Mädchen in der Klasse beim Lernen, Bildung

Bildung

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Bildung = Starthilfe für eine bessere Zukunft

Inmitten von Krieg und Konflikten wird Bildung oft als Luxus angesehen. Doch Bildung ist ein Menschenrecht und zudem unverzichtbar, um Flüchtlingen wieder Hoffnung und Würde zu geben. Bildung ist entscheidend, um Flüchtlingen zu helfen, wieder auf eigenen Füßen stehen und sich selbst eine bessere Zukunft aufbauen zu können.

Der UNHCR bemüht sich daher, dass Flüchtlingskinder zu jeder Zeit eine Schule besuchen können – möglichst auch während der akuten Nothilfe. Doch häufig fehlt das Geld und der Bildungsbedarf kann nur in geringem Umfang abgedeckt werden. Denn fast die Hälfte aller Flüchtlinge weltweit sind unter 18 Jahren alt. Mehr als die Hälfte aller Flüchtlingskinder haben keine Möglichkeit an Bildungsmaßnahmen teilzunehmen. Dabei ist gerade für Kinder und Jugendliche ein Schulbesuch besonders wichtig.

Der Krieg bring viel Leid für die Menschen. Ich musste die Schule wegen des Krieges aufhören. Als ich hörte, dass ich wieder in die Schule gehen kann, war ich sehr glücklich. ...
Ich möchte später Lehrer werden. .....
Die Alternative zur Schule ist, herumzuhängen, ohne eine klare Zukunftsmöglichkeit. Darum müssen wir alles tun, um den jungen Flüchtlingen eine Schulbildung zu ermöglichen.

 

Während weltweit über 90 Prozent aller Kinder im Grundschulalter in die Schule gehen, sind es bei Flüchtlingskindern nur 77 Prozent. Und danach wird die Lücke noch dramatisch größer: Weltweit bekommen über 80 Prozent aller Kinder eine weiterführende Schulbildung  – bei Flüchtlingen sind es nur 31 Prozent. Sich durch eine Hochschulbildung zu qualifizieren haben über 30 Prozent der jungen Menschen weltweit die Möglichkeit - jedoch nur 3 Prozent der Flüchtlinge.

Negative Folgen der Corona-Pandemie

Durch die Corona-Pandemie, die damit zusammenhängenden Schulschließungen und den Rückgang der Wirtschaft, wird sich das Ungleichgewicht in der Schulbildung von Kinder noch weiter verstärken. Viele Flüchtlingskinder werden auch später nicht zum Unterricht zurückzukehren, weil der Schulbesuch für die Familien, die aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen jede Einkommensmöglichkeit verloren haben, zu teuer ist und die Kinder zum Familieneinkommen beitragen müssen.

Frank Remus, Repräsentant von UNHCR in Deutschland, zur Situation in Deutschland:

Die Einschränkungen durch die Pandemie haben Flüchtlingskinder viel härter getroffen. Seit März sind zwar aufgrund der bundesweiten Schulschließungen viele innovative digitale Angebote entstanden, um Bildungszugang zu ermöglichen. Kinder aus Flüchtlingsfamilien haben aber oftmals die notwendigen technischen Tools für diese Unterrichtsformen nicht zur Verfügung, keinen ruhigen Platz zum Lernen, und die Eltern können aufgrund von Sprachbarrieren oder dem eigenen Bildungshintergrund nicht ausreichend Unterstützung anbieten. Eine gezielte Förderung, um Versäumtes aufholen zu können, ist deshalb auch in Deutschland wichtiger denn je.
 

Für Flüchtlingsmädchen ist die Situation besonders dramatisch. Sie haben bereits jetzt weniger Zugang zu Bildung als Jungen und die Wahrscheinlichkeit, dass sie in der Sekundarstufe in die Schule gehen, halbiert sich. Auf der Grundlage von UNHCR-Daten schätzt der Malala-Fonds, dass infolge von COVID-19 die Hälfte aller Flüchtlingsmädchen in der Sekundarschule nicht mehr zurückkehren wird, sobald die Klassenräume wieder geöffnet sind.

Den UNHCR-Bildungsbericht "Coming Together for Refugee Education" („Zusammen für die Bildung von Flüchtlingen“) können Sie in unserer Mediathek als pdf herunterladen.

UNHCR-Bildungsbericht 2020

Bildung schafft Selbstvertrauen und eine Zukunft

Während der Flucht machen Flüchtlingskinder häufig traumatischen Erfahrungen. Die Wiederherstellung gewohnter Lebensbedingungen, wie der Besuch einer Schule, das regelmäßige Zusammenkommen zum Lernen und Spielen, lenkt die Flüchtlinge von dem eintönigen und bedrückenden Alltag ab. Etwas lernen zu können, bedeutet die Chance zu bekommen aktiv an der Gestaltung der eigenen Zukunft mitzuwirken.

In den Schulalltag können zudem auch Projekte der Friedenserziehung und zur Versöhnung einbezogen werden, die für Kinder, die mit Krieg und Gewalt großgeworden sind, sowie bei einer möglichen Rückkehr von großer Bedeutung sind.

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John Luis

Der UNHCR sorgt jeden Tag dafür, dass Flüchtlingskinder in die Schule gehen können und sich eine eigene selbstständige Zukunft aufbauen können.

  • Bau und Ausstattung von Schulen in Flüchtlingslagern
  • Schulmaterial für Flüchtlingskinder
  • Bänke, Tische und Tafeln für Klassenräume
  • Lehrergehälter
  • Berufsausbildungen und Trainingskurse für Flüchtlinge
  • Stipendien für besonders begabten Flüchtlingen wie z.B. das DAFI-Stipendienprogramm, um den Besuch der Universität zu ermöglichen
  • Projekte der Friedenserziehung und zur Versöhnung

 

 

Kinder werden im Freien unterrichtet

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