Griechenland 2017

Ein Jahr voller Herausforderungen

Die Versorgung von fast 50.000 Flüchtlingen einerseits und eine angespannte wirtschaftliche Lage andererseits stellten Griechenland im Jahr 2017 vor große Herausforderungen. Dennoch gibt es Anzeichen, die vorsichtig optimistisch stimmen: Die Wirtschaft im Land entwickelt sich besser als erwartet, die Arbeitslosenquote sinkt.

Die Situation bleibt trotzdem schwierig. Zwar kamen weniger Flüchtlinge und Migranten in Griechenland an. Aber über 3.000 Menschen mussten auf der Suche nach Sicherheit und Schutz ihr Leben lassen. Unter ihnen viele Kinder.

Situation auf den Inseln ist kritisch
Die Lage der Flüchtlinge und Migranten auf den griechischen Inseln in der Ägäis ist kritisch, insbesondere auf Lesbos, Chios und Samos. Im Dezember haben mehr als 1.700 Menschen die Inseln erreicht – seit Juli waren es insgesamt 19.800 Menschen. Die Aufnahmezentren auf den griechischen Inseln („Hot-Spots“) sind hoffnungslos überfüllt. Deshalb rief der UNHCR im September zur Verbesserung der Aufnahmebedingungen auf.

Seit Mitte Oktober wurden bereits 6.000 Flüchtlinge auf das Festland gebracht, um die Situation auf den Inseln vor Einbruch des Winters zu entspannen. Trotzdem verbleiben noch immer 10.000 Menschen in den Lagern – doppelt so viele wie ursprünglich geplant. Viele Menschen stecken dort seit Monaten fest und leiden unter negativen Auswirkungen auf ihre körperliche und geistige Gesundheit.

Auch die Verteilung der in Griechenland ankommenden Flüchtlinge, die im September 2015 vom Europäischen Rat beschlossen wurde, um das Land zu entlasten, läuft schleppend. Erst knapp 30 Prozent der Menschen wurden bisher aus Griechenland umgesiedelt.

UNO-Flüchtlingshilfe vor Ort: UNHCR schenkt Schutz
„Wir hoffen, dass diese wichtige Geste der Solidarität weiter fortgeführt werden kann“, hält UNHCR Europa-Direktorin Pascale Moreau fest. Der UNHCR unterstützt die Menschen vor Ort zudem aktiv mit Wohnungs- und Unterstützungsprogrammen, von denen bereits über 35.000 Menschen profitiert haben.

Die UNO-Flüchtlingshilfe beleuchtet die Situation im Land aus verschiedenen Perspektiven. Es zeigt sich, dass die Unterstützung des UNHCR mit seiner internationalen Erfahrung und Expertise weiterhin dringend notwendig ist. Damit Flüchtlingen geholfen, damit Schutz geschenkt wird. 

Weitere Informationen zur aktuellen Situation auf den griechischen Inseln finden Sie hier: www.uno-fluechtlingshilfe.de/informieren/aktuelles.html

Im Gespräch mit Menschen vor Ort

Familie Al Kara

„Dank des UNHCRs stehen wir wieder mitten im Leben“

Seit über anderthalb Jahren sind Omar, Mutter Siham und die anderen Geschwister von ihrem Vater und Ehemann getrennt. UNHCR unterstützt sie im Umgang mit den Behörden, stellt ihnen eine Wohnung zur Verfügung. „Es gibt nichts, was uns vom UNHCR nicht gegeben wurde“, erzählt die Familie.

Aktivist Stefanos Kamperis

„Der UNHCR unterstützt uns zu 100 Prozent“

Stefanos und seine Bekannte waren eigentlich nur ganz normale Bürger. Als sie das Elend und die Not der Menschen sahen, die in Griechenland ankamen, wollten sie nicht länger zu schauen. Sie gründeten die Nicht-Regierungsorganisation OMNES, die in Zusammenarbeit mit dem UNHCR Wohnungen für Flüchtlinge bereitstellt.

Der deutsche Botschafter Jens Plötner

Deutsches Engagement vor Ort: „Der UNHCR schenkt Schutz“

Mit über 250 Millionen Euro ist Deutschland einer der größten UNHCR-Geldgeber. Weltweit vertraut die Bundesrepublik auf den UNHCR als starken Partnern, um Flüchtlingen in Not zu helfen. Auch in Griechenland vor Ort. „Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig die Arbeit des UNHRs in Griechenland ist“, versichert der deutsche Botschafter in Griechenland, Jens Plötner.

Journalistin Omaira Gill

„UNHCR-Arbeit gibt den Menschen ein Stück Normalität zurück“

Omaira Gill ist Freie Journalistin in Athen. Sie begleitet die Entwicklungen in Griechenland seit langer Zeit. Insbesondere das Wohnungsprogramm des UNHCR ist für sie ein entscheidender Beitrag zur Integration der ankommenden Menschen.

Griechenland-Experte Dr. Jens Bastian

„UNHCR bietet Hilfe zur Selbsthilfe“

Dr. Jens Bastian ist unabhängiger Finanz- und Wirtschaftsanalyst in Griechenland. Als Griechenland-Experte beobachtet er die Entwicklungen im Land mit kritischem Blick. Insbesondere die Situation auf den griechischen Inseln sei zu hohem Maße belastet, sagt er. Gerade hier ist die Erfahrung und internationaler Expertise des UNHCRs unverzichtbar.