instabilität, der Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung und der Wirtschaft prägen das tägliche Leben der Menschen in dem nordafrikanischen Land. Nach UN-Angaben sind rund 823.000 Menschen in Libyen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Hälfte dieser Menschen kommen aus Libyen. Die andere Hälfte sind Flüchtlinge und Migrant*innen, die Libyen als Transitland erreichten. Knapp 113.000 Füchtlinge und Asylsuchende leben in Libyen. 83% von ihnen stammen aus dem Sudan. Die Zahl der Binnenvertriebenen ist ungewiß, Zahlen von über 32.000 stammen von Ende 2024.
Die Bevölkerung leidet stark unter einer mangelnden Versorgung mit Lebensmittel und Trinkwasser. Insbesondere die Gesundheitsversorgung und das Schulsystem sind stark beeinträchtigt. Vor allem in den Konfliktregionen werden Krankenhäuser und Gesundheitsstationen immer wieder angegriffen, zerstört und geplündert.
Tränen der Erleichterung
Nach einem langen Jahr der Trennung und Unsicherheit konnten Samia und Idris, sudanesische Flüchtlinge aus Al-Fasher, ihren Sohn Muhanned im UNHCR-Registrierungszentrum in Tripolis, Libyen wieder in die Arme schließen. Die Familie wurde während ihrer Flucht vor dem Konflikt im Sudan getrennt.
Dank der Registrierungsmaßnahmen konnten UNHCR-Mitarbeiter Muhanned schließlich ausfindig machen.
Der tödliche Traum „Europa“
Je nach Situation in den Mittelmeer-Anrainerstaaten verändern sich die Fluchtrouten über das Mittelmeer. Die Route über Libyen ist eine der Gefährlicheren, trotzdem versuchen Flüchtlinge und Migrant*innen immer wieder, von Libyen aus einen sicheren EU-Staat zu erreichen. 2025 starben laut UNHCR mindestens 2.950 Menschen beim Versuch das Mittelmeer zu überqueren oder werden vermisst.
Das UN-Flüchtlingshilfswerk fordert verstärkte Anstrengungen bei der Seenotrettung im Mittelmeer, Vorgehen gegen Schleuserbanden und einen klaren Verteilschlüssel für Gerettete. Es braucht eine Ausweitung der Seenotrettung und klare Regelungen für sichere Ausschiffung der Geretteten.
Informationen zur Situation im Mittelmeer Informationen zur Seenotrettung
Besonders gefährdet
Flüchtlinge, die Libyen als Transitland nutzen.
Flüchtlinge in Internierungslagern.
Binnenvertriebene in inoffiziellen Camps.
Frauen und Kinder sind besonders schutzlos.
Was macht der UNHCR vor Ort und wie hilft die UNO-Flüchtlingshilfe ?
Der UNHCR fördert zunächst kleine Projekte, die schnell Wirkung zeigen, um Menschen in Not schnellstmöglich helfen zu können. Besonders in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Schutz und Sicherheit arbeitet das Flüchtlingshilfswerk mit den Gemeinden und Partnern vor Ort zusammen, um geeignete Projekte umzusetzen. So wird beispielsweise die öffentliche Infrastruktur und Gebäude wie Schulen und Krankenhäuser mit Strom, Wasser und anderen Gebrauchsgütern versorgt. Außerdem unterstützt der UNHCR nachhaltige Projekte, wie das Resettlement, Familienzusammenführungen und freiwillige Repatriierung.
Ausreichende finanzielle Mittel sind die Grundlage für eine nachhaltige Hilfe. Der UNHCR benötigt für die Arbeit vor Ort im Jahr 2026 rund 51 Millionen Dollar.