08.01.2018

Griechenland: Situation der Flüchtlinge angespannt

UNHCR ist noch immer sehr besorgt über die Lage der Flüchtlinge und Migranten auf den griechischen Inseln in der Ägäis, insbesondere auf Lesbos, Chios und Samos. Im Dezember haben mehr als 1.700 Menschen die Inseln erreicht - seit Juli waren es insgesamt 19.800 Menschen. Darunter vor allem Familien und viele Menschen mit besonderen Bedürfnissen: vier von zehn Neuankömmlingen waren Kinder.

Transfer auf das Festland
Seit Mitte Oktober sind 6.000 Asylbewerber auf das Festland gebracht worden, um die Situation in den überfüllten Auffanglagern auf den Inseln vor Einbruch des Winters zu entspannen. Trotzdem verbleiben noch immer 10.000 Menschen in den Lagern auf den Inseln - doppelt so viele wie ursprünglich geplant.

Verbesserung der Lebensbedingugen
Vor allem die Lage in den Auffanglagern Moria auf Lesbos und Vathy auf Samos wird als kritisch beschrieben. Der Transfer der Flüchtlinge auf das Festland sollte aus diesen Gründen beschleunigt und die Lebensbedingungen derjenigen, die in den Auffanglagern verbleiben, verbessert werden.

In manchen Unterkünften gibt es Probleme bei der Strom- und Wasserversorgung und den sanitären Einrichtungen. Flüchtlinge und Migranten brauchen verbesserte warme und sichere Unterbringungen. Auf mehreren Inseln hat UNHCR seit Oktober insgesamt 240.000 Hilfsgüter verteilt, darunter Winterpakete, Decken und Schlafsäcke. Auf Lesbos wurden zusätzlich zu den 242 Unterkünften, weiter 18 Unterkünfte gebaut.

Während einer Konferenz in Athen stimmten Bürgermeister aus verschiedenen großen Städten zu, weiterhin Unterbringungen bereitzustellen. Bis Ende 2017 konnten bereits 22.000 städtische Unterkünfte zur Verfügung gestellt werden.

Über die Situation vor Ort und die Arbeit des UNHCR in Griechenland können Sie bei uns in den kommenden Tagen mehrere kurze Videos sehen: https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/informieren/aktuelles/griechenland.html